| 14.09 Uhr

14. Niederlage im 18. Spiel
Auch unter Hecking hält Borussias Wolfsburg-Fluch an

Dieter Hecking – Borussias Trainer
Dieter Hecking – Borussias Trainer FOTO: dpa, jai
Mönchengladbach. Das Unentschieden beim VfL Wolfsburg im Mai war ein ungewöhnliches Ereignis. Mit dem 0:3 am Sonntag erlebte Borussia dann das, was sie bei den Niedersachsen seit Jahren gewohnt ist. Entscheidend waren die chronischen Schlafprobleme in der ersten halben Stunde. Von Jannik Sorgatz

14 Jahre ohne Sieg in Wolfsburg

Für Dieter Hecking hat sich die Reise nach Niedersachsen zumindest logistisch gelohnt. Er konnte nach dem Spiel beim VfL Wolfsburg gleich ins gut 100 Kilometer entfernte Bad Nenndorf fahren, wo seine Familie auf einem ausgebauten Bauernhof lebt. Ansonsten war das Gastspiel in Wolfsburg mal wieder ein Reinfall. Anscheinend muss Borussia den "Wölfen" ein neues Stadion finanzieren, um zum dritten Mal bei ihnen zu gewinnen. 1998 gab es am letzten Spieltag der ersten Wolfsburger Bundesligasaison das klassenerhaltende 2:0, damals noch im heutigen VfL-Stadion am Elsterweg. 2003 gelang Borussia beim ersten Auftritt in der neu gebauten Volkswagen-Arena ein 3:1. In 18 Anläufen holte Gladbach darüber hinaus noch zwei Unentschieden (0:0 in der Saison 2011/12, 1:1 in der vergangenen). 14 Partien gingen verloren, die Tordifferenz steht bei 14:37. Die Wolfsburger von einem Umzug ins Berliner Olympiastadion zu überzeugen, dürfte nicht funktionieren: Dort gewann Borussia 1995 im allerersten Duell beider Vereine durch ein 3:0 im Endspiel den DFB-Pokal.

Borussia weiß doch, wie es geht

Hecking hatte so sehr betont, die Negativserie der Bayern-Besieger beenden zu wollen, dass den Abergläubischen unter den Borussia-Fans mit Sicherheit Böses schwante. Mit dem 0:3 gegen Wolfsburg setzte Borussia die Serie fort, dass Mannschaften, die gegen den FC Bayern gewonnen haben, im folgenden Spiel kein Sieg gelingt. Dabei hat Borussia am 4. April 2015 als letzter Klub vorgemacht, wie es geht: Auf ein 2:0 in München folgte ein 4:1 in Hoffenheim. Seitdem scheiterten:

  • Bayer Leverkusen: 0:3 gegen Gladbach (A)
  • FC Augsburg: 1:2 gegen Hannover (H)
  • SC Freiburg: 1:2 gegen Hannover (A)
  • Borussia M'gladbach: 0:5 gegen Leverkusen (A)
  • FSV Mainz: 0:0 gegen Darmstadt (H)
  • Borussia Dortmund: 1:2 gegen Frankfurt (A)
  • 1899 Hoffenheim: 1:2 gegen Hamburg (A)
  • 1899 Hoffenheim: 1:1 gegen Berlin (H)
  • Borussia M'gladbach. 0:3 gegen Wolfsburg (A)

Chronische Schlafprobleme

Grausame Wolfsburg-Bilanz, Bayern-Besieger-Fluch und dann auch noch 0:1 hinten nach vier Minuten: Gefühlt hätte Borussia auch gleich die Sachen packen und nach Hause fahren können. Frühe Gegentore sind in dieser Saison ein ständiger Begleiter. In den sieben Spielen, die Borussia nicht gewinnen konnte, kassierte sie sechsmal das 0:1 in der ersten halben Stunde. Nur in Hoffenheim konnte sie danach noch gewinnen. Doch die doppelte Dröhnung in Wolfsburg, zwei Gegentore nach 25 Minuten, waren zu viel.

  • Augsburg: 1. Minute
  • Frankfurt: 13. Minute
  • Leipzig: 17. Minute
  • Dortmund: 28. Minute
  • Hoffenheim: 25. Minute
  • Mainz: 19. Minute
  • Wolfsburg: 4. Minute

Torlos: Borussias Serienfinale

In zehn Ligaspielen hintereinander hatte Gladbach seit Anfang September mindestens einmal getroffen. Die Serie endete am Sonntag in einem Spiel der Sorte: "Und wenn sie nicht gestorben sind, dann versuchen sie's noch heute." Immerhin: Eine längere Serie gab es seit 1998 nicht. Thorgan Hazard war mit seinem Vereinsrekord (seit Beginn der Datenaufzeichnung 1992) daran beteiligt, wobei längst keine Einigkeit herrscht, ob sein abgefälschter Ball, der in Dortmund bei Lars Stindl landete, nun als Vorlage gilt oder nicht. Sieben Partien in Folge mit einem Scorerpunkt dürften dagegen Konsens sein.

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Unterdurchschnittlich gelaufen

In Wolfsburg zählte Hazard zu den Spielern mit einer rätselhaften Leistung. Auf rechts bereitete er dem Gegner so viele Probleme, dass Wolfsburgs Trainer Martin Schmidt zu Beginn der zweiten Hälfte den 18-jährigen Gian-Luca Itter erlöste und William brachte. Danach kam von Hazard nicht mehr viel, der sechs von elf Gladbacher Flanken schlug und fünf von 16 Torschüssen abgab. Darunter war - Stichwort "rätselhaft" - der Versuch mit links, nachdem er sich gut gegen John Anthony Brooks durchgesetzt hatte und frei vor Koen Casteels viel zu hastig den Abschluss suchte. Wie die meisten seiner Kollegen blieb Hazard zudem hinter dem gewohnten Laufpensum zurück. 115,2 Kilometer hatten die Borussen am Ende auf dem Zähler, bei Wolfsburg waren es 5,2 mehr.

 
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