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Borussia Mönchengladbach
Borussia geht in zukunftweisende Rückrunde

Die Schubert-Tabelle
Die Schubert-Tabelle FOTO: afp, oa-iw
Mönchenglabach. Gladbach gegen Dortmund ist auf den ersten Blick ein Duell zweier Spitzenmannschaften, von denen die eine (der BVB) die Champions League im Sommer wieder erreichen muss und die andere (Mönchengladbach) die Champions League am Saisonende wieder erreichen will. Von Stefan Klüttermann

Dortmund muss ein zweites Jahr abseits der Fleischtöpfe der Champions League verhindern, vor allem, um einen teuren Kader dauerhaft finanzieren zu können. Gladbach hat die Premiere in der Champions League richtig gut gefallen, eine Wiederholung wäre fantastisch, aber man ist weit davon entfernt, daraus öffentlich eine Verpflichtung abzuleiten.

Doch diese für die niederrheinische Sichtweise inzwischen typische Bodenhaftung stimmt eben nur auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick kann auch in Gladbach beim Ziel Champions League aus dem "Wollen" schnell ein "Müssen" werden. Nicht, weil der Kader sonst nicht mehr zu bezahlen wäre, sondern weil der Blick in die nahe und mittelfristige Zukunft zeigt: Wer als Team mit Europapokal-Ambitionen die Königsklasse verpasst, avanciert künftig zum ersten Verlierer.

Warum? Der neue TV-Vertrag der englischen Premier League, der ab Sommer greift und den Klubs insgesamt sieben Milliarden Euro für drei Jahre garantiert, wird dazu führen, dass ein ohnehin schon überhitzter Transfermarkt noch einmal an Temperatur zulegt. Schneller müssen die Kaderplaner um Max Eberl und Steffen Korell dort schon seit längerem sein, um begehrte Talente zu bekommen. Aber schnell sein reicht nicht. Borussia muss mit Perspektive und Geld werben. Und die beste Perspektive und die meisten Millionen bietet die Königsklasse. Die Konkurrenz um eine Top-Vier-Platzierung ist groß, buhlen hinter den Bayern und in der Regel dem BVB Wolfsburg, Leverkusen, Schalke und aktuell auch Hertha BSC mit Borussia um maximal zwei Königsklassen-Tickets.

In der Rückrunde, in die Borussia als Tabellenvierter geht, wird es eine Herausforderung, am Ende unter den Top fünf einzulaufen, also garantiert im Europapokal vertreten zu sein. "Für uns wird jedes Spiel so sein, dass wir gegen Mannschaften spielen, die uns bezwingen wollen, die uns als den Favoriten sehen – vielleicht nicht Dortmund, vielleicht nicht die Bayern, aber alle anderen werden uns in diese Rolle drängen", sagt Eberl. Im Winter holte er Jonas Hofmann vom BVB für mehr als sieben Millionen Euro. Für Verteidiger Martin Hinteregger würde im Sommer eine hohe einstellige Millionensumme fällig. Beide sind große Transfers, aber sie wären für Gladbach später im Jahr vielleicht unerschwinglich gewesen.

Quelle: RP
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