| 15.10 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Unter diesen Umständen reicht Platz sieben für Europa

Das Restprogramm der Europapokal-Kandidaten
Das Restprogramm der Europapokal-Kandidaten FOTO: afp, KD
Mönchengladbach. Zuletzt qualifizierte sich der Siebte der Bundesliga zweimal in Folge für den Europapokal. 2011 war Schalke 04 der letzte DFB-Pokalsieger, der für Europa auf den Titel angewiesen war. Dieses Jahr hilft unter anderem ein einfacher Merksatz.

Oft herrschen Verwirrung und Uneinigkeit, wenn von "Europa" die Rede ist. Gemeint ist in diesem Fall der Fußball, nicht die Politik. Denn aus Sicht der Bundesligavereine gibt es ganz verschiedene Typen von "Europa". Das eine bringt auf den Plätzen eins bis drei die direkte Qualifikation für die Gruppenphase der Champions League. Platz vier mit den Play-offs ist ein Umweg dahin. Platz fünf bringt auf jeden Fall den Einzug in die Gruppenphase der Europa League, genauso der DFB-Pokalsieg. Der Sechstplatzierte steigt laut Regularien in der 3. Qualifkations-Runde ein und muss danach noch die Play-offs überstehen. 

Dieser Regelfall wird aller Voraussicht nach auch in der dritten Saison, in der Deutschland wieder sieben Europapokal-Tickets zu vergeben hat, keine Anwendung finden. 2014 holte Meister Bayern München den DFB-Pokal und der FSV Mainz 05 durfte in die Europa-League-Qualifikation. 2015 wurde der Vizemeister VfL Wolfsburg Pokalsieger, womit das Ticket ebenfalls an den Siebten weitergereicht wurde – der hieß, genau wie der unterlegene Finalist, Borussia Dortmund.

Werder Bremen im Fokus

Die Bedeutung des siebten Platzes für die laufende Saison könnte bereits in einer Woche geklärt sein. Ziehen dann Bayern und Dortmund ins Pokalfinale ein, würde der Siebte auf jeden Fall nachrücken und der Sechste erst in der Gruppenphase einsteigen, nicht schon in der Quali. Da Hertha BSC ebenfalls gute Aussichten hat, gilt ansonsten der Merksatz: Der Siebte kommt nach Europa, wenn Werder Bremen nicht den Pokal gewinnt.

Wenn Hertha im eigenen Stadion den Titel holen sollte, wäre das für den Rest der Liga nur relevant, wenn die Berliner in der Liga noch auf den siebten Platz zurückfallen würden (vor dem Achten haben sie zehn Punkte Vorsprung). In dem Fall wären sie als Pokalsieger in der Gruppenphase der Europa League gesetzt und der Sechste der Liga müsste – anders als im Vorjahr, damals wurde das Prozedere neu geordnet – in die Qualifikation.

Wolfsburg - Real ist egal

Nach dem Wolfsburger Sensationserfolg gegen Real Madrid schwirrt immer wieder das Gerücht durch die Luft, ein Champions-League-Sieg der "Wölfe" hätte Auswirkungen auf die Vergabe der Plätze in der Königsklasse. Seit dieser Saison lässt die Uefa jedoch fünf Mannschaften aus einer Liga zu, früher stand in den Regularien: "Kein Landesverband darf (...) mehr als vier Vereine stellen." 2012 noch schubste der FC Chelsea als Champions-League-Sieger und Premier-League-Sechster Tottenham Hotspur, den Vierten, aus der Königsklasse. In dieser Saison waren erstmals fünf spanische Mannschaften am Start.

Das Chelsea-Tottenham-Szenario kommt nur noch zum Tragen, wenn die Gewinner der Champions League und der Europa League aus einem Land kommen und sich gleichzeitig beide nicht für die Champions League qualifiziert haben. Borussia Dortmund, das letzte deutsche Team in der Europa League, ist jedoch sicher dabei.

Bereits nach dem 5:0 gegen Hertha verwies Gladbachs Sportdirektor Max Eberl auf den komfortablen Vorsprung von damals sieben Punkten auf den Achten aus Wolfsburg, jetzt sind es sechs. Nach den Halbfinalspielen im DFB-Pokal kommende Woche könnte er das auch offiziell tun. Am Dienstagabend sind Borussias Fans zudem völlig frei in ihrer Entscheidung, wem sie beim Duell zwischen Real und Wolfsburg die Daumen drücken – und natürlich darf ihnen der Ausgang auch völlig egal sein.

(jaso)
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