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Borussia Mönchengladbach
Bayern schmeckt der Schweizer Riegel nicht

Borussia Mönchengladbach: Bayern schmeckt der Schweizer Riegel nicht
Vier Spiel machte Sommer mit Gladbach gegen die Münchener, zwei wurden gewonnen (2:0, 3:1) und zwei endeten Unentschieden (0:0, 1:1). FOTO: afp, PST
Mönchengladbach. Die Schweizer Yann Sommer und Nico Elvedi haben mit Borussia gegen München noch nicht verloren. Dabei soll es heute bleiben. Von Karsten Kellermann

Wäre da dieses Champions-League-Spiel mit dem FC Basel nicht. Dann wäre die Bilanz von Yann Sommer gegen den FC Bayern makellos, oder besser gesagt: Niederlagen-los. Doch die erste Reise des Borussen-Torhüters nach München, die endete mit einer bitteren Erfahrung. 0:7 verloren er und der Rest des FC Basel seinerzeit beim deutschen Rekordmeister und schieden somit trotz des 1:0-Sieges im Hinspiel aus. Seither aber kennt Sommer das Gefühl, gegen die Bayern zu verlieren, nicht mehr: Vier Spiel machte er mit Gladbach gegen die Münchener, zwei wurden gewonnen (2:0, 3:1) und zwei endeten Unentschieden (0:0, 1:1). Zweimal war auch sein Landsmann Nico Elvedi dabei, bei den beiden Treffen mit den Bayern in der vergangenen Saison, und somit ist der 20-Jährige gegen die Bayern noch ungeschlagen. Beide, der Torhüter und der Verteidiger, wollen auch heute einen Schweizer Riegel vorschieben, wenn die Borussen bei den Bayern antreten.

Sommer und Elvedi setzen die liebgewonnene Schweiz-Tradition in Gladbach fort, die 2001 mit Jörg Stiel begann. Lucien Favre, der Trainer aus der Schweiz, ist nach wie vor die Symbolfigur der Gladbacher Renaissance, Granit Xhaka ist als teuerster Transfer in die Klubgeschichte eingegangen, aktuell haben vier Schweizer in Gladbach einen Profivertrag, neben Sommer und Elvedi sind da noch der in der Reha befindliche Josip Drmic und Djibril Sow. Der ist wie Elvedi 20, kam ebenfalls 2015 aus Zürich. Sow dürfte zeitnah sein Profi-Debüt feiern, er saß beim Champions-League-Spiel in Glasgow auf der Bank.

Die Eidgenossen und ihre Kollegen in der Borussen-Abwehr sind offenbar gerüstet für den schweren Job in München. In den letzten beiden Spielen stand hinten die Null - für Sommer ist das eine Premiere unter Trainer André Schubert und das erste Mal seit Mai 2015. Der Keeper wurde indes weder vom Hamburger SV (0:0) in der Bundesliga, noch von Celtic Glasgow richtig geprüft. Gleichwohl packte er sicher zu, wenn es nötig war. "Gerade in Glasgow war Yann bei den vielen hohen Bällen, die in den Strafraum flogen, sehr sicher", befand Torwarttrainer Uwe Kamps. Sommer ließ sich von den schottischen Brocken, die zuweilen mit ihm in die Luft stiegen, nicht beeindrucken. Er ist demnach bestens vorbereitet auf die Bayern - und hat ohnehin eine 50-prozentige Zu-Null-Quote gegen die vielen Superstürmer der Bayern, mit denen er sich schon konfrontiert sah. "Es tut immer gut, zu Null zu spielen", sagt Sommer.

Stets unbeeindruckt ist auch Nico Elvedi. "Über ihn spricht kaum noch einer, wenn er gut spielt, das wird schon als normal vorausgesetzt. Aber der Junge eist 20, ich erinnere noch mal dran", sagte Trainer André Schubert nach dem Sieg in Glasgow. Zuvor gegen den HSV war Elvedi bester Borusse gewesen, fast hätte er seinen Glanztag gar mit einem Tor gekrönt. In Glasgow arbeitete er mit Jannik Vestergaard sicher und kompromisslos. Das will er nun auch gegen die Bayern tun.

Die Bayern waren für den jungen Mann, für den Borussia vier Millionen Euro zahlte, der Startschuss in seine Bundesligakarriere. Gerade 14 Minuten deutsche Eliteklasse hatte er hinter sich, als er am 5. Dezember 2015 plötzlich Startelfteilnehmer war - gegen die Bayern. "Das war schon sehr speziell für mich. Es war ein super Erlebnis, das erste komplette Spiel bei Borussia gegen die Bayern zu machen und auch noch 3:1 zu gewinnen", sagte Elvedi.

Er ist wohl der schubertste aller Borussen und zugleich einer der Geburtshelfer der vom Trainer damals gegen die Bayern erstmals aufgestellten Dreierkette. Schubert machte Elvedi zum Stammspieler, als er einen Mann brauchte, der außen und innen gleichermaßen verteidigen kann. Elvedis größte Stärke ist, dass er verblüffend schnell lernt und daher Situationen sehr gut antizipieren kann. Darum steht er meist richtig und braucht keine spektakulären Rettungstaten.

"Mich überrascht es nicht, dass Nico es so gut macht. Ich kenne ihn ja, und weiß, wie abgeklärt und emotionslos er in die Spiele geht. Ich freue mich für ihn, aber ich freue mich auch für uns, dass er uns hilft, so wenige Gegentore zu bekommen", sagt Sommer. Wenige bis kein Gegentor wären auch heute hilfreich bei der Mission "etwas holen in München".

Wie das gehen kann, weiß Yann Sommer: "Kompakt, konstruktiv, mit viel Qualität. So haben wir in Glasgow gespielt. Wenn wir so spielen, ist es für jeden Gegner schwer und es kann auch in München gut für uns laufen. Und in Glasgow haben wir gezeigt, dass wir auch auswärts punkten können. Das gibt Selbstvertrauen", sagt Sommer. Gladbachs Schweizer Riegel soll auch dieses Mal den Bayern nicht schmecken.

Quelle: RP
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