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Borussia Mönchengladbach
Dominguez' Zukunft immer ungewisser

Borussia Mönchengladbach: Álvaro Dominguez hat ungewisse Zukunft
Ein Bild, das nicht neu ist: Alvaro Dominguez nachdenklich am Rand des Trainingsplatzes. Jetzt, wo es endlich vorwärtsgehen sollte, droht eine neue Pause. Ende erst einmal offen. FOTO: Dieter Wiechmann
Mönchengladbach. Trotz dosierter Belastung zwickt beim Spanier erneut der Rücken. Prognosen über seine Rückkehr in Borussias Spielbetrieb sind längst utopisch. Das Trainingslager droht er zu verpassen. Ein Geduldspiel mit ungewissem Ausgang. Von Stefan Klüttermann

Was Alvaro Dominguez in diesen Tagen durch den Kopf geht, lässt sich nur erahnen. Genauso, wie sich nur spekulieren lässt, wie es in ihm während der langen Reha nach seiner Rücken-OP im vergangenen November aussah, wie sehr ihn die Verletzung insgesamt auch mental belastet. Ab und zu veröffentlicht er ein Foto oder ein paar Zeilen in den Sozialen Netzwerken, ab und zu verleihen Borussias Verantwortliche auf Nachfrage der Hoffnung Ausdruck, dass der Verteidiger bald wieder zur Verfügung stehe.

Aber Infos aus erster Hand gibt es nicht, denn selbst sprechen will Borussias nachdenklicher Spanier nicht. Interviewanfragen lehnt er seit langem ab, er wolle erst wieder Leistung auf dem Platz sprechen lassen, heißt es. Doch wann genau das zu erwarten steht, also eine Rückkehr des 27-Jährigen in den Gladbacher Spielbetrieb, darüber will und kann längst niemand mehr eine verlässliche Prognose stellen.

Schon gar nicht nach dem neuesten Rückschlag, denn trotz ohnehin schon nur dosierter Belastung in der Vorbereitung zwickt bei Dominguez in diesen Tagen der Rücken erneut, an ein normales Training war in den vergangenen Tagen nicht zu denken. Zum Uhrencup in die Schweiz brach das Team dann am Mittwoch auch ohne Dominguez auf, ob er am Samstag ins Trainingslager an den Tegernsee nachreist, entscheidet sich kurzfristig.

Fest steht: Die große Hoffnung des Trainerteams, dass der Spanier nach vollumfänglicher Teilnahme an der Vorbereitung zum Saisonstart eine planbare Option ist und so im Optimalfall mit Jannik Vestergaard und Andreas Christensen die wohl bestmögliche Dreierkette bildet, hat sich zerschlagen. Denn schon in gut einem Monat stehen die Champions-League-Play-offs an, DFB-Pokal und Liga starten auch. Bei einem Auftakt, der binnen wenigen Wochen über den gesamten weiteren Saisonverlauf entscheidet, benötigt Schubert fitte Profis, die sofort und uneingeschränkt funktionieren.

Andererseits: Ob der neuerliche Rückschlag letztlich groß etwas an den Planungen der Borussen ändert? Der Verein hat Dominguez stets Zeit gegeben und wird sie ihm erstmal weiter geben. Man hatte ihm erlaubt, seine Reha (teilweise) in Madrid zu verbringen, nun war der Osteopath seines Vertrauens sogar einige Tage in Gladbach, um ihm zur Seite zu stehen.

Borussia weiß schließlich, dass ein gesunder Dominguez ein zentraler, internationale erfahrener Baustein einer bärenstarken, aber eben jungen Defensive ist. Nicht zuletzt deswegen bezeichnete Sportdirektor Max Eberl die Verlängerung des 2017 auslaufenden Vertrages mit dem Linksfuß als "nächste Aufgabe".

Doch auch diese "nächste Aufgabe" macht nun solange keinen Sinn, wie Verein und Spieler nicht wissen, wie es weitergeht. Dass es weitergeht, dafür tut Dominguez zweifelsohne alles. Dass der Körper das Kapital eines Profifußballers ist, hat er zu 100 Prozent verinnerlicht – eher zu 150 Prozent, so sehr achtet er auf seinen Körper, so sehr horcht er dem Vernehmen nach auf dessen Signale. Manchmal vielleicht ein bisschen zu viel, heißt es. Es wäre jedenfalls nur allzu verständlich, sollte sich Dominguez inzwischen in Bezug auf seine Rückenprobleme auch Gedanken machen, die die Zeit nach seiner aktiven Karriere betreffen.

Sein letztes Pflichtspiel machte Dominguez am 7. November 2015, damals gab es ein 0:0 gegen den FC Ingolstadt. Bei Borussia hoffen alle, dass dieses Datum in Dominguez' Karriere irgendwann mal keine Bedeutung mehr hat.

Quelle: RP
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