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Borussia Mönchengladbach
167 Minuten in Führung und Elvedis letztes Spiel als Teenager

Borussia Mönchengladbach: 31 Minute vorne gegen den FC Barcelona
Zu spät gegen Arda Turan: Aber mit noch 19 Jahren kann Nico Elvedi eben auch noch etwas lernen. FOTO: dpa
Mönchengladbach. Fünfmal hat Borussia Mönchengladbach in der Champions League das 1:0 geschossen, aber erst einmal gewonnen. Da ist in Zukunft noch Luft nach oben. Aber einige Spieler stehen eben noch ganz am Anfang. Von Jannik Sorgatz

Eine halbe Stunde an der Sensation geschnuppert

Acht Champions-League-Spiele hat die Borussia in ihrer Geschichte absolviert, und noch immer keins gegen ein Team von überschaubarer Klasse, sofern das in diesem Wettbewerben überhaupt möglich ist. Dreimal ging es gegen Manchester City, zweimal gegen Juventus Turin, zweimal gegen den FC Sevilla und nun eben gegen den FC Barcelona. Fünf Niederlagen in acht Spielen klingen, mal rein ergebnisorientiert betrachtet, etwas ernüchternd. Aber immerhin hat die Borussia in ihrer kurzen Königsklassen-Historie 167 Minuten lang in Führung gelegen: 61 gegen Sevilla, 49 gegen Manchester, 31 gegen Barcelona und 26 gegen Turin. Unter diesen Voraussetzungen zuverlässiger zu punkten, das wäre dann der nächste Schritt.

Tagessieg für Raffael

Raffael zog sich schnell die Trainingsjacke über den Kopf, dann das Trikot von Neymar. Wenn der Superstar aus der Heimat zum Trikottausch kommt, verfällt sogar der sonst so ruhige Herr Caetano de Araujo, wohnhaft in Meerbusch, kurz in Hektik. Neymar hatte Barcelonas Spiel mit der tollen Vorlage zum 1:1 doch noch seinen Stempel aufgedrückt. Aufgrund seiner Verletzung konnte Raffael es nur eine Halbzeit lang tun. Den Tagessieg im Brasilianer-Duell darf man ihm trotzdem zusprechen. Und irgendwann gibt es dann vielleicht den Titel "Bester Brasilianer ohne Länderspiel" noch dazu. 

Ab Sonntag ohne Teenager

Am Freitag feiert Nico Elvedi seinen 20. Geburtstag. Das ist in erster Linie deshalb bemerkenswert, weil es einen noch einmal daran erinnert, dass der Schweizer seine nunmehr 32 Pflichtspiele für die Borussia als Teenager absolviert hat. Damit schließt Elvedi auf zu Mo Dahoud und Andreas Christensen, die sich ihr Alter meist ebenso wenig anmerken lassen. Gegen Barcelona gewann Christensen 75 Prozent seiner Zweikämpfe. Dahoud lief so viel, dass sein Kilometerzähler nach zwei Spielen bei 25,112 steht. Nur Jorginho vom SSC Neapel hat in der Champions League noch 128 Meter mehr zurückgelegt.

Das Free-TV darf sich auf Gladbach freuen

Das ZDF hätte seinen Zuschauern mit der Partie Borussia gegen Barcelona einen unterhaltsamen Abend geboten. Im Nachhinein lässt sich das kaum abstreiten. So eine beinahe von Erfolg gekrönte Underdogstory goutiert das Publikum sowohl bei Spielfilmen als auch bei Fußballspielen in der Regel. Am 23. November hievt das ZDF im besten Fall also eine Fortsetzung der Borussia-Bemühungen um Champions-League-Punkte in Free-TV, wenn Manchester City an den Niederrhein kommt. Atlético Madrid gegen Bayern München sahen am Mittwoch 8,32 Millionen Menschen, nur einmal seit 2014 waren es bislang mehr in der Gruppenphase.

Offener als gedacht

Borussia hat sich also enorm gesteigert im Vergleich zum 0:4 gegen Manchester und gegen Barcelona eine halbe Stunde lang geführt. Derweil holte Celtic Glasgow ein 3:3 gegen City, Gruppe C ist dann doch ausgeglichener als der erste Spieltag mit den beiden Kantersiegen für die Favoriten vermuten ließ. An Gladbachs Aufgabe, gegen Celtic mindestens vier Punkte zu holen, hat sich nichts geändert. Dann dürften die Schotten in einem der beiden verbleibenden Spielen gegen Barca und Manchester sogar zwei Punkte holen, Borussia wäre immer noch Dritter. Am 19. Oktober geht es weiter. Der FC Bayern empfängt dann übrigens live im ZDF die PSV Eindhoven.

 
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