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Borussia Mönchengladbach
Arango muss sich in Stuttgart zeigen
Bundesliga 12/13: Ter Stegens Slapstick-Einlage gegen Caligiuri
Bundesliga 12/13: Ter Stegens Slapstick-Einlage gegen Caligiuri FOTO: dpa, pse fdt
Mönchengladbach. Der wichtigste Mann im Mittelfeld der Borussia ist nicht in Topform. Verletzungen haben ihn zurückgeworfen, dabei braucht Mönchengladbach seine Ideen und Pässe. Von Karsten Kellermann

Lucien Favre bereitet nicht nur die Spiele seiner Mönchengladbacher Borussia akribisch vor, sondern auch die Pressekonferenzen. Der Trainer hatte sich eine Liste von Themen gemacht, die vor dem Spiel am Sonntag in Stuttgart (ab 15.30 Uhr im Live-Ticker) für die Journalisten interessant sein könnten.

Ein guter Teil davon kam auch zur Sprache. Unter anderem die Personalie Juan Arango. Der Venezolaner hatte sich mit wundervollen Toren im ersten Teil dieser Saison den netten Beinamen "Zauberfuß" verdient. "Er war gerade im November und Dezember enorm wichtig für uns. Ich weiß nicht, wo wir stehen würden ohne seine Tore", sagte Favre.

Arango ist in der Schaffenskrise

Von Arangos verblüffender Effektivität in jenen Tage ist nicht viel geblieben. In der bisherigen Rückrunde hat Arango eine Schaffenskrise. Fünf Tore plus fünf Assists produzierte Arango in der Vorrunde, 2013 bereicherte er seine Statistik nur eine Vorlage. "Er ist momentan nicht in Topform", weiß Favre.

"Ich bin ja kein Roboter", sagte Arango nun. Darum ist er auch nicht gefeit vor körperlichen Malaisen. Knie- und Knöchelprobleme plagten ihn in den vergangenen Wochen: "Ich bin noch nicht bei 100 Prozent." Und ohne einen Arango in Bestform gehen dem Offensivspiel der Borussia wesentliche Stilmittel verloren: seine unberechenbaren Schüsse aus der Distanz, seine Freistöße, seine punktgenauen Pässe.

Gladbach erarbeitet sich nur wenige Chancen

Da die Borussen derzeit auch die nötige Geschwindigkeit im Aufbau vermissen lassen, wirkt das Offensivspiel etwas bieder. Zwar hat Gladbach die zweitbeste Abwehr der Rückrunde (elf Gegentore) nach dem neuen Meister Bayern (sechs), doch logieren die Gladbacher, was die Torchancenproduktion angeht, auf Rang 16 unter allen Erstligisten. Und so schieben Favres Männer ein Problem vor sich her, das dem Trainer nicht gefällt: die Tordifferenz. "Es ist natürlich besser, eine positive Tordifferenz zu haben", findet Favre.

Fürs Gemüt sicherlich, aber letztlich auch, wenn es im Endspurt um die Europapokalplätze geht. Aktuell ist sie ein klarer Nachteil der Borussen gegenüber der Konkurrenz. Die brutalen Niederlagen in Dortmund (0:5) und Bremen (0:4), konnten bislang nicht hinreichend aufgeholt werden. Borussia hat noch kein Spiel höher als mit zwei Toren gewonnen, der höchste Sieg war das 4:2 in Fürth in der Hinrunde. Danach gab es übrigens daheim gegen Stuttgart ein 1:2.

Borussia will sich revanchieren

Das allein ist Anreiz genug, sich zu revanchieren. Hinzu kommt die Tatsache, dass es für die Gladbacher die nächste Gelegenheit ist, endlich mal zwei Spiele in Folge zu gewinnen. Mit dem Ansinnen zum VfB zu reisen, die Tordifferenz entscheidend aufzupolieren, wäre aber vermessen. "Wir wollen in den Europapokal. Da hilft auch schon mal ein dreckiger Sieg", sagte Torwart Marc-André ter Stegen zuletzt.

Einer also wie das 1:0 gegen Fürth vor einer Woche, für das einige Fans nur Pfiffe übrig hatten. Die 4500 Gladbacher, die morgen in Stuttgart sein werden, würden dort ganz sicher mit jeder Art von Sieg zufrieden sein. Allerdings, sagte Favre, sei deutlich geworden, wie wichtig manchmal auch ein Punkt sei.

Mindestens diesen will Borussia mitbringen, dafür soll auch Juan Arango sorgen. "Wir haben in dieser Woche hart und gut trainiert, mit viel Tempo und Bewegung", sagte Favre. Er meinte Arango. "Ich denke, dass er bereit ist. Er allein kann aber nicht für Kreativität sorgen. Wenn drumherum die Schnelligkeit und die Bewegung fehlen, wird es schwer."

Quelle: RP/spol
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