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Borussia Mönchengladbach
Borussen-Fans feuern Team vor Boykott an

"Auf zum Derbysieg" - Fans demonstrieren beim Training
"Auf zum Derbysieg" - Fans demonstrieren beim Training FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. 500 Fans kamen zum letzten öffentlichen Training vor dem Derby beim 1. FC Köln. Es gab viel Zuspruch – aber auch eine Forderung. Von Thomas Grulke und Karsten Kellermann

Als Borussias Mannschaft mit Tony Jantschke und Roel Brouwers an der Spitze ein zweites Mal an ihnen vorbeikam, zeigten die Fans, warum sie so zahlreich erschienen waren. "Auf zum Derbysieg!" – diese Anfeuerung hielten die Mitglieder der aktiven Fanszene in großen weißen Buchstaben in die Höhe. Insgesamt 500 Fans nutzten gestern Nachmittag das letzte öffentliche Training vor dem Derby beim 1. FC Köln, um dem Team nach den enttäuschenden Ergebnissen der vergangenen Wochen Mut zu machen und es auf seinem Weg nach Köln zu verabschieden. Denn ein Großteil wird das Derby boykottieren. Aus Protest gegen das DFB-Urteil, nach den Ausschreitungen beim bislang letzten Duell im Februar den Auswärtsfans nur noch ein begrenztes Ticketkontingent und personalisierten Eintrittskarten zu verkaufen. Somit wird die Unterstützung des Teams morgen im Kölner Stadion wohl sehr spärlich ausfallen.

"Die Fans haben sich das genau überlegt und diese Entscheidung unabhängig von der sportlichen Situation getroffen. Das gilt es zu akzeptieren", sagte Verteidiger Tony Jantschke, der sich im Namen der Mannschaft zugleich auch für den wohlwollenden Applaus zum Trainingsbeginn bedankte: "Es ist sensationell, was die Fans hier veranstaltet haben." Beifall für die Spieler, gesonderten Beifall auch für Lucien Favre, der zehn Minuten nach der Mannschaft den Trainingsplatz betrat. Dazu skandierten die Fans: "Auswärtssieg." Morgen soll es endlich etwas werden mit dem ersten Saisonsieg. Und ganz ohne Aufforderung in Richtung der zuletzt so enttäuschenden Spieler waren die Fans dann doch nicht zum Training erschienen. Die Botschaft "Das Derby ist die Möglichkeit - zeigt, wozu ihr fähig seid!!! Auf zum Derbysieg!!!" entrollten sie indes erst, als sich das Team zum Fußball-Tennis in der Platzmitte eingefunden hatte. Die Demonstration des Zusammenhalts sollte im Vordergrund stehen - auch wenn die Fans morgen in Köln nicht dabei sein werden.

Karsten Kellermann

"Es ist natürlich schade für unsere Spieler, vor einem leeren Fanblock zu spielen, aber wir respektieren die Entscheidung. Der Boykott ist frühzeitig kommuniziert worden und bekannt gewesen, so dass wir uns schon länger darauf einstellen konnten", sagte Manager Max Eberl. Geschäftsführer Stephan Schippers, auch Mitglied des DFL-Aufsichtsrates, glaubt, dass das Signal der Fans ankommt: "Wir alle haben das gleiche Ziel: Wir wollen auch künftig sportlich brisante, aber faire Derbys haben und dies in einem stimmungsvollen Rahmen mit zehn Prozent Gästefans und nicht mit Ausschreitungen, wie es sie in der Vergangenheit leider immer wieder gegeben hat. Dafür brauchen wir die Fans, die sich durch ihr Verhalten nicht den Ast absägen dürfen, auf dem sie sitzen. Ich werbe immer dafür, dass wir es nicht soweit kommen lassen dürfen, dass die Politik solche Dinge reguliert."

Quelle: RP
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