| 19.35 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Schubert und seine Spieler haben Leidenschaft vermisst

Einzelkritik: Viermal Note "fünf"
Einzelkritik: Viermal Note "fünf" FOTO: Dirk Päffgen
Freiburg. Nach dem Spiel herrschte große Einigkeit unter den Borussen. Nicht dass sie es sich zu leicht gemacht hätten mit ihren Aussagen nach dem 1:3 gegen den SC Freiburg – die Einschätzungen waren allesamt naheliegend. Von Jannik Sorgatz

"Wir haben heute insgesamt nicht ins Spiel gefunden. Die Basics wie Aggressivität und Leidenschaft haben gefehlt", sagte Trainer André Schubert.

"Die Freiburger waren stärker als wir und sind besser in die Zweikämpfe gegangen. Wir haben das nicht angenommen", sagte André Hahn.

"Ich finde, dass wir zu wenig investiert haben. Wir waren nicht so griffig und standen nicht so gut. Alles war ziemlich offen. Das können wir besser", sagte Christoph Kramer.

Zahlenmäßig schlug sich das in der Kombination von 65 Prozent Ballbesitz, sieben weniger gelaufenen Kilometern als der Gegner und lediglich fünf Torschüssen nieder. "Freiburg hat mehr investiert in den Zweikämpfen, weshalb wir viele entscheidende verloren haben", sagte Schubert. "Wir haben gar nicht so komplizierte taktische Dinge zu analysieren."

Überraschende Führung nicht über die Zeit gebracht

Die Führung durch Thorgan Hazard in der 34. Minute fiel überraschend bis unverdient. "Aber wenn du dann eins machst, musst du so ein Spiel auch mal gewinnen", meinte Kramer. Davon waren die Borussen weit entfernt, obwohl es bis tief in die Schlussphase wenigstens 1:1 stand. In der zweiten Hälfte schoss Tobias Strobl aus der Distanz über das Tor und der eingewechselte Jannik Vestergaard köpfte drüber. Das war es an nennenswerten Offensivaktionen. An den Treffern der Freiburger waren die Borussen aktiver beteiligt. Vestergaard sah bei einer Kopfballverlängerung Nils Petersens schlecht aus, Andreas Christensen verlor vor Yann Sommers Elfmeterfoul den Ball.

Sportdirektor Max Eberl fasste den schwachen Auftritt in ähnliche Worte wie sein Trainer und seiner Spieler, schaute aber ein wenig mehr auf das große Ganze. "Man nimmt aus so einem Spiel mit, dass wir anders wahrgenommen werden und die Mannschaften gegen uns jetzt kratzen und beißen", sagte der 42-Jährige. "So haben wir es jahrelang selbst gemacht. Das brauchen wir aber auch jetzt, um weiter erfolgreich zu sein. Diese Bereitschaften haben wir immer wieder gezeigt – heute nicht."

Bei dem, was unter dem Strich herauskam, waren sich auch die beiden Trainer einig. Schubert sprach von einem "absolut verdienten Sieg für Freiburg". Sein Kollege Christian Streich meinte: "Ohne unverfroren zu sein, aber heute sind wir der verdiente Sieger." Dem war nichts hinzuzufügen.

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