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Borussia Mönchengladbach
Köln im Blick, aber Hamburg noch im Hinterkopf

Bilder: Borussia-Training vor dem Derby
Bilder: Borussia-Training vor dem Derby FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Vier Tage liegt die Niederlage beim Hamburger SV zurück, in zwei Tagen steht das Derby gegen den 1. FC Köln an. Während die Vorbereitung auf das Heimspiel in vollem Gange ist, wirft der Auftritt beim HSV immer noch Fragen auf. Von Jannik Sorgatz

Denen musste sich Trainer André Schubert auf der Pressekonferenz am Freitag stellen. "Wir waren uns in einigen Situationen zu sicher", erklärte er den plötzlichen Bruch im Spiel trotz eigener Führung. "Wir haben ein bisschen die Basics vergessen in dem Gefühl, dass wir das Spiel bestimmen. Durch Nachlässigkeiten haben wir dem Gegner zwei Chancen erlaubt, dadurch ist er wieder reingekommen." 

Als einen Hinweis auf ein Einstellungsproblem wollte der 44-Jährige seine Aussagen aber nicht verstanden wissen. "Das wäre überspitzt. Wir haben zum Beispiel die Standards nicht gut verteidigt, daran haben wir diese Woche gearbeitet. Aber auch das hatte damit zu tun, dass wir nicht konsequent genug waren." 95 Prozent würden in der Bundesliga eben nicht reichen – ein Mantra, das auch Sportdirektor Max Eberl immer wieder vorträgt.

Analyse: Wie es in Hamburg den Bach runter ging FOTO: Dirk Päffgen

Am Samstag gegen Köln vollendet Schubert seine erste Halbserie als Borussia-Trainer. Nach dem 0:1 im Hinspiel war Lucien Favre aus heiterem Himmel zurückgetreten. Der FC ist also der letzte Gegner, auf den Schubert seine Mannschaft zum ersten Mal einstellt. "Auf Schalke, in Leverkusen und gegen Dortmund hat Köln gewonnen, gegen Wolfsburg zweimal nicht verloren – sie haben gezeigt, dass sie große Mannschaften schlagen können", sagte Schubert über den Gegner.

Er lobte die Flexibilität des Teams von Peter Stöger, der mittlerweile auch im Spiel problemlos umstellen könne. Eine spezielle Warnung gab es vor Mittelstürmer Anthony Modeste: "Sehr gefährlich, sehr kopfballstark. Das haben wir alle im Hinspiel erfahren." Damals setzte sich der Franzose im Luftduell gegen Andreas Christensen durch, nachdem Tony Jantsche eine Flanke nicht verhindert hatte.

Es wird somit auch Schuberts erste Derby-Erfahrung im Rheinland. In Ostwestfalen erlebte er Paderborn gegen Bielefeld in direkten Duellen, in Hamburg die Rivalität zwischen St. Pauli und dem HSV zumindest im Alltag in der Stadt. "Derbys haben immer etwas ganz Besonderes. Wenn man zugezogen ist, muss man sich erst über die Hintergründe informieren und alles aufsaugen", sagte Schubert.

Das Geplänkel abseits des Rasens hat er anscheinend nicht an sich herangelassen. "Ich gehe mal davon aus, dass die Hütte am Samstag brennt und wir eine Riesenstimmung haben werden. Unsere Fans machen immer ein Heidenspektakel und darauf freue ich mich", sagte Schubert. Auf den Hinweis, dass die Gladbacher Ultras zu einem Stimmungsboykott aufgerufen hätte, entgegnete der Trainer: "Darum kümmere ich mich echt nicht, sondern ums Sportliche. Ich gehe aber davon aus, dass unsere Jungs unterstützt werden, alles andere fände ich auch seltsam."

Ob Martin Hinteregger im Derby mitwirken kann, war am Donnerstag noch unklar. Der Österreicher verpasste das Training aufgrund eines grippalen Infekts. Als Ersatz stünde unter anderem Havard Nordtveit bereit, wie Schubert versicherte. Kapitän Granit Xhaka dürfte trotz seines schwachen Auftritts beim HSV gesetzt sein. "Körperlich ist er in einer Top-Verfassung, hatte 106 Ballkontakte, war viel unterwegs", sagte Schubert. "Natürlich fehlt ihm, wenn er im Dezember das letzte Spiel gemacht, ein bisschen der Rhythmus. Insgesamt dürfen wir es aber auch nicht übertreiben. Granit ist schon in der Lage, mit ein paar Spielen Pause umzugehen." 

Die nächste Pause droht allerdings: Xhaka ist wie Oscar Wendt, Lars Stindl und Julian Korb mit vier Gelben Karten vorbelastet.

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