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Borussia Mönchengladbach
Schubert will eine ausgewogene Borussia

Fotos: Die Trainer-Galerie von Borussia Mönchengladbach
Fotos: Die Trainer-Galerie von Borussia Mönchengladbach FOTO: dpa, mb jhe
Mönchengladbach. Man kann nicht sagen, dass André Schubert etwas verheimlicht hat. Gleich in seinem ersten Spiel als Bundesliga-Trainer ließ er Borussia Mönchengladbach alles zeigen, was den Fußball der Marke Schubert ausmacht: Das Team, das zuvor fünfmal verloren hatte, stürmte frech, fröhlich und frei eine 4:0-Führung gegen den FC Augsburg heraus. Später zeigte sich auch die andere Seite seines Ansatzes: die Anfälligkeit. Zwei Elfmetertore schoss Augsburg noch. Von Karsten Kellermann

Nun ist das Rückspiel. Elf von 17 Spielen hat Schuberts Team gewonnen und nur vier verloren. 35 Punkte hat er eingesammelt, so viele wie kein Gladbacher Trainer vor ihm in den ersten 17 Spielen. Sogar Lucien Favre, der große Heilbringer der jüngeren Klubgeschichte, brachte es in seiner Einstandssaison in den ersten 17 Spielen "nur" auf 30 Punkte. Fazit: Schubert ist erfolgreich. Vor dem Spiel am Sonntag in Augsburg ist das Team, das er als Tabellenletzten übernahm, Fünfter. Damit wäre es am Ende direkt für die Europa League qualifiziert.

Doch unzweideutiges Wohlgefühl kommt am Niederrhein nicht auf. Weil es das Spiel in Hamburg gab (2:3) oder das Pokalspiel gegen Bremen (3:4), die unnötig verloren gingen. Und weil es Alexander Zorniger in Stuttgart gab. Er ließ wie Schubert vor allem angreifen, doch das ging nach hinten los. In Hoffenheim schickt sich nun Julian Nagelsmann an, 1899 zum Erhalt der Klasse stürmen zu lassen. Zorniger gescheitert, Nagelsmann probiert - und Schubert? Seine Arbeit wurde anfangs, als er immer siegte, grandios bejubelt. Nun gibt es mehr Alltag - und die Erinnerung an die Favre-Zeit: Die ist einfach da. Für die Gladbach-Fans ging es viereinhalb Jahre lang mit Sicherheit von Erfolg zu Erfolg. Sie akzeptierten, dass Geduld ein notwendiges Mittel war. Und Vorsicht. Aber es gab auch Nörgelei: Langeweile verspürte so mancher. Bei Schubert gibt es viel Action. Und Mut. Aber auch mehr Risiko. Risiko ist das Gegenteil von Sicherheit. Fehlt daher die Geborgenheit? Das erklärt vielleicht die Verunsicherung ob des neuen Stils. Ist er nachhaltig? Wohin geht Borussias Entwicklung? Antworten sind eine Frage der Zeit.

Aber: Zuletzt gegen Köln gab es das erste 1:0 unter Schubert. Ein Favre-Ergebnis. Es geht also, dieses 1:0. "Es soll schon so sein, dass wir ausgewogen agieren", sagte Schubert gestern. Auch in Augsburg. Wie immer sein Team dort spielen wird, gänzlich schubertisch oder etwas favreesker, schlussendlich gilt: "Fußball ist ein Ergebnissport", weiß Schubert. Borussia will siegen, um aus dem Derby-Sieg eine Serie zu machen. Möglichst eine, wie es sie nach dem 4:2 im Hinspiel gab.

Quelle: RP
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