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Borussia Mönchengladbach
Bei den Neuen geht noch mehr

Fotos: Matthias Ginter – Freiburg, Dortmund, Gladbach
Fotos: Matthias Ginter – Freiburg, Dortmund, Gladbach FOTO: dpa, rwe gfh
Mönchengladbach. Zeit für eine erste Zwischenbilanz: Wie hat Borussia eingekauft? Die beiden Gewinner sind 18 und 20 Jahre alt. Von Jannik Sorgatz

37,25 Millionen Euro hat Borussia im Sommer ausgegeben. So haben sich die sieben Zugänge in den vergangenen drei Monaten geschlagen:

Matthias Ginter Für Jannik Vestergaard war Andreas Christensen wie ein zweieiiger Zwilling. Logisch, dass Ginter als dessen Nachfolger erst einmal in die Rolle des Stiefbruders schlüpft. "Aber ich finde, dass wir Spiel für Spiel zusammenwachsen", sagte Vestergaard über seinen neuen Nebenmann. Das war vor dem Dortmund-Spiel, dort gingen beide beim 1:6 gleichermaßen unter, gaben gegen Hannover jedoch die richtige Antwort. Da Trainer Dieter Hecking mit seinen Innenverteidigern gerne einen Stabilitätspakt schließt, genießt Ginter sein Vertrauen. Erfolgserlebnisse wie in der Nationalmannschaft können nicht schaden, um den 23-Jährigen zu stärken: Beim Stand von 1:1 kam er rein und erlebte, wie es laufen kann gegen einen tiefstehenden Gegner - 5:1 hieß es am Ende. Ginter wirkt erwachsener als beim BVB, noch ist aber Luft nach oben. Heckings Vertrauen sollte helfen.

Denis Zakaria Das Gastspiel in Dortmund sollte der vorläufige Höhepunkt seiner jungen Karriere werden. Nach der Klatsche gab es erstmals einen niedergeschlagenen Zakaria zu beobachten. Dass er danach gegen Hannover erstmals auf der Bank saß, war keine Entscheidung gegen ihn, sondern für Michael Cuisance. Mit seiner positiven Art ist der 20-Jährige ein Gewinn für Borussia. Seine Lernfähigkeit stellte Zakaria schon ganz simpel unter Beweis. Nach drei Gelben Karten in drei Einsätzen sagte er: "Daran muss ich arbeiten." Hat er getan - und seitdem keine Verwarnung mehr gesehen. An ihm dürfte Borussia noch viel Freude haben. Das Gastspiel mit der Schweiz in Portugal ist heute der nächste potenzielle Höhepunkt.

Vincenzo Grifo In der Vorbereitung hatte sich der Italiener nicht gerade aufgedrängt, dann setzte ihn eine Kapselverletzung wochenlang außer Gefecht. Doch eine Viertelstunde nach seiner Einwechslung gegen Hannover hat gereicht, um Lust auf mehr zu machen. Wie Ibrahima Traoré ist er ein Spieler der Sorte "So einen gibt's nur einmal im Kader". Bei Grifo sind es der feine Fuß, das Auge und die Schlitzohrigkeit, die ihn besonders machen. Am liebsten würde er es sicher schon am Sonntag bei Werder Bremen zeigen - und zwar von Beginn an.

Raúl Bobadilla Die Gleichung lautet: Je besser es bei Raffael, Thorgan Hazard und Lars Stindl läuft, desto weniger wird er spielen. Der Paraguayer ist das Fieberthermometer in Heckings Offensive. Zuletzt kam er nach einer Stunde für Raffael ins Spiel, beim Stand von 0:0, womit klar war: Gut war es nicht gelaufen. Bobadillas körperliche Präsenz signalisiert den Gegnern, hellwach sein zu müssen. Bislang haben sie ihn bei seinen Kurzeinsätzen im Griff, zuletzt war der 30-Jährige angeschlagen. Er muss den Druck auf die Stammkräfte erhöhen.

Michael Cuisance Zweitjüngster Debütant, jüngster ausländischer Spieler, jüngster Spieler in der Startelf - einen Platz in den Geschichtsbüchern hat sich der 18-Jährige bei Borussia schon gesichert. Und das Beeindruckendste: Vom ersten Tag an hat er Zeichen gesetzt. Cuisance wird behutsam wachsen dürfen in Gladbach, jetzt gilt es, wie bei Zakaria, Lernfähigkeit unter Beweis zu stellen. Anlass für Zweifel besteht bislang nicht.

Reece Oxford Ginters Vorteil ist sein Nachteil: Hecking wechselt in der Innenverteidigung nur, wenn es sich kaum verhindern lässt. Zudem stehen Tobias Strobl und Mamadou Doucouré nicht zur Verfügung, Tony Jantschke erst seit Kurzem - deshalb wird Oxford als Defensivoption auf der Bank benötigt und kann nicht einmal in der U 23 Spielpraxis sammeln. Geduld ist gefragt.

Julio Villalba Sein Debüt hat er gefeiert, hinzu kamen gute Testspiele. Seit Bobadilla da ist, sind zudem die Sorgen um seine soziale Integration gesunken. Deshalb kann Villalba nach 100 Tagen als Borusse zufrieden sein. Wohin sein Weg führen wird, ist dagegen völlig ungewiss.

Quelle: RP
 
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