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Borussia Mönchengladbach
Dominguez' Vorwürfe zur Unzeit

Das ist Alvaro Dominguez
Das ist Alvaro Dominguez FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Am Sonntag kommt Mainz. Es ist ein Spiel von großer Bedeutung für die Borussen. Da wird sich wohl entscheiden, wie es wird an Weihnachten. Ein Sieg kann die Blockade der vergangenen Wochen lösen. Aber was, wenn das nicht gelingt? Von Karsten Kellermann

Dann geht die Welt nicht unter, und tatsächlich, darauf hat Verteidiger Jannik Vestergaard im Gespräch mit unserer Redaktion hingewiesen, gibt es gefährlichere Situationen im Fußball. Gleichwohl hat er gesagt, dass drei Siege bis zur Winterpause gut tun würden, um Ruhe reinzubringen in die Borussen-Welt. Mainz muss ein Anfang sein. Quasi ein Neuanfang. Vor allem die Wende. Volle Konzentration ist also nötig.

Doch die Rahmenbedingungen des Spiels am Sonntag in Mainz sind unerquicklich. Zum einen, weil die Borussen in Barcelona nicht nur die erwartete Niederlage kassierten, sondern auch das Ansinnen, sich gut zu verkaufen, nicht umsetzen konnten. Am Donnerstag kam aus Spanien noch mehr Ungemach. Alvaro Dominguez, der am Dienstag gut eine Stunde vor dem Anpfiff des Spiels in Barcelona sein Karriereende per Videobotschaft verkündet hatte, erhebt schwere Vorwürfe gegen den Klub. Er macht Borussia dafür verantwortlich, dass er nicht mehr spielen kann, und erwägt, den Klub zu verklagen.

"Ich prüfe alle Optionen und bin in den Händen von sehr guten Anwälten in Deutschland", sagte er in einem Interview mit der Zeitung "Marca". Dominguez schildert seine Krankengeschichte detailliert. Seine Probleme seien nicht ernst genommen worden, sagte Dominguez. Trotz der anhaltenden Schmerzen habe der Verein gefordert, er solle weiterspielen. Bei Borussia seien keine weiteren Untersuchungen durchgeführt worden, so dass er Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in München aufsuchte. "Er schlug die Hände über dem Kopf zusammen und fragte mich, ob ich wirklich so gespielt hätte." Müller-Wohlfahrt habe ihm dann zu einer Operation geraten. "Ich habe den Vereinsverantwortlichen erklärt, dass ich etwas sehr Schwerwiegendes habe, dass ich gelähmt bleiben könnte, wenn ich weiterspiele", sagte Dominguez. Dennoch habe man ihn gebeten, die Operation bis zur Winterpause zu verschieben. Die Schmerzen seien aber zu groß gewesen, sagte Alvaro Dominguez.

Dominguez beklagt fehlende "Menschlichkeit"

"Niemand hat einen Finger gerührt, um mir zu helfen. Es war bei Borussia kein Respekt vorhanden, keine Menschlichkeit", klagte Dominguez. Einen Klub, dem das Familiäre sehr wichtig ist, treffen solche Worte hart. Sportdirektor Max Eberl hatte Dominguez am Dienstag in Barcelona noch Unterstützung zugesichert. Das Angebot erneuerte Eberl gestern. Die Schilderungen des Spaniers kann der Manager nicht nachvollziehen. "Alvaro erhebt leider schwere Vorwürfe, die wir weder verstehen noch nachvollziehen können", sagte Eberl. "Wir haben natürlich vollstes Verständnis für seine Emotionen nach dieser für ihn so schwerwiegenden Entscheidung, aber ich kann so viel sagen, dass unser Ärzteteam medizinisch alles menschenmögliche getan hat, um ihm zu helfen, so wie es auch der Klub in Form von allen Beteiligten getan hat, dort, wo wir es konnten und durften", sagte Eberl.

Sicherlich werden die Aussagen von Dominguez auch ein Thema in der Kabine der Borussen sein. Das Interview kommt für Gladbach zu einem sehr unpassenden Zeitpunkt, passt aber in die Gesamtsituation: Es gibt viele Baustellen. Es gibt also viel auszublenden und abzuhaken, um sich dann auf das Wesentliche zu konzentrieren. "Wir müssen Mainz von Anfang an den Schneid abkaufen", sagte Stürmer André Hahn.

Quelle: RP
 
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