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Borussia Mönchengladbach
Belek-WG muss sich heranarbeiten

Derby-Stimmen: "Hätten früher den Sack zu machen müssen"
Derby-Stimmen: "Hätten früher den Sack zu machen müssen"
Mönchengladbach. Das Gladbacher Trainingslager-Doppelzimmer Jonas Hofmann und Julian Korb ist aktuell ein Stück weit hinten dran. Von Stefan Klüttermann

Bei Julian Korb auf dem Zimmer war ein Platz frei. Schließlich musste der etatmäßige Zimmernachbar Patrick Herrmann das Trainingslager in Belek ausfallen lassen. Die Reha daheim nach dem Kreuzbandriss ging vor. So lag es nahe, Neuzugang Jonas Hofmann in der Türkei zu Korb auf "die Bude" zu packen, schließlich kennen sich beide schon aus der U 21-Nationalmannschaft. In den Tagen von Belek gab es also einigen Austausch über die bevorstehende Rückrunde, nun aber ist beiden vor allem eins gemein: Die zweite Halbserie läuft für sie bislang nicht wirklich so wie erhofft.

Hofmann, der bis zu acht Millionen Euro teure Winterneuzugang aus Dortmund, durfte bislang einmal seine Qualität von Beginn an zeigen - beim 0:1 in Mainz. Ansonsten waren die gut 25 Minuten, die als Einwechselspieler am Samstag gegen Köln ran durfte, schon das einsatztechnisch Höchste der Gefühle für den 23-Jährigen. Und in diesen 25 Minuten agierte er ein wenig unglücklich, ohne wirkliche Bindung, ohne Teil des kollektiven Automatismus Borussia zu sein. Das indes beunruhigt niemanden bei Borussia, ohnehin ist Hofmann per Definition der Vertrags-Unterzeichnung-Pressemitteilung eine Investition mit Weitsicht, oder wie Sportdirektor Max Eberl zitiert wurde: "Wir sehen seine Verpflichtung aber vor allem als langfristige Verbesserung unseres Kaders."

Einzelkritik: Dahoud bester Borusse FOTO: afp, PST

Doch bei genauerem Hinsehen kann man schon konstatieren, dass die ersten beiden Monate als Gladbacher Borusse für Hofmann besser hätten laufen können. Die Konstellation zu Beginn bot jedenfalls Einiges an. Als Hofmann kam, waren in Patrick Herrmann und André Hahn zwei Konkurrenten auf dem Flügel noch mitten in der Reha, Ibo Traoré nicht richtig fit im Trainingslager, und Thorgan Hazard ob der Erfahrungen aus der Hinrunde für Trainer André Schubert nicht gerade erste Wahl. Gute Aussichten eigentlich für Hofmann, durchzustarten. Doch die "Von-Null-auf-Hundert"-Geschichte blieb aus, und Ende Februar stellt sich die Situation auf seiner Position nun wieder deutlich verändert da: Herrmann ist zurück, bei Hahn dauert es nicht mehr lange. Hazard nutzte seine Einsätze ab dem Bremen-Spiel für eine nachhaltige Stammplatz-Bewerbung, und Traoré ist längst wieder fit. Für Hofmann wird es also nicht leichter, zu Spielpraxis zu kommen.

Spielpraxis hatte Julian Korb eigentlich genug, seitdem Schubert im September bei Borussia ans Werk ging. Erst als Rechtsverteidiger gesetzt, dann auch weiter vorne Offensivgeist und Torgefahr herausgekitzelt, dazu Tore gegen Schalke und in der Champions League in Manchester - für Gladbachs Eigengewächs ging es zuletzt immer nur aufwärts. Doch in den vergangenen drei Spielen blieb Korb außen vor. Stattdessen durften Nico Elvedi oder Havard Nordtveit hinten rechts verteidigen. Elvedi machte zuletzt im Derby dabei sein bislang bestes Spiel als Borusse, und kann im Wettbewerb um Spielpraxis mit körperlicher Robustheit und Kopfballstärke punkten.

Die Schubert-Tabelle FOTO: afp, oa-iw

Auch Ibo Traoré stand zuletzt gegen Mainz in der Startelf, das will er zeitnah wieder ändern. Ändern wird sich offenbar nun auch ganz konkret seine Zukunft in der Nationalelf Guineas. Nachdem er ein Jahr Pause in der Auswahl gemacht hatte, steht Borussias Linksfuß nun im vorläufigen Kader seines Landes, das im Rahmen der Afrika-Cup-Qualifikation am 23. und 27. März zweimal gegen Malawi antritt.

Quelle: RP
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