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Borussia Mönchengladbach
André Hahn ist ein sehr gefragter Mann

Borussia Mönchengladbach: André Hahn ist ein sehr gefragter Mann
Abwarten: André Hahn ist derzeit bei vielen Vereinen als möglicher Zugang im Gespräch. In Gladbach hat er noch einen Vertrag bis 2018, aber eher die Perspektive Ersatzspieler. FOTO: Imago (Archiv)
Mönchengladbach. Werder Bremen, Hertha BSC, Eintracht Frankfurt, Hamburger SV, FC Augsburg - Borussias Stürmer André Hahn wird mit vielen Klubs in Verbindung gebracht. Aber er ist noch da. Von Karsten Kellermann

Das "Hamburger Abendblatt" hat im Archiv gewühlt. Ein altes Foto von André Hahn ist dabei zum Vorschein gekommen, das Bild stammt aus dem Jahr 2009. Es zeigt Hahn im Trikot der Reserve des Hamburger SV. Hahn, inzwischen Stürmer bei Borussia, spielte von 2008 bis 2010 für die Hanseaten, doch man traute ihm die Bundesliga an der Elbe nicht zu. "Sie sagten, ich würde den Sprung nicht schaffen", erinnerte sich Hahn mal an jene Zeit.

Er widerlegte die These. Drei Jahre später kam er mit dem FC Augsburg in der Bundesliga an und wurde dort sogar Nationalspieler. Auf dem Weg dorthin war er auch ein Schützling des früheren Borussen-Stürmers und aktuellen U 19-Trainers Arie van Lent. Das war in Offenbach. "André ist kein Raffael, kein Stindl. Er ist ein anderer Typ, den man in bestimmten Situationen gut gebrauchen kann", sagt van Lent über den Ex-Schützling.

Offenbar hat Jens Todt, der aktuelle Sportchef des Bundesliga-Dinos HSV und früher, zu Hahns Zeiten, Nachwuchs-Chef des Klubs, heute dann auch eine andere Meinung. Er und Trainer Markus Gisdol sollen, so ist zu lesen, Interesse an Hahn haben. Deswegen auch das alte Foto im "Abendblatt". Dass Hahn 2014 kurz vor seinem Wechsel vom FC Augsburg nach Gladbach auch noch sein erstes und bislang einziges Länderspiel in Hamburg machte, würde die Geschichte natürlich herrlich abrunden, wenn er beim HSV anheuern würde.

Dass Gisdol einen Mann wie Hahn gebrauchen kann, einen Kerl mit großem Herz und immerwährendem Willen, ist nachvollziehbar. Diese Tugenden des Blondschopfes schätzt auch Borussia, doch ist Hahn im sportlichen Plan Borussias eben nur eine B-Lösung als körperlich starker Stürmer. Als Hahn vor drei Jahren nach Gladbach kann, war er ein Mann für kraftvolle Flügelläufe, inzwischen aber wird beim Portal "transfermarkt.de" als seine Hauptposition "Mittelstürmer" angegeben.

Er könnte in dieser Rolle auch Borusse bleiben, zumal, wenn die Gladbacher keinen geeigneten Ersatzmann auf dem Markt ausfindig machen, schließlich hat er noch einen Vertrag bis 2018. Und vielleicht würde Trainer Dieter Hecking ihn auch als Mann für besondere Fälle sogar ganz gern im Kader halten. Doch will Hahn weiterhin nur Ersatzmann sein?

"Wenn André klar sagt, er möchte den Schritt machen, müssen sich alle Parteien hinsetzen und überlegen", sagte Sportdirektor Max Eberl zuletzt. Borussia würde ihm demnach einen konkreten Wechselwunsch nicht abschlagen, wenn er denn einen hat, das hat sich in der Szene herumgesprochen. Weswegen Hahn ein gern genommenes Spekulationsobjekt dieses Sommers ist. Erst war Bremen, wie der HSV ein "Ex" Hahns, ein Thema, dann Hertha BSC Berlin, wo er schon vorgestellt werden sollte auf der Jahreshauptversammlung, anschließend Eintracht Frankfurt. Allesamt sind das Klubs aus der Sparte "könnte passen".

Auch der FC Augsburg hat nach Informationen unserer Redaktion Interesse bekundet. Das liegt nahe, denn mit dem Namen Hahn ist sicherlich viel Schönes verbunden beim FCA, gehörte er doch seinerzeit zu den Hipstern im Team des damaligen Augsburger Trainers Markus Weinzierl.

Was Hahn als Mittelstürmer kann, zeigte er den schwäbischen Bayern auf schmerzhafte Weise. 1:0 führte der FCA am drittletzten Spieltag in Gladbach, als Ibo Traoré, wie Hahn ein früherer Augsburger, flankte und Hahn den Ball in letzter Sekunde wuchtig ins Tor rutschte zum 1:1. Doch sei Hahn für den FCA gar nicht zu finanzieren, merkte bereits die "Augsburger Allgemeine Zeitung" an.

Also doch der HSV? Gibt es bald im "Abendblatt" ein nagelneues Hahn-Foto zu sehen im aktuellen HSV-Outfit? Abwarten. Im Gegensatz zu vielen seiner kickenden Kollegen ist er in den sozialen Netzwerken nicht aktiv. So gibt es auf diesem Wege keine Einlassungen des 26-Jährigen. Und auch sonst nicht. "Ich äußere mich nicht zu den Gerüchten und mache mir auch keinen Stress damit", stellte er klar. Im Gespräch ist er trotzdem, es ist halt die Zeit der Spekulationen. Und es gibt Schlimmeres für einen Fußball-Profi, als ein gefragter Mann zu sein.

Quelle: RP
 
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