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Borussia Mönchengladbach
Borussia hat große Probleme mit den Standards

Einzelkritik: Note 6 für Stindl
Einzelkritik: Note 6 für Stindl FOTO: dpa, jai
Sevilla. Für eine sportliche Durststrecke wie die, die Borussia gerade durchläuft, gibt es viele Gründe: Formschwäche, Verletzungspech, eine nicht abgeschlossene Integration der Neuzugänge. Ein Punkt, der in diesem Zusammenhang erst auf den zweiten Blick in den Fokus rückt, sind dabei die evidenten Probleme der Borussen bei Standards - defensiv wie offensiv. Man lässt über gegnerische Standardsituationen in diesen Wochen einfache Gegentore zu und verbaut sich zudem durch schlechte Ausführung eigener Standards die Aussicht auf gerade in Zeiten spielerischer Armut so wichtige einfache Tore.

Drei Elfmeter verursachten Yann Sommer, Roel Brouwers und Tony Jantschke in Sevilla, Marvin Schulz bescherte Bremen einen Strafstoß, und der Werderaner Jannik Vestergaard wie auch der Hamburger Pierre-Michel Lasogga kamen nach Eckbällen per Kopf zu Treffern gegen Borussia. Dabei ist das Zulassen von Gegentoren nach Standards nur die eine Hälfte des Problems, die andere ist die, dass Gladbach augenblicklich zuvor schon zu viele Fouls rund um den eigenen Sechzehnmeterraum begeht. Für Lucien Favre sind solche unnötigen wie folgreichen Fouls ein Graus. In der Vergangenheit verstand seine kompakt verteidigende Mannschaft es vorzüglich, solche Fouls zu vermeiden. Der Gegner verfing sich meist ohne regelwidriges Dazutun in der Gladbacher Defensive.

Dieser Tage "lassen wir den Gegner viel zu einfach in den Sechzehner hinein", wie Yann Sommer anprangert. Oder die Borussen sind auf Fouls angewiesen, um das leichte Durchbrechen der Gegner gegen zu weit auseinanderstehende Mannschaftsteile zu verhindern. "Sie waren sehr clever, von uns war es das bestimmt nicht immer. Wir müssen gucken, dass wir es dem Gegner wieder schwerer machen, ein Tor zu erzielen", sagte Sommer im Rückblick auf Sevilla.

Und auf der anderen Seite? In Borussias Offensive? Da könnte der gegnerische Torwart in dieser Spielzeit bei Borussen-Standards bislang auch eine Auszeit nehmen, gefährlich wird es eh nie. Egal, ob ein Thorgan Hazard oder ein Ibo Traoré die Ecken und Freistöße Richtung Tor schlagen, Kapital aus selbigen können die Kollegen ob der Qualität der zu hoch, zu niedrig, zu weit oder zu kurz geschossenen Flanken eh nicht schlagen. Der Freistoß vor Brouwers' Großchance in Sevilla bildete da die Ausnahme. Durch schwach getretene Standards bringen sich die Borussen selbst um einfache Tore. Und gerade die wären ein brauchbares Gegengewicht zu dem Problem, aus dem Spiel heraus Chancen zu kreieren. So sind die Standards längst zum Problem geworden in Gladbach. Vorne wie hinten.

(klü)
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