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Vor dem Derby
Gladbacher Ärger über Kölner Fan-Demo

Borussia Mönchengladbach: Ärger über Kölner Fan-Demo
Ein Kölner Fanmarsch aus dem Jahr 2014 - so könnte es am Samstag auch in der Rheydter Innenstadt aussehen, wenn die FC-Fans ab 11 Uhr demonstrieren. FOTO: Imago
Mönchengladbach. Die geplante Demonstration von Kölner Fans in Rheydt vor dem rheinischen Derby sorgt für Empörung bei Anwohnern und Geschäftsleuten. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot in der Innenstadt, verbieten kann sie die Aktion nicht. Von Andreas Gruhn

Die für Samstag geplante Demonstration von Kölner Fans in der Rheydter Innenstadt sorgt für großen Unmut in Mönchengladbach. Sowohl die Polizei als auch die Stadtverwaltung erreichen viele Anrufe, Mails und Facebook-Nachrichten von Bürgern, die sich darüber beschweren, wie man das denn genehmigen könne. "Das kann man nicht genehmigen. Das Recht zu demonstrieren ist ein Grundrecht", sagt Polizeisprecher Willy Theveßen. "Wer demonstrieren will, muss das anmelden. Die Polizei kann Auflagen machen, was wir auch in diesem Fall getan haben. Aber wir sind in der Pflicht, die Versammlung zu ermöglichen." Die Aktion der Kölner Fans richtet sich gegen Sicherheitsauflagen zum Derby am Samstag im Borussia-Park. Das Kontingent an Gästetickets wurde halbiert, und die Tickets sind personalisiert. Das verlangen Auflagen des DFB im Nachgang zum Kölner Platzsturm im Borussia-Park vor einem Jahr.

Die Demonstration beginnt um 11 Uhr am Rheydter Bahnhof, zieht über die Dahlener Straße, Stresemannstraße, Harmoniestraße und Marktstraße auf den Harmonieplatz. Der Zugweg ist 750 Meter lang, erwartet werden offiziell 500 bis 800 Kölner. Die Polizei kündigte für Samstag ab 9 Uhr bis in die Nachmittagsstunden Sperrungen und erhebliche Verkehrsbehinderungen an. Erwartet wird ein Großaufgebot der Polizei. Nach Informationen unserer Redaktion sollen mehrere Hundertschaften aus NRW, Hundestaffeln, Pferdestaffeln, Hubschrauber und Wasserwerfer bereitstehen.

Dass die Kölner Fans in Mönchengladbach demonstrieren wollen, löst vielerorts in Gladbach Unverständnis und Ärger aus. "Ich finde das sehr unglücklich, die Kölner Demonstration ist hier nicht willkommen. Sie wissen genau, was passieren kann", sagt die Rheydter Bezirksvorsteherin Barbara Gersmann. "Die Kölner können gerne gegen Auflagen protestieren, aber muss das wirklich in Mönchengladbach sein?" Die Rheydter Geschäftsleute sind erbost über den Demonstrationsweg. "Für die Innenstadt ist das eine Katastrophe. Die Geschäfte können ihre Tür zumachen, es macht kaum Sinn, den Laden zu öffnen. Es wird keiner kommen", schimpft Christoph Hartleb, Vorsitzender des Rheydter Citymanagements. "Vom Bahnhof fahren Shuttlebusse zum Stadion, auf der Bahnhofstraße stimmen sich Borussen-Fans aufs Spiel ein - da sehe ich ein nicht unerhebliches Gefahrenpotenzial", sagt Hartleb. Zeitgleich zur Demonstration findet in der Rheydter Fußgängerzone auch der Rheydter Wochenmarkt statt.

Rheydter Bürger haben gestern Mittag im Internet eine Petition gestartet für eine Absage - durch wen auch immer - oder eine Verlegung an einen anderen Veranstaltungsort. Innerhalb weniger Stunden trugen sich mehrere Hundert Unterzeichner ein. "Wir sind es satt, dass Rheydt den Schaden nehmen muss", schimpfte Petra Eskici, die die Petition gestartet hat.

Bisher lägen weder Tatsachen noch belastbare Hinweise vor, die ein eventuelles Versammlungsverbot rechtfertigen könnten, teilte die Polizei mit. "Die Sorgen der Geschäftswelt und der Anwohner in Rheydt kann ich gut verstehen", sagte Polizeipräsident Mathis Wiesselmann. "Das Versammlungsrecht lässt ein Verbot der Demonstration aber nicht zu, alle möglichen Auflagen wurden ausgesprochen."

Quelle: RP
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