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Borussia Mönchengladbach
Christensens Zwangspause – neues Abwehrpuzzle für Schubert

Bilder: Das ist Andreas Christensen
Bilder: Das ist Andreas Christensen FOTO: Dieter Wiechmann
Mönchengladbach. Der dänische Verteidiger hat bis auf das Pokalspiel zu Saisonbeginn alle Pflichtspiele für die Borussia absolviert. Nun muss sich Trainer André Schubert Gedanken machen, wie er den Abwehrchef ersetzt. Von Thomas Grulke

Der 20. August 2016 nimmt eine Sonderstellung in André Schuberts Amtszeit ein. Als Gladbach in der ersten Runde des DFB-Pokals beim SV Drochtersen/Assel antreten musste, verzichtete Gladbachs Trainer auf Andreas Christensen. Der Coach ließ im großen Stil rotieren, so dass auch sein dänischer Abwehrchef sich schonen durfte im Hinblick auf das anstehende Play-off-Rückspiel zur Champions League gegen Young Boys Bern. Doch das war die große Ausnahme. Denn seit Schuberts Einstieg im September 2015 war Christensen ansonsten immer ein Mitglied der Gladbacher Abwehrreihe. In 47 Pflichtspielen – ausgenommen ist nur jene Pokalpartie im vergangenen August – fehlte der dänische Nationalspieler keine Minute.

Wenn Borussia am Mittwoch indes bei Celtic Glasgow in der Königsklasse antritt, wird Schubert erstmals unfreiwillig auf den 20-Jährigen verzichten müssen: Christensen zog sich am vergangenen Samstag beim Bundesliga-Heimspiel gegen den Hamburger SV eine Verletzung in der Gesäßmuskulatur zu und wird den Gladbachern bis auf Weiteres fehlen.

Es wird also schon recht ungewöhnlich sein, am Mittwoch eine Borussen-Abwehr ohne Andreas Christensen zu sehen. Egal, ob nun in einer Dreier- oder Viererkette und mit welchen Nebenleuten auch immer: Der junge Däne war seit nun über einem Jahr die Konstante in Gladbachs Verteidigung. Und auch wenn er in der Startphase der Saison auch das eine oder andere schwächere Spiel einstreute, bewies er jüngst beim 0:0 gegen den HSV wieder seinen Wert, als er den bulligen Pierre-Michel Lasogga aus dem Spiel nahm und zweikampfstärkster Borusse war. Die Zwangspause des Leistungsträgers in den heißen Herbstwochen mit wegweisenden Spielen in allen drei Wettbewerben schmerzt, jedoch bieten sich Schubert mehrere Optionen, wie er Christensens Fehlen im Celtic Park auffangen kann.

Da ist in erster Linie Jannik Vestergaard, Christensens Landsmann und Teamkollege in der dänischen Nationalmannschaft. Der 24-Jährige ist allein schon aufgrund seiner Körperlänge ein logischer Kandidat, denn Borussia wird den Schotten in Sachen Kopfballstärke etwas entgegensetzen müssen. Kopfballstark, wenn auch längst nicht so hoch aufgeschossen, ist allerdings auch Tony Jantschke, der wie Vestergaard gegen den HSV auf der Bank saß. Für Jantschke spricht dessen Erfahrung in internationalen Begegnungen mit Borussia und das taktische Geschick, zudem hat der 26-Jährige einen überzeugenden Saisonstart hingelegt.

Überzeugen konnte in den ersten Saisonwochen auch Tobias Strobl – ehe er sich im Spiel bei RB Leipzig einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zuzog. Doch der Sommer-Zugang aus Hoffenheim ist rechtzeitig vor dem Duell bei Celtic wieder fit geworden. Schon gegen den HSV stand Strobl wieder im Kader, kam indes noch nicht zum Einsatz. Am Montag absolvierte der 26-Jährige am Borussia-Park noch eine individuelle Einheit mit Athletiktrainer Markus Müller.

Strobl kann in die Dreier- oder Viererkette rücken, er kann aber auch den Part neben Christoph Kramer auf der Doppelsechs übernehmen. Schon in den beiden Duellen mit Bern hatte dieses Duo für defensive Stabilität im Zentrum gesorgt. Und defensive Stabilität wird gefragt sein in einem Spiel, das Celtic daheim gewohnt aggressiv und druckvoll bestreiten wird. In so einem Spiel würde Borussia die Ruhe eines Christensen sicherlich guttun. Jetzt, da der Däne erstmals verletzt ausfällt, müssen es andere richten.

 
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