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Borussia Mönchengladbach
Borussia vertraut Schubert

Fotos: Die Trainer-Galerie von Borussia Mönchengladbach
Fotos: Die Trainer-Galerie von Borussia Mönchengladbach FOTO: dpa, mb jhe
Meinung | Mönchengladbach. Entscheidungen sind das Ergebnis vieler Faktoren. Wenn sich ein Klub dazu entscheidet, den Vertrag eines Trainers vorzeitig zu verlängern, hat das vor allem mit Erfolg zu tun. André Schubert hat Erfolg in Gladbach. Von Karsten Kellermann

65 Punkte hat er in "seiner" Saison ligatechnisch geholt, er hat Borussia in die Champions League geführt und er hat in der aktuellen Spielzeit einen sehr guten Start mit zehn Punkten hingelegt. Er hat sich die Vertragsverlängerung verdient.

Borussia hat sich also langfristig (bis 2019) für Schubert entschieden. Sportdirektor Max Eberl zeigt damit, dass er Schubert zutraut, das Projekt Borussia weiterzuentwickeln. Schubert hat das schon getan: Er hat in relativ schnell und unter zuweilen widrigen personellen Umständen auf der Basis seines Vorgängers Lucien Favre "seine" Borussia gebaut: eine, die torhungrig ist und sehr flexibel und unterhaltsam.

Dass es trotz der Erfolgsgeschichte noch viele Fans gibt, die mit Schubert als Trainer nicht richtig warm geworden sind, zeigen die Debatten in den einschlägigen Foren. Vor allem sein taktisches Markenzeichen, die Dreierkette, ist ein ständiger Diskussionsanlass für die Fans. So recht trauen sie dem Braten nicht. Schuberts defensive Bilanz ist jedoch in Ordnung und nach vorn macht seine Version von Borussia Spaß. Der Trainer, im vergangenen Jahr als Novize in den Bundesliga-Zirkus eingestiegen, lässt Borussia attraktiv spielen, was auch ein gewisses Risiko bedeutet. Doch in der Summe hat er Erfolg mit seinem Ansatz.

Natürlich ist jede vorzeitige Vertragsverlängerung auch ein Risiko. Geht es schief, kommt die Frage: Was das zu voreilig? Aber: Es gibt nicht wirklich Hinweise darauf, dass es schief geht bei Borussia, zumindest dann nicht, wenn man mit realistischen Maßstäben an die Sache herangeht. Dass der Trainer (und sein Team) gerade nach einer Delle mit den Niederlagen in Freiburg und Manchester sieben Punkte holten und sich ganz anders wehrten als zuvor, hat Eberl als Lerneffekt gewertet und es hat ihm durchaus imponiert. Er hat "eine gute Reaktion" gesehen und hat nun selbst darauf reagiert.

Der Klub bleibt sich nebenbei treu und setzt auf Kontinuität. Der Zeitpunkt der Entscheidung ist sicherlich etwas überraschend, aber in Kürze wäre angesichts des bis zum Saisonende datierten Vertrages ohnehin die Frage nach der Trainer-Zukunft gekommen. Es wäre zur Vertrauensfrage geworden – Borussia hat sie beantwortet, bevor sie auf der Agenda ist: Sie vertraut Schubert und seiner Arbeit. Das ist die Botschaft der Entscheidung, seinen Vertrag zu verlängern.

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