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Borussia Mönchengladbach
Andy Bluhm - Borussias Freund und Helfer

Borussia Mönchengladbach: Andy Bluhm - Borussias Freund und Helfer
Andreas Bluhm arbeitet im Trainingslager am Tegernsee im vergangenen Sommer individuell mit Martin Stranzl. In den vergangenen Monaten hatte Bluhm reihenweise Rekonvaleszenten zu betreuen. FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Patrick Herrmann, André Hahn, Martin Stranzl, Tony Jantschke - Borussias Reha-Trainer Andy Bluhm übergibt derzeit reihenweise Rekonvaleszenten zurück in den Spielbetrieb. Die Spieler schwärmen in höchsten Tönen von seiner Arbeit. Von Stefan Klüttermann

In den vergangenen Wochen wurde die Szene einer dankbaren Umarmung zum vertrauten Bild nach Spielen von Borussia. Derjenige, der umarmte, wechselte von Partie zu Partie, mal war es Patrick Herrmann, dann André Hahn, mal Martin Stranzl oder Tony Jantschke. Derjenige, der umarmt wurde, war dagegen immer derselbe: Andreas "Andy" Blum, Reha-Trainer im Verein. In den vergangenen Monaten hatte er außergewöhnlich viele langzeitverletzte Profis, die er in individueller Betreuung wieder an Mannschaftstraining und Spielbetrieb heranführte. Nun ist das Gros von Bluhms Rekonvaleszenten zurück auf dem Platz - und deswegen voll des Lobes über den Freund und Helfer in der Reha.

"Andy war ein ganz wichtiger Bestandteil meiner Rückkehr ins Team", sagt André Hahn. "Ich bin sehr froh, ihn in meiner Verletzungszeit gehabt zu haben." Wer sich unter Borussias Langzeitverletzten umhört, stößt in Bezug auf die Arbeit mit Bluhm vor allem auf einen Aspekt, den die Spieler als besonders wertvoll hervorheben wollen: die menschliche Qualität des Reha-Trainers in der täglichen Arbeit. "Andy ist menschlich ein Super-Typ. Du kannst mit ihm über alles reden, und er versucht wirklich alles in seiner Macht stehende zu tun, um dir zu helfen", sagt Hahn. Und Patrick Herrmann betont: "Die Einheiten mit ihm waren immer sehr anstrengend, aber es hat eben auch immer Spaß gemacht. Und das ist extrem wichtig."

Die Schubert-Tabelle FOTO: afp, oa-iw

Bluhm selbst hat in seiner Arbeit verinnerlicht, dass es neben einer trainingswissenschaftlichen auch eine mentale Seite seines Wirkens gibt. Denn jeder Spieler, der lange ausfällt, hat Stimmungstiefs, hat Motivationsdefizite. Die monatelange Abwesenheit aus dem Mannschaftsalltag wirft einen Profi nicht nur körperlich zurück, sie ist auch eine Prüfung fürs Gemüt. Also stülpt Bluhm, der als Ex-Profi die Befindlichkeiten der Fußballer bestens kennt, kein Schema F über, er versucht, individuelle Programme zu erstellen, zu improvisieren. "Wir haben sehr hart und sehr spezifisch gearbeitet. Das hat mir die Rückkehr einfacher gemacht", sagt Hahn. Wenn dann noch gute Laune herrscht, geht alles noch einmal besser. "Wir haben uns des Öfteren in Wettkämpfen gemessen, die ich aber fast immer gewonnen habe", sagt Herrmann und schmunzelt.

Bei den Spielern kommt Bluhms Art also an, wobei seine Kumpel-Seite nicht bedeutet, dass er sich von den Profis auf der Nase herumtanzen lässt. "Auch der liebe Andy kann schon mal einen Nationalspieler reinschicken", erzählte Bluhm. Auf der anderen Seite unterbrach er aber auch schon mal den eigenen Urlaub, um Patrick Herrmann im Sommer 2015 in Extra-Schichten fit für zwei Länderspiele zu machen.

Das 5:0 gegen Hertha im Notencheck FOTO: Dieter Wiechmann

Aktuell verbleiben Bluhm drei Langzeitprojekte: Nico Schulz, Alvaro Dominguez und Josip Drmic. Während Schulz' Plan nach dem Kreuzbandriss im Oktober eine Rückkehr ins Teamtraining zum Vorbereitungsstart vorsieht, gibt es im Fall des im November am Rücken operierten Spaniers keine Prognosen mehr, die nach außen dringen. Für Prognosen zu früh ist es derweil bei Drmic, der nach seinem Knorpelschaden verfrüht aus Hamburg zurückkehrte und dessen Reha erst angelaufen ist. Bei allen dreien dürfte es also noch dauern bis zur traditionellen Umarmung mit Bluhm. Dem Freund und Helfer.

Quelle: RP
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