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Borussia Mönchengladbach
Schubert hat es sich verdient

Schubert neuer Cheftrainer – Stranzl trainiert wieder
Schubert neuer Cheftrainer – Stranzl trainiert wieder FOTO: Dirk Päffgen
Meinung | Mönchengladbach. André Schubert ist jetzt Borussias Cheftrainer. Nicht nur für diese Saison, sondern auch für die nächste. Mit seiner sehr guten Arbeit hat er überzeugt – und auch überrascht. Denn dass der Bundesliga-Novize derart durchstartet, das hatte wohl auch Borussias Sportdirektor Max Eberl nicht erwartet. Von Karsten Kellermann

Der Masterplan des Managers war ein anderer. Schubert wurde als Lösung für den Übergang nominiert, nachdem Lucien Favre Knall auf Fall entschwunden war. Eberl wollte keinen Schnellschuss, darum war einer der üblichen Verdächtigen, die auf dem Markt waren und somit schnell zu haben gewesen wären, kein Thema. Eberl wollte einen "neuen perfekten Trainer für Borussia". Dass er ihn im Sommer schon geholt hatte, konnte er nicht ahnen.

 
Das ist André Schubert FOTO: dpa, fg fdt

Schuberts Verpflichtung für die U23 hatte indes durchaus den Hintergrund, für den Notfall einen Trainer in der Hinterhand zu haben, der einspringen könnte. Doch war dieser Zeitpunkt für viel später angedacht. Schubert sollte sich in der Borussen-Welt entwickeln, um an mögliche große Aufgaben heranzuwachsen. Borussia versteht sich als Ausbildungsklub, der seine Talente selbst macht – warum sollte das nur für Spieler gelten und nicht auch für Trainer?

Schubert dreht an den richtigen Stellschrauben

Fotos: Die Trainer-Galerie von Borussia Mönchengladbach FOTO: dpa, mb jhe

Schubert gab stets an, die Beförderung auf Zeit nicht als Chance zu sehen, sondern allein als Herausforderung. Es war natürlich beides. Denn viel größer als bei Borussia konnte die Bühne für den Neuen nicht sein: Ein Traditionsklub, ein Champions-League-Teilnehmer. Schubert ging die Geschichte locker an – eben diese Lockerheit vermittelte er seinen Spielern. Es war genau das, was sie brauchten. Schubert fand die richtigen Worte, änderte Details, aber die richtigen. Er gab dem Team alles zurück, was es in den ersten Spielen verloren hatte: Spielfreude, Selbstvertrauen, Erfolg.

Eberl blieb jedoch zunächst dabei: Schubert ist ein Mann für den Übergang. Doch mehr und mehr kristallisierte sich heraus, dass die Beziehung zwischen dem Klub und dem 44-Jährigen mehr Potenzial haben könnte. Schubert revitalisierte Borussia – und mischte schnell seine eigenen Ansätze in das von Favre kreierte Borussen-Spiel hinein: höheres Pressing, eine aktivere Verteidigung, schnelleren Dang zum Tor. Die Art des Spiels passt genau zu dem Ansatz, den Eberl für Gladbach entworfen hat: frisch, fröhlich, flott und erfolgreich. Dass er auch die Profil-Anforderung Entwickler erfüllen kann, ist anzunehmen, schließlich hat er beim DFB im Nachwuchs gearbeitet und auch bei Borussia.

Eberl ist kein Umfaller in der Trainerfrage. Dass die guten Ergebnisse natürlich einen gewissen Druck aufgebaut haben, ist klar. Doch ist Eberls Umdenken keineswegs Populismus. Und er nimmt Schubert auch nicht, weil er keine bessere Alternative hat. Schuberts Arbeit hat ihn ganz einfach überzeugt. In den Gesprächen unter der Woche hat er sich das Konzept Schuberts noch einmal genau angehört: Und sich dann entschieden, ihm einen Vertrag bis 2017 zu geben. "André hat in den vergangenen acht Wochen einen sehr überzeugenden Job gemacht und mit der Mannschaft hervorragende Ergebnisse erzielt. Wir haben die letzten Tage für ausführliche Gespräche genutzt, wir wissen, dass unsere Mannschaft bei ihm in guten Händen ist und haben uns deshalb entschieden, ihm einen Vertrag als Cheftrainer zu geben", sagte Eberl.

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