| 22.05 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Bayern besiegen engagierte Borussen im Nachsitzen

Fotos: Lewandowski erzielt Traumtor gegen die Borussia
Fotos: Lewandowski erzielt Traumtor gegen die Borussia FOTO: dpa, ah lof
Borussia Mönchengladbach hat sich im Halbfinale des Telekom Cup am Samstag in Hamburg gegen den Rekordmeister FC Bayern München gut verkauft, aber letztlich 4:5 im Elfmeterschießen verloren. Von Karsten Kellermann

Das Team von Trainer Lucien Favre setzte vor allem in der ersten Halbzeit gute spielerische Akzente, lag aber durch ein Traumtor von Robert Lewandowski 0:1 zurück. Kurz nach dem Seitenwechsel erhöhte Franck Ribery auf 0:2, bevor Max Kruse jeweils per Foulelfmeter die wichtigen Treffer zum Remis erzielte. Ein Sieg sprang dennoch nicht dabei heraus, im Elfmeterschießen setzte sich der Rekordmeister knapp durch.

Doch Favre sah gute Ansätze im Spiel seiner Mannschaft. Raffael inspirierte das Spiels einer Mannschaft ein ums andere Mal, die Außen André Hahn und Ibrahima Traoré zeigten, was sie dem Gladbacher Spiel geben können: Geschwindgkeit. Beide waren Gefahrenherde – doch bei der einen oder anderen Flanke in den Bayern-Strafraum fehlte ein Abnehmer.

Zudem zeigte das Team nach dem Rückstand Moral, die besonders in diesem – sportlich gesehen recht unwichtigem – Spiel nicht selbstverständlich war. Kruse konnte positive Aspekte aus der Niederlage ziehen: "Drei Elfmeter zu verwandeln passiert ja nicht so oft. Wichtiger ist aber, dass wir über 60 Minuten ein gutes Spiel gemacht und mit den Bayern mitgehalten haben. Wir haben uns auch durch das 0:2 nicht aus der Ruhe bringen lassen und sind noch mal zurückgekommen. Auch das ist wichtig. Das muss man mitnehmen."

Fotos: Bayern München gegen Borussia FOTO: Dirk Päffgen

Die beste Gladbacher Chance im ersten, 30-minütigen Durchgang, hatte Traoré, der nach einem Raffael-Pass allein auf Tom Starke zulief, aber mit seinem Rechtsschuss am Bayern-Keeper scheiterte.

Max Kruse holte sich den ersten Elfmeter derweil selbst heraus: Sein Schuss traf den Arm von Holger Badstuber, Schiedsrichter Peter Gagelmann entschied auf Strafstoß. Kruse schickte Starke in die falsche Ecke – 1:2. Das zweite Tor der Borussen fiel wieder nach einem Elfmeter, zuvor hatte Javi Martinez nach einem kapitalen Patzer Hahn im Strafraum zu Boden geschubst. Auch kurz vor dem Schlusspfiff blieb Kruse eiskalt. 

Das ist Yann Sommer FOTO: Dieter Wiechmann

Das alles half aber letztlich nicht, da die Münchner im Elfmeterschießen ironischerweise die besseren Nerven hatten: Oscar Wendt hätte die Entscheidung nach einem schwachen Rafinha-Strafstoß herbeiführen können, scheiterte jedoch an einem glänzend parierenden Starke. Danach traf Julian Korb nur die Latte – die Niederlage war besiegelt.

"Ich bin sehr zufrieden", sagte Münchens Trainer Pep Guardiola nach dem Sieg gegen "eine der besten Mannschaften der Bundesliga". Ein Sonderlob gab es für den Ex-Dortmunder Lewandowski. "Natürlich ist er ein Top-Spieler. Er hat alles, ist schnell und hat eine gute Ballannahme", sagte Guardiola.

Die Borussen treffen damit am Sonntag um 16.30 Uhr auf den Hamburger SV, der im ersten Halbfinale im Elfmeterschießen gegen den VfL Wolfsburg verlor.

Die "Wölfe" fordern im Endspiel um 18.15 Uhr Pep Guradiolas Bayern heraus. Die Münchener waren im Halbfinale gegen die Gladbacher vor allem eines: abgezockt und eiskalt vor dem Tor.

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