| 12.04 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Vogts warnt Borussia vor Coach Kovac

Berti Vogts warnt BorussiaMönchengladbach vor Coach Kovac
Berti Vogts kennt die Kovac-Brüder gut. FOTO: dpa
Mönchengladbach. Der Ur-Borusse schätzt den neuen Frankfurter Trainer und dessen Arbeit. Die Eintracht ist heute ein Prüfstein für Gladbach. Von Karsten Kellermann

Ein bisschen ist es für André Schubert, den Trainer von Borussia Mönchengladbach, wie der Blick in eine Blackbox. So richtig tiefgehend konnte er seine Mannschaft nicht auf den heutigen Gegner vorbereiten. Denn Eintracht Frankfurt hat den Trainer gewechselt, Armin Veh ist weg, nun ist Niko Kovac verantwortlich für das sportliche Treiben bei den Hessen. "Wir können nicht absehen, wie Frankfurt spielen wird", gesteht Schubert. Es gibt selbst im so gläsernen Bundesligageschäft blinde Flecken der Erkenntnis.

Was die Offensiv-Arbeit angeht, stellt das indes weniger ein Problem dar. Schubert hat den Seinen ohnehin aufgetragen, einfach das eigene Spiel zu machen, unabhängig vom Gegner. Um aber eine passende Defensivtaktik zu entwerfen, weiß er dann doch ganz gern Bescheid über die Ansätze der anderen. Nun muss es aber so gehen - und es sollte auch gut klappen. Weil ein Team wie Gladbach, das zurzeit auswärts nichts bis kaum etwas holt (bei den vier Dienstreisen dieses Jahres sammelte Borussia nur einen Punkt ein), tunlichst seine Heimspiele gewinnen sollte.

Der Druck ist fraglos da, zumal weil es danach zu Schalke 04 geht, einem direkten Konkurrenten im Europa-Rennen also. Die zweite Heimniederlage der Rückrunde (zum Auftakt gab es ein 1:3 gegen Dortmund) wäre äußerst schmerzhaft angesichts der tabellarischen Enge. Erst mal kommt aber Eintracht Frankfurt.

Und Berti Vogts, der Ur-Borusse, warnt seinen Klub dann auch eindringlich vor dem, was da auf ihn zukommt - die Kovac-Brüder nämlich, schließlich ist Robert, den Vogts einst in Leverkusen trainierte, Co-Trainer von Niko. Vogts hat mit dem Gespann einschlägige Erfahrungen gesammelt. Am 13. Oktober 2014 verlor er als Trainer von Aserbaidschan in der EM-Qualifikation 0:6 beim von Kovac und Kovac betreuten Kroatien. Nach dem Spiel stellte er sein Amt zu Verfügung. Inzwischen ist er Berater von US-Trainer Jürgen Klinsmann.

Vogts hält viel vom 1971 in Berlin geborenen Kovac, der im September 2015 vom kroatischen Verband beurlaubt wurde. Als Borussias Trainer Lucien Favre im September 2015 zurücktrat, hätte er sich Kovac als möglichen Nachfolger vorstellen können. Nun freut sich Vogts, dass Kovac, der für Hertha BSC, Leverkusen, den Hamburger SV und den FC Bayern spielte, mit dem er 2003 Deutscher Meister wurde, zurückkehrt in die Bundesliga.

Er ist sich sicher, dass Kovac den ersten Gegner genau kennt, auch wenn er gerade erst wenige Tage im Amt ist. "Er ist ein Kind der Bundesliga, er hat viel Wissen über die Liga. Ich bin fest davon überzeugt, dass es die Eintracht mit ihm schafft", sagt Vogts. Er vermutet, dass Kovac das Projekt Klassenverbleib weniger stürmisch angeht als den Job beim kroatischen Verband. "Niko hat Kroatien sehr offensiv spielen lassen. Das dürfte er in Frankfurt anders machen", sagt Vogts.

So leicht wie das 5:1 im Hinspiel wird es dieses Mal wohl nicht werden für Gladbach. "Niko denkt fußballerisch sehr deutsch. Er legt viel Wert auf Teamgeist, Disziplin und Ordnung, seine Mannschaften sind immer top auf den Gegner eingestellt. Es wird ein schweres Spiel für Gladbach", erklärt Vogts.

Zumindest darauf konnte Schubert sein Team ohne weitere Informationen über taktische oder personelle Pläne seines gleichaltrigen Kollegen vorbereiten. Ansonsten setzt er auf eine gewisse Selbstbestimmtheit seiner Spieler. "Es ist eine große Herausforderung für meine Mannschaft. Wir möchten taktisch flexibler und handlungsfähiger werden - und das könnte gegen Frankfurt gefragt sein. Wir bereiten die Jungs auf eine bestimmte Formation der Eintracht vor, geben ihnen aber auch eine Alternativlösung an die Hand, falls sie es doch anders machen sollte", betont Schubert. Die unbekannte Eintracht ist heute (15.30 Uhr) somit quasi ein Prüfstein für den Entwicklungsstand der Borussen.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Berti Vogts warnt BorussiaMönchengladbach vor Coach Kovac


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.