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Borussia Mönchengladbach
Borussia-Hotel könnte 2017 fertig sein

Borussia-Hotel könnte 2017 fertig sein
Ein Blick von Nordwesten auf den geplanten Hotelkomplex (rechts) an der Haupttribünenseite des Borussia-Parks. In dem Komplex sollen neben Hotel ein Borussen-Museum, der Fanshop und die Medicoreha untergebracht werden. Auch einen Biergarten für 4000 Fans soll es geben. FOTO: slapa oberholz pszczulny
Mönchengladbach. Der Verein konkretisiert die Planungen zum Neubau des Komplexes mit Hotel, Museum, Fanshop und Reha-Zentrum. Für 2014 weist Borussia einen Rekordumsatz von fast 130 Millionen Euro und einen Gewinn von 12,8 Millionen Euro aus. Von Stefan Klüttermann

Welche Bedeutung Bau und Eröffnung des Borussia-Parks 2004 für die Entwicklung Borussias hatten, braucht Stephan Schippers niemandem mehr zu erläutern. Ohne das neue Stadion stünde der Verein niemals da, wo er heute steht. Deswegen ist es dann auch ein gewichtiger Vergleich, wenn Gladbachs Geschäftsführer nun sagt, der neue Hotelkomplex, der hinter der Westseite der Arena im Nordpark entstehen soll, könne einen vergleichbaren Entwicklungsschritt für den Verein darstellen. Just dieses Bauvorhaben wird nun immer konkreter.

Den entsprechenden Entwurf Düsseldorfer Architekten hat Schippers schon auf seinem PC, und gestern Abend bei der Jahreshauptversammlung im Borussia-Park zeigte Borussia ihn auch den Mitgliedern. Zu sehen ist ein futuristisch anmutender, langgezogener Komplex mit einer riesigen Glasfront. Im sechsgeschossigen Gebäude sollen, so die bisherige Ausarbeitung, neben einem Hotel der Lindner-Gruppe auch ein Borussen-Museum, der Fanshop, das Reha-Zentrum Medicoreha, Arztpraxen sowie Appartements für Nachwuchsspieler einziehen. Das Oberthema Fußball ziehe sich dabei gestalterisch bis in jedes Hotelzimmer hinein, heißt es.

Die Intention hinter dem Projekt ist klar: Die Zahl der Veranstaltungen am Borussia-Park, also die der Firmenfeiern, Kongresse oder Tagungen soll erhöht werden, neu geschaffene Übernachtungsmöglichkeiten in Form von 128 Zimmern sollen die Attraktivität des Standorts erhöhen. Durch den Umzug der Medicoreha werden zudem im Stadion selbst Kapazitäten frei, die wiederum Raum für neue Möglichkeiten der VIP-Bewirtung schaffen. Das alles soll letztlich mehr Geld in die Kasse spülen, denn in der Fußball-Branche lautet heute das Credo "Sich vom Ergebnis des Wochenendes wirtschaftlich unabhängig machen", sprich: Einnahmemöglichkeiten jenseits des rein sportlichen Bereichs verstärkt zu schaffen. Die Finanzierung des Neubaus steht bereits. "Die Verträge sind ausgearbeitet", sagte Präsident Rolf Königs am Abend. Geht es nach Borussia, soll noch vor Weihnachten die Baugenehmigung seitens der Stadt vorliegen. Dann würde die Ausschreibung folgen, und im Optimalfall, so Königs, könnte der Bau bis Ende 2017 fertig sein.

Ebenfalls in Planung: ein Biergarten für 4000 Fans, mit Borussia als Betreiber. In Bezug auf den Borussia-Park selbst sieht der Zeitplan übrigens vor, bis spätestens 2036 den Kredit an die Stadt zurückgezahlt zu haben. Ab 2018 will Borussia dafür jährlich vier Millionen Euro überweisen.

Dass Borussia ein Projekt wie den geplanten Hotelkomplex überhaupt stemmen kann, liegt vor allem daran, dass der Verein eben mittlerweile eine Jahresbilanz vorlegt, wie er es jetzt für 2014 tun konnte: Ein Rekordumsatz von 130 Millionen Euro, ein Gewinn nach Steuern von 12,8 Millionen Euro und eine Eigenkapitalquote von 30 Prozent, die jedem Wirtschaftsprüfer ein anerkennendes Nicken und Ligakonkurrenten ein neidvolles Stauen entlocken dürfte. Denn die Eigenkapitalquote weist aus, wie hoch der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital ist. Je höher die Quote, desto höher ist die finanzielle Stabilität des Unternehmens und die Unabhängigkeit gegenüber Fremdkapitalgebern. Ein Unternehmen mit 15 Prozent gilt gemeinhin als gesund. "Da stehen wir schon sehr gut da", sagte Schippers. Mit dem Hotel soll alles noch besser werden.

Quelle: RP
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