| 16.43 Uhr

André Hahn im Interview
"Wir sind immer wieder aufgestanden"

Borussia Mönchengladbach: André Hahn ist "immer wieder aufgestanden"
André Hahn hat die letzten vier Tore der Borussia erzielt. FOTO: dpa, a fpt
Mönchengladbach. Es war vielleicht das längste "Hahn" der Fußballgeschichte. Mit sieben, acht "a": "Haaaaaaaahn" – so schallte es aus der Nordkurve. Der, dessen Namen derart gedehnt gerufen wurde, war am Samstag der Mann des Tages, ach was, er ist der Mann dieser Wochen im Borussen-Dress: Hahn, André mit Vornamen. Von Karsten Kellermann

Drei Tore schoss er in den beiden letzten Spielen, zunächst das eine beim 1:1 in München und nun die beiden zum 2:1-Sieg gegen Bayer Leverkusen. Damit holte Borussia vier Punkte und machte den vierten Platz in der Bundesliga klar.

Man könnte auch sagen: André Hahn hat Gladbach in die Play-offs zur Champions League geschossen, in den Vorhof der europäischen Königsklasse. Nach dem Sieg gegen Leverkusen sprach Hahn über seine Tore, seine Leistung und seine Gefühle.

Herr Hahn, wie klingt das: André Hahn schießt Borussia in die Play-offs zur Champions League?

Hahn Das klingt gut. Aber man sollte nicht nur einen Spieler hervorheben. Man muss auf die gesamte Teamleistung schauen, denn ganz alleine kriege ich so etwas sicher nicht hin. Die Mitspieler füttern mich mit den Bällen. Ich freue mich natürlich, dass wir das Spiel nach dem 0:1 noch drehen konnten. Das spiegelt so ein bisschen unsere Saison wider. Wir sind, wenn es nicht gut lief, immer wieder aufgestanden.

Trotzdem: Sie haben in den letzten beiden Spielen alle drei Tore erzielt und damit für vier Punkte gesorgt.

Hahn Stimmt. Es freut mich natürlich sehr, dass ich meinen Teil dazu beitragen konnte, dass wir jetzt so dastehen.

Ist es auch ein bisschen symbolisch für die Borussia dieser Saison, dass Sie, der so schwer verletzt war, nun in der entscheidenden Phase der entscheidende Mann sind?

Hahn Man kann auch andere Spieler herausnehmen, die auch viel Pech mit Verletzungen hatten und dann gut zurückkamen. Ich bin für mich froh, dass ich so zurückgekommen bin, und dass ich das Vertrauen des Trainers so bekommen habe, dass er so hinter mir steht. Und ich bin froh, dass ich das Vertrauen zurückzahlen kann. Ich fühle mich auf der Position vorne ganz wohl, komme ganz gut in die Tiefe und kombiniere ganz gut mit, wenn ich mich nach hinten fallen lasse, da habe ich mich sicherlich verbessert.

Nach dem Spiel in Hannover, dem 0:2 beim Tabellenletzten, gab es eine Aussprache im Team. War das die Initialzündung für den entscheidenden Endspurt?

Hahn Wir haben in Hannover nicht das gezeigt, was wir können. Wir haben uns gesagt: Das muss wieder anders werden. Wir haben uns noch einmal auf unser gemeinsames Ziel, das wir alle erreichen wollten, eingeschworen. Wir haben uns daran gehalten, treten jetzt so auf, wie wir es tun – und holen die Punkte.

Bei dieser Formkurve – würden Sie sich wundern, wenn Sie noch auf den EM-Zug aufspringen?

Hahn Was der Bundestrainer letztlich macht, kann ich nicht beeinflussen. Ich kann bei Borussia nur meine Tore machen und meine Leistung bringen. Was dann kommt, entscheiden andere Leute. Klar ist aber: Wenn der Bundestrainer sich meldet, habe ich im Sommer Zeit.

Wie gut kennen Sie Daniel Baier? Er war früher Ihr Teamkollege in Augsburg  und hat nun hat das 1:1 des FCA bei Schalke 04 geschossen – das war das Tor, dass Borussia fast sicher und aller theoretischen Wahrscheinlichkeit nach den Platz beschert hat.

Hahn Ich kenne ihn sehr gut. Sein Tor war ja nicht nur für uns wichtig, sondern auch für Augsburg, das nun auch gerettet ist. Es freut mich sehr, dass sie da unten rausgekommen sind mit der Doppelbelastung durch die Euro League, die für den FCA ja neu war.

Nun steht noch ein Spiel in Darmstadt an. Der Gegner ist gerettet, Borussia nur noch theoretisch vom vierten Platz zu verdrängen. Was ist in Darmstadt zu erwarten?

Hahn Wir wollen das letzte Spiel trotz allem seriös angehen und gewinnen. Wir wünschen uns alle, dass wir uns mit einem Auswärtssieg aus der Saison verabschieden. Dafür werden wir uns zerreißen.

Wie fühlt es sich an, wenn die Fans Ihren Namen mit rund acht "a" rufen? Das erinnerte fast schon an die sieben "o" im Vornamen des Kollegen Roel Brouwers. Sind Sie auf seinen Spuren – als kommender Kultspieler?

Hahn Ich denke, dass hier keiner Roel ersetzen kann. Er ist eine Legende. Es war für ihn und die anderen ein sehr emotionaler Abschied. Sie haben es sich verdient, man selbst bekommt da schon Gänsehaut. Die Jungs sind uns ans Herz gewachsen. Für mich ist es natürlich sehr schön zu hören, wenn mein Name aus der Kurve gerufen wird. Es ist einfach ein gutes Gefühl.

(kk)
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