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Borussia Mönchengladbach
Schubert verdient Respekt

Das ist André Schubert
Das ist André Schubert FOTO: dpa, fg fdt
Meinung | Mönchengladbach. Obwohl er die Borussia nach dem historischen Fehlstart noch auf den nunmehr (so gut wie) sicheren vierten Platz geführt hat, wird Trainer André Schubert in Frage gestellt. Das ist eine völlig unbegreifliche Diskussion. Von Robert Peters

Bayern München ist zum vierten Mal in Folge deutscher Meister. Das überrascht niemanden mehr. Spieler und Publikum gehen mit der neuen Bestleistung im deutschen Fußball vergleichsweise routiniert um. Trotz aller erkennbaren Vorteile der Bayern im Vergleich zur Konkurrenz, trotz des luxuriösen Kaders und seiner enormen Leistungsdichte, ist das jedoch eine bemerkenswerte Vorstellung. Auch wenn Trainer Pep Guardiola in drei Münchner Jahren sein eigentliches Ziel, den Triumph in der Champions League, nicht erreicht hat, verdient er für den Titel-Hattrick in der Bundesliga Respekt.

Noch mehr Respekt hat sich eigentlich der Mönchengladbacher Kollege André Schubert verdient. Nach fünf Auftaktniederlagen übernahm er die niederrheinische Borussia und führte sie in die Champions-League-Qualifikation (den großen Vorteil in der Tordifferenz werden sich die Gladbacher nicht nehmen lassen).

 

So richtig gefeiert wird Schubert aber nicht. Rund um den Borussia-Park wird immer noch lebhaft darüber diskutiert, ob er denn der Richtige sei, ob er nicht vielleicht doch noch abgelöst werden sollte. Das ist eine völlig unbegreifliche Diskussion. Da wird einer in Frage gestellt, der ein Team, das mitten im Abstiegskampf stand, aus dem Keller nach Europa geführt hat. Und ausgerechnet ein anderer, Markus Weinzierl, der einen Europacup-Klub gerade mal in der Klasse gehalten hat, soll die Alternative sein? Eine seltsame Logik.

Die Gladbacher Diskussionen sind allenfalls damit zu begründen, dass Schubert nicht nur für Außenstehende eine rätselhafte Figur ist. Darin ähnelt er auf verblüffende Art dem großen Amtsbruder Guardiola. Schubert trägt ein Mona-Lisa-Lächeln vor sich her, in sein Inneres lässt er offenbar niemanden blicken - wahrscheinlich nicht einmal die besonders wichtigen Menschen aus dem inneren Zirkel des Vereins. Das gehört auch nicht zu seinen Aufgaben.

Schubert hat es verdient, nicht an seiner Öffentlichkeitsarbeit, sondern an seiner Bilanz gemessen zu werden. Die lässt wenig Kritik zu, auch wenn die Konkurrenten der Borussia im Schneckenrennen um Europa geholfen haben. Aber dafür kann Schubert nichts.

Quelle: RP
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