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Borussia Mönchengladbach
Schubert muss den Trend wieder ändern

Borussia Mönchengladbach: André Schubert muss den Trend ändern
Lachen konnte André Schubert in Mainz nur vor dem Spiel. FOTO: dpa, fve fdt
Meinung | Mainz/Mönchengladbach. Als André Schubert Trainer der Borussen wurde, war es ein nahezu kometenhafter Aufstieg des Neulings im Trainerkarussell der Bundesliga. Er rockte die Liga mit sehenswertem und vor allem erfolgreichem Powerfußball, sogar gegen den FC Bayern siegten seine Gladbacher, es war der bisherige Höhepunkt des Schubert'schen Schaffens. Von Karsten Kellermann

Schubert predigt Spaßfußball, und tatsächlich sind Gladbach-Spiele unter seiner Regie meist sehr unterhaltsam. Das Problem ist, dass auf Sicht – und darauf hat Schubert zuletzt explizit hingewiesen – vor allem die Punkte zählen. 29 hat er mit Borussia in der Hinrunde geholt, das war nicht nur angesichts des üblen Fehlstarts mit fünf Niederlagen höchst bemerkenswert. Borussia stürmte vom letzten Platz zurück unter die Top vier.

Inzwischen aber ist der Aufsteiger, der zehn Ligaspiele am Stück nicht verlor und Borussia nebenbei den historischen ersten Sieg in der Champions League (4:2 gegen Sevilla) bescherte, wieder in der Realität angekommen: Seit dem Bayern-Coup gab es in sechs Pflichtspielen fünf Niederlagen – und 19 Gegentore. Borussia ist aus dem Europapokal und dem DFB-Pokal ausgeschieden.

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Das Jahr 2016 hat mit zwei Niederlagen begonnen, der Trend vom Ende des vergangenen Jahres setzt sich also fort. Schubert kennt das Risiko, das die Kehrseite der Offensiv-Freude ist. Und er weiß, dass Spaßfußball ohne Punkte nur bedingt Spaß macht.

Erfolg macht Spaß und Erfolg ist die Summe vieler Details. Die fallen derzeit zu Ungunsten der Borussen aus. Gegen Dortmund machte Gladbach schwerwiegende Fehler in der Defensive, in Mainz vergab sie zu viele gute Chancen. Zudem passte beim Gegentor erneut die Abstimmung in der Rückwärtsbewegung nicht. Ein Spiel wie dieses, da haben die Borussen Recht, darf man nicht verlieren. Das Problem: In Mainz kam einiges Pech dazu. Und Pech ist in schlechten Phasen der unangenehmste Begleiter.

Schubert hat in der Hinrunde allen personellen Problemen getrotzt und bewiesen, dass er ein Team aus dem Dornröschenschlaf wecken und ihm neues Selbstvertrauen geben kann. Er hat den richtigen Ton gefunden und immer wieder richtige Entscheidungen getroffen. Damit hat er die Messlatte für sich und das Team allerdings auch hochgelegt.

EInzelkritik: Christensen hat Abwehr im Griff – Traoré neben sich FOTO: dpa, fve fdt

Borussias Kader hat das Zeug, zu den besten Teams der Liga zu gehören. Dem Anspruch wird er derzeit nicht gerecht, weil die Unordnung zu groß ist, wohl auch, weil einige Spieler fehlen, die jahrelang zur Struktur auf dem Platz beigetragen haben. Es gibt Neulinge, viele junge Spieler, es muss viel experimentiert werden. Der Job bei Borussia ist eine stete Herausforderung.

Schubert muss sie meistern. Er muss die Balance wiederfinden und den Trend wieder ändern, bevor sich dieser zu einer Krise auswächst. Viele fragten sich, als es lief und lief und lief, wie der Mann mit Rückschlägen und Misserfolg umgehen würde – nun kann er es zeigen. Es sind spannende Zeiten bei Borussia. Und es bleibt eine Saison im emotionalen Achterbahn-Modus.

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