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Borussia Mönchengladbach
Hahn: "Dann sieht das Derby schon anders aus"

Das ist André Hahn
Das ist André Hahn FOTO: Dieter Wiechmann
Kempen. Nach dem Offenbarungseid gegen den HSV und vor der Champions-League-Premiere spricht Borussias Offensivspieler André Hahn über die Gründe für die Krise, Vorfreude auf Sevilla und darüber, was man in Andalusien für das rheinische Duell tun kann. Von Stefan Klüttermann

Am Samstagmorgen stand Auslaufen auf dem Programm für die Borussen. "Business as usual" nach einem Bundesligaspiel am Tag zuvor - und doch so gar nicht. Schließlich war es der Tag nach dem 0:3-Offenbarungseid gegen den HSV, der vierten Niederlage in Folge in der Liga, der die monatelange Vorfreude im Borussen-Land auf die Champions League auf die kleinstmögliche Sparflamme reduzierte. Die Spieler immerhin setzten sich nach dem Training zur Aussprache zusammen. Ohne Trainer und Sportdirektor wurde die aktuelle Lage nach Einschätzung von Teilnehmern offen und ehrlich thematisiert und sich auf zeitnahe Besserung eingeschworen.

André Hahn war gegen Hamburg notenbester Borusse - dazu reichte es, dass er als in der Luft hängende zentrale Spitze zumindest um jeden Ball und Meter Rasen kämpfte. Eine Selbstverständlichkeit, die auffiel in so einem Spiel. Im Nachgang der Partie sprach der 25-Jährige über sein deprimierendes Startelf-Debüt in dieser Saison, trotzige Lust auf Sevilla und das Ausblenden des anstehenden Derbys.

So einen Spielverlauf wie gegen den HSV hätte sich kein Borusse träumen lassen, oder, Herr Hahn?

HAHN Nein, das ist vollkommen richtig. Wir hatten uns viel vorgenommen für dieses Spiel, wir wollten ja unbedingt punkten im eigenen Stadion. Und dann kriegen wir hinten solche unglücklichen Gegentore und kreieren vorne einfach keine Torchancen. Ich glaube, wir hatten in 90 Minuten nicht eine wirklich hundertprozentige Chance. Das ist sehr bitter, aber so kann man einfach auch keine Spiele gewinnen.

Die Mannschaft wirkte von der ersten Sekunde an sichtlich nervös und fahrig.

HAHN Ja, wir haben keine fünf Pässe am Stück hin bekommen, und das kennt man von uns nicht. Wir sind ja eigentlich spielstark und sicher im Passspiel. Natürlich fehlen uns ein paar Spieler, aber das kann keine Ausrede dafür sein, dass wir so ein Spiel abgeliefert haben.

Wann kommt man in so einem Spiel als Profi an den Punkt, an dem man denkt: "Das kann doch alles gar nicht wahr sein."?

HAHN Natürlich merkt man auf dem Platz, dass es nicht so gut läuft, aber wir haben ja trotzdem versucht dagegenzuhalten, haben gekämpft. Wir haben aber einfach zu wenig Zugriff auf das Spiel bekommen.

Was macht man jetzt mit dem Champions-League-Spiel in Sevilla, das ja eigentlich die Belohnung für die vergangene Saison darstellen soll?

HAHN Ich denke, dass es eine gute Abwechslung für uns ist. Champions League ist etwas ganz anderes. Wir haben letzte Saison hart gearbeitet, um diese Chance zu kriegen. Es wird ein ganz anderes Spiel als gegen den HSV, und ich denke, dass es für uns ein Vorteil ist, dass wir so schnell wieder spielen und nicht zu viel Zeit haben, nachzudenken. Jetzt kommen sehr harte Wochen auf uns zu, deswegen brauchen wir ganz dringend ein Erfolgserlebnis.

Ist es auch ein Vorteil, dass Sie durch das Sevilla-Spiel eine Ablenkung vom bevorstehenden Derby bekommen?

HAHN Es ist ja nicht wegzudiskutieren, was für ein besonderes Spiel die Partie am Samstag in Köln ist, aber es wäre verkehrt, jetzt schon an Köln zu denken. Wir dürfen jetzt einfach nur an die Champions League denken, weil das unser nächstes Spiel ist. Wenn wir uns dort ein Erfolgserlebnis holen können, sieht das Spiel gegen Köln auch schon wieder ganz anders aus.

Quelle: RP
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