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Borussia Mönchengladbach
André Schubert: "Die Basis ist die Arbeit gegen den Ball"

Das ist André Schubert
Das ist André Schubert FOTO: dpa, fg fdt
Mönchengladbach. Am Montag gab es zwei gute Nachrichten aus der Sparte defensive Stabilität bei den Borussen. Die eine ist, dass Yann Sommers rechter Fuß, der Fuß mit dem Kapselbandriss im Sprunggelenk, offenbar dabei ist, schnell wieder richtig zu funktionieren. Von Karsten Kellermann

Der Torwart war am für die meisten seiner Kollegen freien Montag auf dem Platz. Sprungkraftübungen und die Abwehr von Torschüsse standen auf dem Dienstplan, und Sommers Erkenntnis des Tages war eine positive: "Bis jetzt sieht es gut aus", sagte Sommer. Er dürfte etwas werden mit ihm und seinem Einsatz beim Champions-League-Play-off am nächsten Dienstag in Bern.

Während Sommer also die Belastbarkeit seines Fußes erprobte, gab Sportdirektor Max Eberl beim RP-Fußballgipfel in Düsseldorf bekannt, dass die Bemühungen um den Kauf des dänischen Abwehrtalents Andreas Christensen, der aktuell vom FC Chelsea ausgeliehen ist, verstärkt werden. "Wir wollen ihn verpflichten. Jetzt hängt es nur noch am Geld. Wenn wir die Champions League schaffen, haben wir wieder mehr Möglichkeiten", sagte Eberl. Christensen gehört wohl zu den Spielern, die Trainer André Schubert zuletzt als "Leistungsträger in einer Mannschaft" und "tragende Säulen" bezeichnete. Der 20-Jährige ist, wenn er fit ist, gesetzt - wie Yann Sommer auch.

Neben Christensen dürfte Neuling Jannik Vestergaard einen recht festen Platz im Team haben. Der 1,99-Meter-Hüne wurde geholt für die Stabilität. Das Dänen-Duo ist eingespielt durch die gemeinsame Arbeit im Nationalteam. Für den dritten Posten in der Dreierkette gibt es viele Kandidaten.

Wer immer es dann ist: Hinten muss es passen. Sofort. "Wir müssen in den ersten Spielen defensiv top funktionieren", sagte Trainer André Schubert. Er tat das mit einem etwas ungehaltenen Unterton, den zuvor - es war beim 6:1-Testspielsieg in Kassel - war er nicht eben angetan von der defensiven Darbietung. Die war ihm zu lückenhaft. "Es kann nicht sein, dass Kassel so viele Chancen gegen uns hat wie gerade in der ersten Halbzeit. Wir müssen uns in den ersten Spielen in Position bringen - die Basis dafür ist die Arbeit gegen den Ball", warnte er. Schubert fordert neben fröhlicher Stürmerei auch eine konzentrierte Torverhinderung ein.

Der Trainer weiß: Nach vorn geht bei seinem Team immer etwas. Doch nach hinten darf es keine Laxheit geben. Spielfreude ist erlaubt, ja erwünscht. Aber die macht tatsächlich nur richtig Spaß, wenn die Ergebnisse stimmen. Das soll, ja muss in den Play-offs so sein. Denn es geht um die Champions League. Dass Bern Tore machen kann, zeigte das Testspiel beim Uhrencup: Drei Treffer schaffte der Schweizer Vize-Meister beim 3:3, im Elfmeterschießen siegte Gladbach. Diese Gegentorquote sollte man den Young Boys in den Play-offs nicht gestatten. Natürlich war Bern eingespielter zu jenem Zeitpunkt, natürlich wechselte Schubert hinten kräftig durch. Doch nächste Woche muss es sitzen.

Wie massive Defensivarbeit geht, kann man am besten von Italienern lernen. Weswegen die Testspiele gegen Inter Mailand (morgen, 20.30 Uhr, Ancona, am Montag wurde Trainer Mancini entlassen) und Lazio Rom (Samstag, 15.30 Uhr, Borussia-Park) gerade recht kommen. Die Idee mit dem Dreierkettensystem formte sich bei Schubert auch nach einem Vergleich mit einem italienischen Team - nach dem 0:0 bei Juventus Turin in der Champions League in der Vorsaison. Nun werden Inter und Lazio mit ihren doch recht wertvollen Sturmreihen das Gladbacher Konstrukt auf seine Dichtigkeit prüfen. "In den zwei Spielen geht es darum, die letzten Erkenntnisse zu sammeln", sagte Schubert.

"Wir wollen gut verteidigen und möglichst keine Gegentore bekommen. Das ist ein Punkt, an dem wir arbeiten. Wir wollen so offensiv spielen wie in der vergangenen Saison, aber hinten noch weniger Tore bekommen", beschrieb Fabian Johnson im RP-Interview den Basisplan für die Saison. Nach vorn will Schubert hui, hinten rum aber keinesfalls pfui.

Quelle: RP
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