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Borussia
Bailly will halten statt warten

Borussias belgischer Torwart bekam gegen Freiburg nicht viel zu tun, aber beim 1:1 ein Gegentor. Er mag solche Spiele nicht. Lieber sind ihm die, in denen er im Brennpunkt steht. Samstag in Dortmund könnte das der Fall sein. Von Karsten Kellermann

Fussball Das Warten auf den Ball ist für einen Torwart das Schlimmste. Denn langes Warten bedeutet wenig Beschäftigung. So ging es Logan Bailly, Borussias Nummer eins, beim 1:1 gegen den SC Freiburg. Kaum einmal wurden die Gäste in seinem Strafraum vorstellig – und doch kriegte er ein Gegentor. Den Kopfball des ungedeckten Cisse jedoch, den konnte er nicht halten. Kurz vor dem Ende verhinderte der Belgier mit einer Parade, dass der einzige gefährliche Konter des Sport-Clubs aus dem Breisgau gar noch zu einer Niederlage führte.

Tausend Hände

Logan Bailly mag solche Spiele nicht. Er weiß, dass ein Torhüter nur schlecht aussehen kann. Eher mag er es, ständig im Brennpunkt zu stehen. So wie in dem Spiel, mit dem er sich in Deutschland einen Namen machte: das 1:1 in Bremen in der vergangenen Saison. 35 Chancen Werders vereitelte Bailly, er schien tausend Hände zu haben. "Es war eines der besten Spiele meiner noch jungen Karriere", sagt er. In dieser Saison war Bailly selten so gut. Beim 0:0 in Berlin und beim 2:2 Hoffenheim indes, da hielt der 24-Jährige mit einigen Glanzparaden die Punkte fest. Die letzten Heimpartien gegen Nürnberg (2:1) und Freiburg waren Auf-den-Ball-warten-Spiele.

"In der Hinrunde war ich mit meinem Level nicht zufrieden", gesteht Bailly. Nach seinem Fußbbruch brauchte er Zeit, um wieder seine Form zu finden. "Nach der überragenden letzten Saison und der Verletzung, war es schwer für ihn, gleich wieder in den Rhythmus zu kommen", sagt Trainer Michael Frontzeck. "Jetzt bin ich aber fit und möchte wieder an die starken Auftritte der vergangenen Spielzeit anknüpfen", sagt Bailly.

In Dortmund am Samstag wird er wohl wieder mehr zu tun bekommen, der Gladbacher Torwart. "Vielleicht wird er nicht, wie damals in Bremen, 25-mal im Winkel liegen. Doch er wird sicher mehr beschäftigt als gegen Freiburg", vermutet auch Frontzeck. Derzeit ist Bailly bei der belgischen Nationalmannschaft, die heute in Brüssel gegen Kroatien spielt. Er wird sich, das deutete Trainer Dick Advocaat an, mit Jean Francis Gillet vom AS Bari abwechseln. "Logan hat unter mir bisher zwei Länderspiele bestritten und gut gespielt", lobt der frühere Gladbach-Trainer den aktuellen Borussen-Torhüter. Bailly will Belgiens Nummer eins werden und dann in der EM-Qualifikation Deutschland ärgern, hat er gesagt.

Erstmal ist aber Kroatien, dann Dortmund. Und Destiny hält mit. Den Namen seiner Tochter hat Bailly auf seine Torwarthandschuhe drucken lassen. Demnächst wird er das wohl ändern, wenn sein Sohn auf der Welt ist. Prince Logan soll er heißen. Schicksalhafte (Destiny), königliche (Prince Logan) Arbeitsgeräte werden demnach künftig das Gladbacher Tor bewachen. Das passt zum Ruf Baillys, ein Exzentriker zu sein. Und ein bisschen Wahnsinn gehört schon dazu, wenn man Torwart ist. Samstag in Dortmund will Bailly wahnsinnig gut halten. Ohne lange Wartezeiten.

Quelle: RP
 
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