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Borussia Mönchengladbach
Borussia – eine fotografische Heimatkunde

Borussia Mönchengladbach: Borussia – eine fotografische Heimatkunde
Auch Raffael ist in dem Buch zu finden FOTO: Markus Bullik
Mönchengladbach. Der renommierte Fotograf Markus Bullik widmet sich in seinem im Herbst erscheinenden Fotoband Borussia als gesellschaftlichem Phänomen. Auf Schwarz-Weiß-Porträts fängt er die Fußball-Leidenschaft über ihre Menschen ein. Von Stefan Klüttermann

Es ist nicht so, dass ein akuter Mangel an Büchern über Borussia bestünde. Die vergangenen Jahre haben da ja nachweislich einiges zutage gefördert. Und doch machte sich Markus Bullik seit 2014 daran, seine ganz eigene Idee eines Borussia-Buchs voranzutreiben. Nun gewährte der international tätige Werbe- und Reportagefotograf einen ersten Einblick, was als Ergebnis dabei herausgekommen ist und im Oktober auf knapp 168 Seiten im Laden liegen soll.

"Heimspiel - Menschen bei Borussia" heißt das Werk, und die Bezeichnung Bildband täte ihm wohl unrecht. Der Kunstbuchverlag Kettler aus Dortmund bietet die Unterzeile "Eine fotografische Heimatkunde aus der Welt des Fußballs" an. "Letztlich geht es darum, den gesellschaftlichen Schmelztiegel, den ein Spiel im Borussia-Park ausmacht, einzufangen und widerzugeben", sagt Bullik. In den zurückliegenden zwei Spielzeiten durfte sich der aus Wegberg stammende Fotograf nach Belieben bei den Heimspielen tummeln.

Was er dabei in knapp 400 eindringlichen Schwarz-Weiß-Fotos festhielt, von denen rund 100 Eingang ins Buch finden, sind intensive Porträts der verschiedenen Protagonisten im Stadion. Vom Profi über den Ordner, den TV-Reporter, den Schiedsrichterassistent, den Pfandsammler, das Maskottchen, den berittenen Polizisten. "Sie alle sind in diesen Stunden Borussia, sie alle bilden das Erlebnis Borussia. Ohne Standesdünkel", sagt Bullik.

Fotos: Heimspiel - Menschen bei Borussia FOTO: Markus Bullik

Bullik hat Ethnologie und Fotografie studiert. Die Fotografie wurde sein Beruf, seine Passion wurde das aussagekräftige Porträt. Und so machte er sich in der Vergangenheit vor allem als behutsamer Chronist von Brauchtum und Kulturräumen einen Namen, ob nun mit Fotoserien aus Indien oder Nepal. Doch nun ist er wieder zurück am Niederrhein, und so übertrug er seinen fotografischen Dokumentationsansatz auf das gesellschaftliche Phänomen Borussia. "Wo, wenn nicht hier, tummeln sich so viele verschiedene Menschen auf einem Fleck? Und alle verbindet dieselbe Leidenschaft: Borussia", sagt Bullik. Beim Verein selbst stieß das Projekt dann auch auf offene Arme.

Die Fotos laden förmlich dazu ein, auf ihnen mit den Augen spazieren zu gehen. Durch die Schwarz-Weiß-Optik offenbart jede abgelichtete Person ganz eigene Details, die zuweilen auch erst auf den zweiten Blick auffallen. Doch ganz ohne Text kommt auch diese fotografische Gesellschaftsstudie nicht aus, und so wird es Gastbeiträge von Menschen geben, die ebenfalls eine ganz besondere Beziehung zu Borussia entwickelt haben, sei es aus dem Journalismus, aus der Unterhaltungsbranche, aus der Mode oder der Wissenschaft.

Borussia Mönchengladbach: Einblicke in Bildband "Wir leben Borussia" FOTO: Przemek Niciejewski

Parallel zum Buchprojekt soll im Herbst im Nordpark eine Ausstellung zu den Fotografien im Kunstbunker stattfinden. Kunst- und Werbefachmann Edgar Janzen, ein Förderer des Buchprojekts, ist dafür ein erprobter Partner. Und wo wären die Fotos für eine Ausstellung besser aufgehoben als im Nordpark, in Sichtweite zum Borussia-Park? Näher können Inspiration und Ergebnis eines Projekts jedenfalls kaum nebeneinanderliegen.

Quelle: RP
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