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Borussia Mönchengladbach
Christensen spielt sich in den Fokus

Analyse: Christensen überragt mithilfe der Kollegen
Analyse: Christensen überragt mithilfe der Kollegen FOTO: ap
Mönchengladbach. Gladbachs dänischer Innenverteidiger besticht nun auch noch als Torschütze. Wie wertvoll Andreas Christensen sein kann, war allerdings vorher schon bekannt. Von Stefan Klüttermann

Nein, aus einem großen Abend in einem Anflug von Egoismus einen denkwürdigen Abend für sich selbst zu machen, das kam Andreas Christensen nicht in den Sinn. Es hätte auch nicht zu seinem zurückgenommenen Naturell gepasst.

"Nein, darüber habe ich nicht nachgedacht", sagte Borussias dänischer Innenverteidiger auf die Frage, ob er im Wissen, in diesem Spiel bereits zwei Treffer gemacht zu haben, per Elfmeter nicht einen Hattrick fabrizieren wollte. Christensen überließ Raffael den Ball und das Tor zum 4:1 gegen Bremen. Am Ende hieß es 5:1 für Borussia, und Christensen hatte sich auch ohne Hattrick ins Rampenlicht dieses Abends manövriert.

Christensen sorgt mit Doppelpack für Furore FOTO: dpa, jgu kno

Dabei hätte es für die, die Borussia permanent verfolgen, der beiden Treffer gegen Werder gar nicht bedurft, um den 19-jährigen Dänen als Ausnahmetalent und Borussen-Volltreffer auf dem Transfermarkt einzuordnen. Schließlich hat Christensen seit September keine Pflichtspielminute verpasst und dabei jeden mit seinen Fähigkeiten und seiner für sein Alter nicht vorauszusetzenden Konstanz in der Leistung überzeugt.

Christensen erinnert von seiner Abgeklärtheit in den Aktionen und seiner Souveränität im Zweikampf her an Patrik Andersson, seinen schwedischen Vor-Vorgänger in Gladbach. Von der Qualität im Aufbauspiel und dem Gefühl für Vorstöße ähnelt er zuweilen dem früheren brasilianischen Bundesligastar Lucio. Dazu ist er schnell und kopfballstark.

Christensens Schüchternheit und Bescheidenheit neben dem Platz sollten dabei nicht darüber hinwegtäuschen, dass er einen klaren Plan für seine Karriere hat. Und dieser Plan brachte ihn mit 16 zu Chelsea. Bei den Blues hat er einen Vertrag bis 2020, an Gladbach ist er nur bis 2017 ausgeliehen – Stand jetzt, denn nicht erst seit Freitagabend würden die Gladbacher Macher Himmel und Hölle in Bewegung setzen, wenn aus London nur das leiseste Signal käme, dass Christensen dauerhaft am Niederrhein bleiben kann.

Bilder: Das ist Andreas Christensen FOTO: Dirk Päffgen

"Ich würde es sehr begrüßen, wenn er ganz lange bei der Borussia bleiben würde", sagt Trainer André Schubert. Und Christensen selbst, was sagt er? "Wenn meine Leihe hier 2017 endet, habe ich in Chelsea immer noch drei Jahre Vertrag, also liegt es am Klub, was passiert. Aber jetzt bin ich erstmal hier in Gladbach. Und ich fühle mich hier sehr wohl, die Fans sind der Hammer. Hier habe ich Champions League spielen können, das ist gut für meine Entwicklung. Mal sehen, was die Zukunft bringt."

Der Blick von ihm wie von Borussias Kaderplanern geht also auch immer nach Chelsea. Und da wird Klub-Legende John Terry (35) im Sommer wohl keinen neuen Vertrag mehr bekommen. Terry selbst hatte Christensen schon vor Längerem als seinen Nachfolger in London prophezeit, als dieser noch weitgehend unbekannt war. Christensen schätzt Terrys Rat.

"Wir sprechen ab und zu miteinander. Er ist einer derjenigen, auf dessen Rat ich sehr viel gebe", sagt Christensen über Terry. Chelseas Verantwortliche ihrerseits verfolgen Christensens Weg bei Borussia indes genauso aufmerksam. Nach je drei Spielen erhält der Däne aus Chelsea ein Video, in dem Mitarbeiter der dortigen Abteilung für verliehene Spieler ihm sagen, was er gut macht und was er besser machen kann. Gegen Bremen war vieles bis alles gut beim Dänen. Auch ohne einen Hattrick.

Quelle: RP
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