| 14.11 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Van Lent bleibt der Einzige

Das ist Arie van Lent
Das ist Arie van Lent FOTO: Dieter Wiechmann
Freiburg. Nur Arie van Lent weiß, wie es geht. Borussias Experte für gelungene Nachmittage in Freiburg ist aber inzwischen 46 Jahre alt und trainiert die U23. Mit der verbrachte van Lent einen schönen Nachmittag in Rödinghausen, während die Profis im Breisgau wieder einmal nichts holten. Von Jannik Sorgatz

Eine einfache Erklärung

7,3 Kilometer sind gut 18 Runden um den Sportplatz. Um den Vorteil des SC Freiburg zu veranschaulichen, stelle man sich vor, der Aufsteiger wäre 90 Minuten lang mit der Borussia gelaufen, aber am Ende hätte jeder Spieler noch mehr als anderthalb Runden drangehängt, während der Gegner bereits kapitulierte. Man kann sich auch noch vorstellen, dass dann die beiden Tore zum 2:1 und 3:1 fielen. So ähnlich war es ja auch. Nicht immer ist es sinnvoll, aus der Laufstatistik große Schlüsse ziehen, am Samstag aber lieferte sie die knappste aller sinnvollen Erklärungen für die Niederlage der Borussia. Denn dieses 114,6:107,3 auf dem Kilometerzähler beinhaltete auch 579:503 intensive Läufe sowie 172:135 Sprints. Das war ein Teil der "Basics", die Trainer André Schubert vermisst hatte.

Harmlos wie nie

Wenig schmeichelhaft ist es zudem für ein Team, wenn Außenstehende sämtliche Torschüsse eines Spiels aufzählen können: Thorgan Hazard schoss einmal von außen, Oscar Wendt wurde abgeblockt, als er es mit dem schwachen rechten Fuß probierte, dann traf Hazard zum 1:0, in der zweiten Hälfte setzte Tobias Strobl einen Weitschuss über das Tor und Jannik Vestergaard schließlich einen Kopfball. Noch nie hatte die Borussia unter Schubert so wenige Torschüsse, nur fünf waren es zuletzt am 15. August 2015 beim 0:4 gegen Borussia Dortmund.

Erst eins in 46, dann fünf in 13

Der hochgelobte Dreiersturm um Lars Stindl, Raffael und Hazard war mit acht Toren und acht Vorlagen in vier Spielen angereist. Dass Hazard den neunten Treffer hinzufügte, war angesichts der Offensivleistung in Freiburg verblüffend. Der Belgier kann sich immerhin dafür rühmen, diese Saison in lediglich 258 Minuten sieben Scorerpunkte produziert zu haben, alle 37 Minuten einen. Unter der Woche hatte Schubert, als es um die Profis ging, die momentan etwas hinten dran sind, explizit auf Hazard verwiesen, den vor knapp einem Jahren viele bereits abgeschrieben hätten. In seinen ersten 46 Bundesligaspielen traf er lediglich einmal, in den vergangenen 13 nun insgesamt fünfmal.

Rödinghausen ist eine Reise wert

Wenn die Borussia nach Hazards Tor besser ins Spiel gekommen wäre, hätte der Belgier nach 14 Jahren endlich Arie van Lent ablösen können. Somit bleibt der Siegtorschütze von 2002 jedoch das Synonym für einen gelungenen Nachmittag in Freiburg – weil er weiterhin der einzige ist, der Gladbach bei den Breisgauern drei Punkte brachte. Auch am Samstag war van Lents Nachmittag weitaus gelungener. Er durfte sich über ein 2:1 seiner U23 in Rödinghausen freuen, womit das Team die Tabelle der Regionalliga West anführt. Laszlo Bénes erzielte einen Tag nach seinem 19. Geburtstag ein schönes Freistoßtor.

Hilfs-Schiedsrichter Raffael

Wenigstens das Fair-Play-Verhalten der Borussen war beim 1:3 gegen Freiburg vorbildlich, wofür sie sich freilich nichts kaufen konnten, nicht einmal einen Eckball. Den hatte Schiedsrichter Harm Osmers zunächst gegeben. Die Freiburger protestierten, Osmers fragte bei Raffael nach, der wie gewohnt mit Worten geizte und als Hilfs-Schiedsrichter in Richtung Tor zeigte – Abstoß statt Ecke.

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