1. Bundesliga 17/18
| 17.13 Uhr

Wechsel von Favre zum BVB geplatzt
Dortmund braucht einen guten Plan B

Trainersuche: Borussia Dortmund braucht einen guten Plan B
Nach Angaben der französischen Sportzeitung L'Equipe steht der BVB in Verhandlungen mit Giovanni van Bronckhorst von Feyenoord Rotterdam. FOTO: dpa, stephan pr
Dortmund. Plan A ist hinfällig. Nach dem gescheiterten Wechsel des vermeintlichen Wunschkandidaten Lucien Favre vom OGC Nizza muss sich Borussia Dortmund weiter nach einem Nachfolger für Thomas Tuchel umsehen.

In unmissverständlichen Worten erklärte der französische Fußball-Erstligist am Freitag die Verhandlungen mit dem BVB für beendet: "Diese Entscheidung ist eindeutig und unumstößlich. Sie wurde Borussia Dortmund mitgeteilt. Und natürlich hat auch Lucien Favre sie verstanden und akzeptiert."

Alle Versuche von Favre, die Freigabe zu erhalten, waren vergeblich. Nizza fand es "legitim, dass diese Chance das Interesse von Lucien Favre weckt", verwies aber auf den bis 2019 laufenden Vertrag mit dem Schweizer Fußball-Lehrer und auf den hohen Zeitdruck bei der eigenen Suche nach einem neuen Coach im Falle eines Favre-Wechsels: "Das sportliche Interesse steht für das Nizza-Management immer über dem finanziellen Aspekt. Da der Trainingsstart am 19. Juni zu nahe ist, wünscht der Verein keine weiteren Verhandlungen mehr."

Mit ähnlichem Tenor äußerte sich Reza Fazeli. "Es stimmt nicht, dass Lucien Favre Dortmund abgesagt hat. Aber Nizza war nicht mehr gesprächsbereit. Das haben wir akzeptiert", sagte der Favre-Berater der dpa: "Das Thema ist definitiv erledigt." Favre will sich in den nächsten Tagen noch einmal persönlich zu dem Thema äußern.

Dem Vernehmen nach wäre der BVB bereit gewesen, für den Coach eine Ablöse von über fünf Millionen Euro zu investieren. Er galt als Favorit auf die Nachfolge von Thomas Tuchel, von dem sich der Revierclub am Dienstag getrennt hatte.

Kommt van Bronckhorst?

Die französische Sportzeitung "L'Équipe" brachte mit Giovanni van Bronckhorst einen weiteren Kandidaten ins Spiel. Der ehemalige niederländische Nationalspieler hatte Feyenoord Rotterdam gleich in seinem ersten Jahr als Chefcoach zum Meistertitel geführt. Naheliegender scheint jedoch eine Verpflichtung von Landsmann Peter Bosz zu sein, der beim Europa-League-Finalisten Ajax Amsterdam sein Geschick im Umgang mit Talenten unter Beweis gestellt hat. Darüber hinaus werden Peter Stöger (1. FC Köln) und Paulo Sousa (noch AC Florenz) als mögliche Tuchel-Nachfolger gehandelt.

Stöger dementierte aber auch nach der Favre-Absage die Gerüchte mit Nachdruck. "Nur weil es mehr Leute schreiben, macht es das nicht richtiger", sagte der Österreicher dem "Express": "Es gibt keinen Kontakt zu Borussia Dortmund. Es braucht keiner nervös zu werden." Zuvor hatte auch Sportchef Jörg Schmadtke versichert, dass er keine Angst habe, Stöger zu verlieren. "Es gibt keine Anzeichen dafür, dass ich in nächster Zeit mit irgendjemandem in Gespräche einsteigen müsste", sagte Schmadtke der "Bild"-Zeitung: "Klar ist Peter Stöger interessant für andere Vereine und steht hier und da vielleicht auf der Liste. Aber auch er hat einen langfristigen Vertrag bis 2020 beim 1. FC Köln.

(lnw)
 
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