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Borussia Mönchengladbach
Auswärtsschwäche lässt Gladbach um Europa bangen

Herrmann verhindert Hazard-Tor
Herrmann verhindert Hazard-Tor FOTO: Screenshot Sky
Wolfsburg. André Schubert blieb mal wieder nichts anderes übrig, als ein Versprechen abzugeben. Und so saß Borussias Trainer nach der 1:2-Niederlage in Wolfsburg in der Pressekonferenz nach dem Spiel und beschloss sein Statement mit dem Satz: "Wir versuchen es nächste Woche wieder besser zu machen." Von Stefan Klüttermann

Explizit gesagt oder wahlweise auch unausgesprochen ist diese Floskel längst zur frustrierenden Routine geworden, wenn es für Gladbach darum geht, einen Strich unter eine Partie auf fremdem Platz zu ziehen. Die Befürchtung im Klub und im Umfeld ist dann auch ganz real, dass Borussia ihre Rückkehr in den Europacup in den Auswärtsspielen verspielt.

Die Niederlage von Wolfsburg war die dritte Auswärtspleite in Folge. Von zwölf Partien in der Fremde konnte Borussia in dieser Saison nur drei gewinnen. Allein die Kellerkinder Hannover, Hoffenheim und Frankfurt sowie Wolfsburg sind auswärts noch schlechter. Den letzten Sieg von einer Dienstreise brachten die Fohlen Ende Oktober aus Berlin mit – das ist mehr als vier Monate und sieben Pflichtspiele in der Fremde her.

"Wenn du auswärts nicht gewinnen kannst, spielst du am Ende nicht international, und dann brauchst du schon gar nicht auf die Champions League zu schielen", polterte Kapitän Granit Xhaka in Wolfsburg, wo er mit seinen Kollegen die Chance ausließ, den Gegner in der Tabelle auf acht Punkte Abstand zu bringen.

Diesmal rannte Borussia letztlich erfolglos den beiden Gegentoren hinterher, die sie sich in den ersten 20 Minuten wieder einmal durch erstaunliche Passivität eingefangen hatte. So durften Julian Draxler und – ausgerechnet – Ex-Borusse Max Kruse für Wolfsburg treffen. Raffaels Anschlusstor folgte zwar eine lange Drangphase der Gäste, aber eben kein weiteres Tor. "Wenn du in Wolfsburg deine Chancen nicht nutzt, brauchst du nicht zu hoffen, hier zu gewinnen", sagte Xhaka.

So bleibt es für die Borussen beim wöchentlichen Wechsel zwischen guten Heim- und ernüchternden Auswärtsauftritten. Deshalb ist Gladbach Teil des Schneckenrennens um die Plätze drei bis sechs, statt sich aus dem Rennen nach oben zu lösen. So bleibt Konstanz seit inzwischen mehreren Monaten ein Fremdwort am Niederrhein.

Die Folge: Mit den Leistungen und den Ergebnissen schwankt auch die Atmosphäre rund um den Verein. Hochzufrieden ist niemand, dafür gibt es zu viele Nackenschläge, permanent auf dem Baum ist aber irgendwie auch niemand, dafür gibt es zwischendurch halt immer mal wieder Auftritte wie das formidable 4:0 gegen Stuttgart am Mittwoch.

Wenn Gladbachs Verantwortliche am Saisonende Bilanz ziehen, muss die Frage nach Zufriedenheit oder Unzufriedenheit letztlich auch in Bezug auf Schuberts Arbeit lauten: Hat sich Borussia weiter als Verein etabliert, der als Europacupstarter für Talente aus dem In- und Ausland als Plattform und Sprungbrett interessant ist?

Ein Verpassen des Europapokals ist laut Vereinsansage ("Das Ziel ist ein einstelliger Tabellenplatz") zwar einkalkuliert, aber nur für Meisterschaft und Pokal ist der Kader inzwischen qualitativ längst zu breit. Das ist nicht weniger Realität als die leidige Auswärtsschwäche.

Quelle: RP
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