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Borussia Mönchengladbach
Bonhof: "Es macht Spaß, die Jungs spielen zu sehen"

Borussia Mönchengladbach: Bonhof: "Es macht Spaß, die Jungs spielen zu sehen"
Borussias Vize-Präsident Rainer Bonhof. FOTO: dpa, Roland Weihrauch
Mönchengladbach. Borussias Vize-Präsident Rainer Bonhof spricht über das 3:3 bei 1899 Hoffenheim, seine kurze Verlustangst bei Granit Xhaka, den Doppeltorschützen Fabian Johnson und die Qualität des Gladbacher Spiels.

Herr Bonhof, Borussias 3:3 bei 1899 Hoffenheim war wie das 4:2 gegen den FC Sevilla ein Spektakel, aber eines der anderen Art. Es war ein Kampfspiel.

Bonhof Wir haben gut angefangen, hatten sehr gute Ballpassagen, sind zunächst nicht richtig durchgekommen und haben dann auch das frühe Tor gemacht. Das hätte eigentlich noch mehr Sicherheit geben müssen. Dann haben wir aber zugelassen, dass Hoffenheim uns auskontert. In der zweiten Halbzeit war es dann ein völlig verrücktes Spiel. Wir wollten zielstrebiger an die Sache herangehen, haben uns dann aber durch selbst ins Hintertreffen gebracht durch den Rückpass vor dem 3:1. Wie wir dann aber wieder aufgestanden sind, das ist eine große Kunst. Das ist ein Zeichen der Moral, die im Team ist: Sie wollte einfach nicht verlieren. Das 3:3 war eine absolut brillante Mannschaftsleistung.

Einzelkritik: Bestnote für Johnson FOTO: dpa, ua axs

Haben Sie bei der Szene mit Hoffenheims Kim und Granit Xhaka gezittert um Ihren Kapitän? Es sah aus, als würde Xhaka Gelb sehen, er wäre dann gegen die Bayern gesperrt gewesen.

Bonhof Da habe ich auch erst gedacht: Das kann doch nicht wahr sein, dass er jetzt die Karte sieht. Aber dann hat Kim sie bekommen. Hätte Granit gefehlt, wäre es ein Schlag für uns gewesen. Aber zum Glück hat der Schiedsrichter das richtig gesehen.

Fabian Johnson hatte 2014, als er zu Borussia kam, Probleme ins Team zu kommen. Nun sagt Sportdirektor Max Eberl, er sei auf dem Weg zum Führungsspieler. Wie sehen Sie Johnson?

Bonhof Fabian war eigentlich immer ein Spieler, der sich für die Mannschaft aufgeopfert hat. Im Moment ist er auch extrem produktiv und effektiv. Wie er in Hoffenheim das 3:3 gemacht hat, war herausragend. Es war ein unglaublich zielstrebiger Konter, einer, wie wir ihn uns wünschen. Fabian hat ihn mit großer Coolness vor dem Tor gekrönt. Wie er die beiden Verteidiger aussteigen lässt und auch Torwart Baumann ausguckt, das war schon Klasse gemacht. Ich kann Max Eberl nur beipflichten, dass er im Verbund mit Oscar Wendt auf der linken Seite ein Führungsspieler geworden ist beziehungsweise auf dem Weg dahin ist.

Johnson trifft kurz vor Schluss zum 3:3 in Hoffenheim FOTO: afp, agz

Erinnert Sie die Art und Weise, wie Borussia unter André Schubert spielt, nicht ein wenig an das Spiel der frühen Fohlenelf – ein 4:3 ist besser als ein 1:0?

Bonhof Man kann das nicht vergleichen, der Fußball hat sich total verändert. Aber es mach einfach Spaß, die Jungs spielen zu sehen.

Die Zahl der Gegentore ist gestiegen. Nimmt man das in Kauf bei dieser Art des Fußballs?

Bonhof Man hat die Gegentore im Hinterkopf,  aber es geht vornehmlich um Punkte. Und wenn wir die holen, muss man sicher darauf achten, darf es aber nicht überbewerten.

Was macht André Schubert, das die Mannschaft zu diesen Leistungen bringt?

Bonhof Er hat vor allem in kurzer Zeit, die Köpfe frei gekriegt und entsprechend das Potenzial, das wir alle vermutet haben, wieder freigelegt. Und dann natürlich seine Ideen ins Spiel eingebracht. Dass es nach den fünf Niederlagen so schnell nach oben geht, hätte natürlich niemand gedacht.

Drmic feiert seine Tor-Premiere FOTO: afp, agz

Ist es die Basis, die Ex-Trainer Lucien Favre gelegt hat, auf der aufgebaut werden kann?

Bonhof Sicherlich hat Lucien Favre in den vergangenen viereinhalb Jahren ein Verständnis ins Team reingerbacht, auf dem André Schubert nun aufbauen kann. Er hat dazu ein paar Weichen gestellt: Ein bisschen mehr Risiko, ein bisschen mehr Offensive, ein bisschen mehr Spielfreude. So haben beide ihren Anteil an der aktuellen Situation.

Karsten Kellermann sprach mit Rainer Bonhof

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