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Borussia Mönchengladbach
Gladbach baut auf die Heimserie

Borussias Heim- und Auswärtsgesicht
Borussias Heim- und Auswärtsgesicht
Mönchengladbach. Im Borussia-Park läuft es für Borussia Mönchengladbach hervorragend, nur eines der vergangenen 14 Heimspiele ging verloren. Gegen die Hamburger muss Trainer André Schubert aber wohl auf seine Torjäger verzichten. Von Jannik Sorgatz

André Schubert zuckte mit den Schultern. "Dazu habe ich jetzt schon 100 Mal etwas gesagt", sagte er. Die Schätzung war sogar halbwegs akkurat. Dennoch blieb es Borussia Mönchengladbachs Trainer nicht erspart, auch ein 101. Mal darüber zu dozieren, warum seine Mannschaft nur eines der vergangenen 14 Heimspiele verloren, aber auch nur eines der vergangenen 14 Auswärtsspiele gewonnen hat.

Der 102. Vortrag dürfte bald folgen, denn heute kommt der Hamburger SV in den Borussia-Park. Ein Heimspiel in der Bundesliga, oder auch: ein Nicht-Auswärtsspiel. An der miesen Bilanz in fremden Stadien haben Schubert und sein Team seit dem 0:4 gegen den FC Schalke nichts ändern können. Es war Länderspielpause, ein Dutzend Gladbacher Profis flog durch die Weltgeschichte, und zu Hause am Niederrhein herrschte auf dem Trainingsplatz zeitweise Einzelbetreuung. Deshalb hallte das letzte Spiel länger nach als gewöhnlich.

Schon am Tag nach der ernüchternden Pleite auf Schalke - mit drei Gegentoren in sechs Minuten - hatte Schubert eine Kurskorrektur angedeutet. "Einen Tick defensiver" wolle man die Auswärtsaufgaben in Zukunft vielleicht angehen, erklärte er. "Wir spielen es zu Hause mit mehr Mut, mit mehr Entschlossenheit, mit mehr Risikobereitschaft", sagte er dann im Interview mit unserer Redaktion, um am Donnerstag auf der Pressekonferenz seine Schlussfolgerung zu wiederholen: "Deshalb haben wir auswärts weniger Torabschlüsse, schießen wir weniger Tore als zu Hause und sind weniger erfolgreich."

In den kommenden Wochen wird es für Borussia allerdings nicht leicht, Lerneffekte unter Beweis zu stellen. Nach dem Heimspiel gegen den HSV kommen zwar zwei Auswärtsspiele. Doch die Aufgaben bei Celtic Glasgow in der Champions League (19. Oktober) und beim FC Bayern in der Liga (22. Oktober) sind nicht gerade typisch. Beide gehören nicht zum Liga-Alltag. Anschließend spielt Gladbach sechs von sieben Partien zu Hause. Statt eines kleinen Neustarts begibt sich Borussia zwangsläufig in den Von-Spiel-zu-Spiel-Tunnel.

Hamburg kommt nun als Schlusslicht der Liga und hat fünf Spiele in Folge verloren. "Der Tabellenplatz hat keine große Aussagekraft", meint Schubert. "Schalke war nicht der typische Tabellenletzte, und der HSV ist es auch nicht." Anders als Schalke hat Hamburg schon den Trainer gewechselt. Die Premiere unter Bruno Labbadias Nachfolger Markus Gisdol brachte ein 0:2 gegen Hertha BSC.

Auch wenn die Gladbacher, denen zwei Heimsiege zur Einstellung des Vereinsrekordes fehlen, als klarer Favorit ins Spiel gehen, plagen Trainer Schubert ein paar Personalprobleme. Raffaels Ausfall ist nach seinem Muskelfaserriss so gut wie sicher. Außerdem bangt Borussia um Thorgan Hazard, der mit einer leichten Blessur am Knie von der belgischen Nationalmannschaft zurückgekehrt ist. Beide haben bislang 13 der 21 Pflichtspieltore in dieser Saison erzielt.

Zwei Optionen hat Schubert, um die Vortragsreihe "Warum Borussia zu Hause so viele und auswärts so wenige Punkte holt" zu beenden: Die erste, ein Ende der Heimserie gegen den HSV, kommt natürlich nicht infrage. Die zweite, konstante Erfolge in der Fremde, erlaubt der Terminkalender noch nicht.

Quelle: RP
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