1. Bundesliga 16/17
| 15.55 Uhr

Vater bringt Bayern München ins Gespräch
Bei Hummels stehen die Zeichen auf Abschied

Wechselt Mats Hummels von Borussia Dortmund zu Bayern München?
Für Mats Hummels könnte das DFB-Pokalfinale gegen die Bayern das letzte große Spiel im BVB-Trikot sein. FOTO: afp
Berlin. Die Zukunft von Mats Hummels ist noch immer nicht geklärt. Der Abwehrspieler hat bei Borussia Dortmund noch einen Vertrag bis 2017, wird aber von vielen europäischen Topklubs gejagt. Nach dem Einzug ins Pokalfinale gab er ein emotionales Interview, das Raum für Spekulationen lässt. Und sein Vater schließt einen Wechsel zu Bayern München nicht aus. Von Stephan Seeger

Das Sky-Interview nach dem souveränen 3:0-Erfolg von Borussia Dortmund im Pokal-Halbfinale bei Hertha BSC begann eigentlich ganz normal. "Ich habe mir ein Datum gesetzt, das behalte ich aber für mich, weil ich befürchte, dass es nicht leicht wird, es einhalten zu können", sagte der 27-jährige Hummels auf die Frage des Reporters zu seiner Zukunft, über die schon seit Tagen und Wochen fleißig spekuliert wird. "Wir müssen mal schauen, es ist eine sehr schwierige Entscheidung für mich", fuhr der Weltmeister fort.

Die nächsten Sätze gingen Hummels dann schon ein bisschen schwieriger über die Lippen. "Wenn ich sie irgendwann getroffen habe und im Nachhinein erkläre, werden alle verstehen, warum es so schwierig für mich ist", sagte Hummels: "Das kostet mich seit einigen Wochen jede Nacht bestimmt eine halbe Stunde vor dem Einschlafen, weil mir das Ganze sehr nahe geht." Dann musste Hummels einmal kräftig schlucken. Fast schien es so, als könnten jeden Moment Tränen über das Gesicht des Dortmunder Kapitäns kullern. Hummels behielt aber die Kontrolle und sagte abschließend: "Ich kann es auch nicht ändern. Ich muss einfach schauen, was ich am Ende machen möchte."

Hummels reifte beim BVB zum Weltstar

Dieses Interview zeigt: Die Zeichen bei Hummels stehen auf Abschied. Warum sollte der Kapitän eines Klubs mit seinen Gefühlen kämpfen, wenn er den Vertrag verlängern will? Seit 2008 – damals war Hummels 19 Jahre jung – trägt er das schwarz-gelbe Trikot und ist beim BVB zu einem der besten Innenverteidiger der Welt aufgestiegen. Gekrönt wurde seine Karriere durch den Gewinn des WM-Titels 2014, als Hummels im Maracana nach dem Sieg gegen Argentinien den Pokal in den Nachthimmel von Rio de Janeiro reckte. Dem BVB verdankt Hummels eigentlich alles, was er in seiner Karriere bislang erreicht hat. Auch die beiden Meistertitel 2010/2011 und 2011/12 sowie den Pokalsieg 2011/12.

Sein Vertrag in Dortmund läuft noch bis 2017. Hummels ist in einem Alter, in dem es für viele Fußballer um den vielleicht letzten ganz großen Vertrag der Karriere geht. Das weiß auch er. Und deshalb überlegt er genau, welchen Schritt er als nächstes geht. Bleibt er in Dortmund? Oder wechselt er zu einem Klub aus der finanzstarken Premier League, die Hummels mit einem ordentlichen Gehalt ausstatten würden? Oder zieht es den Nationalspieler zum FC Barcelona, wie zuletzt gemutmaßt wurde?

Nach Angaben der spanischen Zeitung "Mundo Deportivo" steht Hummels nicht auf der Einkaufsliste des spanischen Meisters. Man schätze den Abwehrspieler sehr, eine Verpflichtung sei aber nicht vorgesehen, wie die Zeitung aus einer Quelle des Klubs erfahren haben will.

Allerdings ist das Interesse der englischen Spitzenklubs Manchester United und FC Arsenal nicht abgekühlt, und ob sich Barcelona aus dem Kampf um Hummels verabschiedet hat, ist ob dieser einen Quelle auch alles andere als sicher. Schon 2014 waren Gerüchte um einen möglichen Wechsel von Hummels nach Barcelona aufgetaucht, damals hatte er den spanischen Klub als "größten Verein der Welt" bezeichnet, bei dem er schwach werden könnte.

Hummels' Vater schließt Wechsel zum FC Bayern nicht aus

Seit Donnerstag wabert auch das Gerücht durch die Fußball-Welt, Hummels könne im Sommer zum FC Bayern München zurückkehren – dem Klub, für den er in der bereits in der Jugend spielte. Bereits in der Winterpause wurde über einen möglichen Wechsel von Hummels zum deutschen Meister spekuliert. Für die kommende Saison brauchen die Bayern noch einen gestandenen Innenverteidiger, und Hummels' Sehnsucht nach Titeln würde in München eher befriedigt als in Dortmund – auch wenn BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke klarstellte, dass er um Hummels kämpfen werde. Und zwar so sehr, "wie ich noch nie um einen Spieler gekämpft habe", sagte Watzke.

Hummels' Vater und Berater Hermann Hummels heizte die Spekulationen am Donnerstag noch an. "Mats steht vor einer enorm wichtigen Entscheidung in seiner Karriere, in seinem Leben. Dortmund ist zurück unter den Top-Vereinen Europas, deswegen fällt ihm die Entscheidung so schwer", sagte Hummels senior der "Sport Bild": "Wenn er Dortmund doch verlassen sollte, dann geht er nur zu einem der fünf, sechs Top-Vereine. Und zu diesen Klubs zählt selbstverständlich auch der FC Bayern."

Nach Mario Götze und Robert Lewandowski wäre Hummels der dritte Star, der von Dortmund nach München wechselt. Vielleicht bereitet ihm der programmierte Aufschrei der BVB-Fans bei einem Wechsel nach München die schlaflosen Nächte.

Wann sich Hummels zu seiner Zukunft äußert, ließ er offen. Am 21. Mai steht für den Abwehrspieler in Berlin das Pokalfinale gegen Bayern München an. Es ist vermutlich das letzte große Spiel Hummels' im Trikot des BVB. Spätestens danach wissen die Dortmunder Fans, ob ihr Kapitän an Bord bleibt oder eine neue Herausforderung sucht.

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