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Borussia Mönchengladbach
Bayern zu Gast im Borussia-Park

Fotos: Media Day im Borussia-Park
Fotos: Media Day im Borussia-Park FOTO: Dieter Wiechmann
Mönchengladbach. Beim Telekom-Cup treten Bayern München, Borussia Mönchengladbach, der FC Augsburg und der Hamburger SV an. Von Stefan Klüttermann

Mit Testspielen in der Vorbereitung ist das bisweilen so eine Sache. Mancher Bundesligist kann gruselige Geschichten von Partien gegen einigermaßen exotische Gegner aus den Weiten Europas erzählen, die es mit der handelsüblichen Härte in einem Freundschaftsspiel dann doch arg übertrieben oder den erwarteten Test durch den Einsatz einer halben B-Jugend spürbar abwerteten. Der Trend geht daher inzwischen hin zu Bewährtem. Man testet heute meist gegen Klubs aus den bekannten Ligen. Da weiß ein jeder, was er kriegt. Und teilweise bleibt die Liga auch einfach schon in der Vorbereitung unter sich.

Wie am Sonntag in Mönchengladbach, wenn die heimische Borussia, der FC Bayern, der Hamburger SV und der FC Augsburg gegeneinander den Leistungsstand überprüfen (15 Uhr/Sat.1). Und weil sich im boomenden Fußball-Geschäft auch Vorbereitungsturniere vermarkten lassen, heißt das Ganze "Telekom-Cup".

Das Konzept zieht. Mehr als 40.000 Fans erwarten die Borussen am Nachmittag im Borussia-Park. Zunächst spielt Lucien Favres Team gegen den HSV, dann treten Pep Guardiolas Bayern gegen Augsburg an. Es folgen Spiel um Platz drei und Finale, alle jeweils über einmal 45 Minuten. Gutes Wetter, gute Spieler, gute Laune - den Leuten gefällt's. Rund ums Stadion richtet Gladbach zudem noch seinen Familientag aus und eröffnet die Saison damit nach eigener Schreibweise offiziell.

Fotos: Diese Teams kamen zur Saisoneröffnung der Borussia FOTO: dpa, rwe fpt

Es ist eine Saison, die für alle vier Teilnehmer des Turniers eine Art Neustart bereithält. Während es für die Gastgeber und den FCA darum geht, ungeahnte Europapokal-Höhen zu verarbeiten, steht man in München und Hamburg - gemessen an den Ansprüchen - unter Druck, mehr zu erreichen als in einer unbefriedigenden Vorsaison.

Denn auch wenn Guardiola dieser Tage auf der vereinseigenen Internetseite schwärmt, wie schön München ist, und auch wenn er bekennt, er sei nur ein ganz normaler Mensch, so erwarten sie beim Rekordmeister von ihrem Über-Trainer eben mehr als "nur" eine deutsche Meisterschaft. Zweimal das Finale der Champions League verpasst zu haben, das nagt an den Münchnern, und ein DFB-Pokalfinale ohne ihr Mitwirken, wie zuletzt Ende Mai, ist so auch nicht eingeplant. Dass am Ende der vergangenen Saison am meisten darüber diskutiert wurde, wie die Bayern mit eigenen Niederlagen den Abstiegskampf beeinflusst hätten, spricht Bände. Der HSV ist seinerseits einfach froh, immer noch Bundesligist zu sein und strebt nach zwei Horror-Spielzeiten wieder mal das viel beschriebene ruhige Fahrwasser an.

In Augsburg sieht die Welt da schon ganz anders aus. Die erstmalige Europa-League-Teilnahme vor Augen steht das Team von Trainer Markus Weinzierl in der Pflicht, in der Dreifachbelastung nicht zu vergessen, dass es bei aller Euphorie auch in Augsburg immer erst darum geht, ein weiteres Jahr Bundesliga sicherzustellen.

Und Borussia? Dort kennt die Euphorie im Umfeld aktuell keine Grenzen. Alle fiebern der Champions-League-Premiere des Vereins entgegen. Zum Telekom-Cup wird der Kader zwar vollzählig versammelt sein, aber die Nationalspieler werden wohl nur bei der Mannschaftspräsentation den Rasen betreten. Favre muss mit seinem Team in seiner fünften kompletten Saison erstmals die größtmögliche Dreifachbelastung meistern. Und er muss damit leben, dass die Konkurrenz Borussia inzwischen selbstverständlich als Spitzenteam einordnet. Das wird am Sonntag nicht anders sein. Selbst wenn es nur Testspiele sind.

Von Bobadilla bis Raffael: Neuers Patzer gegen Gladbach FOTO: dapd
Quelle: RP
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