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Borussia Mönchengladbach
"Ballbesitz-Liebhaber" Schubert legt los

Das ist André Schubert
Das ist André Schubert FOTO: dpa, fg fdt
Mönchengladbach. André Schubert ist eine Lösung für den Übergang. Das hat Borussias Sportdirektor Max Eberl am Montag klar unterstrichen. Doch es ist auch eine "bis auf weiteres", eine die also zunächst kein Zeitlimit hat. So ist es eine Chance für Schubert, sich auf der großen (Bundesliga) und der ganz großen (Champions League) Bühne zu präsentieren. Von Karsten Kellermann

Der Mann, der seit dem Sommer das Regionalliga-Team von Borussia Mönchengladbach betreut, ist nach dem Abgang von Lucien Favre vorläufig Cheftrainer. Er soll den negativen Trend stoppen.

Um 13 Uhr berichten wir live von der ersten Pressekonferenz von Schubert.

Schubert gilt als ausgewiesener Fachmann. 2004 hat er den Trainerlehrgang als einer der Jahrgangsbesten abgeschlossen. 2011 führte er den SC Paderborn als Sportlicher Leiter und Trainer in Personalunion in die Zweite Liga. Danach arbeitete er ein Jahr beim Zweitligisten FC St. Pauli, wurde am Millerntor aber vorzeitig entlassen. Schubert ist auch einer der Protagonisten in dem Dokumentarfilm "Trainer" von Aljoscha Pause, wofür der Regisseur unter anderem Schubert eine Saison lang begleitete. Bevor der gebürtige Kasseler den Job in Gladbach übernahm, betreute er die U15-Auswahl des DFB. Der (Übergangs-)Job als Cheftrainer ist seine bislang größte Herausforderung.

"Für mich ist es selbstverständlich, dass ich dem Verein in dieser Situation helfe. Wir haben klare Absprachen, und ich freue mich sehr auf die Arbeit mit der Mannschaft und die nächsten Spiele", sagte Schubert gestern. Das erste Spiel ist schon morgen Abend gegen den FC Augsburg (20 Uhr/Live-Ticker). Schubert muss also schnell und präzise arbeiten.

 

Wie Favre ist Schubert ein großer Anhänger des Ballbesitz-Fußballs. "So lange wir den Ball haben und vorn sind, kann hinten nichts passieren. Und wenn der Ball verloren ist, gibt es nur ein Ziel: Wie kriegen wir ihn zurück", beschrieb er mal seinen Ansatz. Es gibt eine Grundidee, in deren Sinne er seine Spieler formiert. "Für mich ist nicht die Position des Einzelnen wichtig, sondern das Verinnerlichen unserer Idee", sagte er. Seine Idee vom Spiel beschrieb er in einem Interview mit dfb.de so: "Wichtig ist mir, zu agieren und nicht zu reagieren. Kontrolliert mit schnellem Zweikontaktspiel aufzubauen, Kombinationen durch variables Positionsspiel zu ermöglichen, blitzschnelles Umschalten in beide Richtungen. Hohes bis sehr hohes Verteidigen und den Gegner permanent beschäftigen, Räume frühzeitig zustellen und so die Voraussetzungen schaffen, den Ball nach einem Ballverlust sofort jagen zu können. Das alle verbunden mit einer hohen Handlungsschnelligkeit, Lauffreude und Einsatzbereitschaft."

All das wird er den Gladbacher Profis heute ab 10 Uhr, wenn seine erste (und bis zum Augsburg-Spiel einzige) Trainingseinheit im neuen Job ist, in aller Eile vermitteln - auf dem Rasen, aber auch in Einzelgesprächen. Er ist als Taktiker, Motivator und mentaler Aufbauhelfer gefragt. In dieser Saison haben die Borussen unter der Anleitung von Lucien Favre noch keinen Punkt eingesammelt, nun sollen sie unter Schuberts Regie damit anfangen.

"Neue Reize" soll der 44-Jährige setzen, sagte Max Eberl. Schubert ist keiner, der auf ein festes System setzt, sondern auf eine systemische Variabilität. So wird es spannend sein zu beobachten, was er ändert im Team, um die erhofften Reize zu setzen.

Die sollen bei den Spielern die nötigen Reaktionen auslösen, die möglichst schnell zum ersten Erfolgserlebnis der Saison führen. Zwar sagt Schubert in dem "Trainer"-Film, dass er sein Wohlbefinden nicht mehr von Ergebnissen abhängig machen will, doch er weiß, dass er nun Ergebnisse braucht. Denn auch wenn er eine Übergangslösung ist, so will er doch eine erfolgreiche sein - mit allen möglichen Konsequenzen.

Quelle: RP
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