| 18.33 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Das Hertha-Spiel und die fünf Kreise

Hertha - Borussia
Hertha - Borussia FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Das Duell 2015, die Auswärtsschwäche, der Vergleich mit der Vorsaison, Raffael und Nico Schulz – es schließen sich einige Kreise am Freitag, wenn Borussia bei Hertha BSC zu Gast ist. Dann könnte auch etwas Glück nicht schaden. Von Jannik Sorgatz

Der erste Kreis ist besonders groß und wurde vor einem Jahr beim letzten Auftritt in der Hauptstadt geöffnet. Das deutliche 4:1 setzte den Schlusspunkt der Gladbacher Siegesserie unter Damals-noch-Interimstrainer André Schubert, es war der sechste Bundesligaerfolg hintereinander, Rekord für einen Bundesliganeuling auf der Bank. 

Auf einen Vergleich wollte sich der Trainer am Donnerstag nicht einlassen. "Die Konstellation ist völlig anders: die Tabellensituation, der Kader, die Verletztenlage." Der Fünfte empfing damals den Siebten, am Freitag empfängt der Fünfte den Elften. Granit Xhaka und Havard Nordtveit sind nicht mehr im Verein, verletzt fehlen Álvaro Dominguez, Andreas Christensen und Ibrahima Traoré. Trotzdem müssten sich die Borussen nicht grämen, wenn sie noch einmal die Zusammenfassung der Partie anschauen würden. Dass Gladbach um Welten besser war als zum Beispiel am Dienstag beim 1:1 gegen Celtic Glasgow, lässt sich nur schwerlich behaupten. 

Oscar Wendts Schuss springt aus schier unmöglichem Winkel vom Innenpfosten ins Tor, Raffael spielt einen doppelten Doppelpass mit Herthas Vladimir Darida und sein Schuss wird zum 2:0 ins Tor abgefälscht, dann wird Traoré nach der Pause leicht runtergedrückt und bekommt einen Elfmeter, den Xhaka verwandelt. Dass Thorgan Hazard in der Schlussphase ziemlich ungeschickt einen Strafstoß verursacht, kann Borussia locker verkraften. Am Ende trifft sogar noch Rechtsverteidiger Havard Nordtveit. Hertha geht mit 14:11 Torschüssen aus dem Spiel, die Statistik hat 4:1 Großchancen gezählt. Wer wissen will, was gemeint ist, wenn eine Mannschaft einen Lauf hat, bekommt es dort eindrucksvoll vorgeführt.

Der erste "richtige" Auswärtssieg seit einem Jahr?

Am Dienstag hatte Borussia gegen Celtic mehr Chancen und bessere Chancen. Ein individueller Aussetzer ermöglichte dem Gegner den Ausgleich. "Das müssen wir erstmal aus den Kleidern schütteln", sagte Schubert nach dem Spiel. Das ist passiert, nun geht es nach Berlin und dort soll im besten Fall der erste "richtige" Auswärtssieg seit einem Jahr her. Selbst wer das 2:0 beim SV Darmstadt Mitte Mai mitzählt, kommt nur auf einen in 15 Spielen. Davor war Hertha, am 31. Oktober 2015. Dies ist der zweite Kreis, der sich schließt.

Der dritte bezieht sich auf den Sieben-Spiele-Block zwischen zwei Länderspielpausen. Zwei Siege, drei Unentschieden und eine Niederlage stehen in allen Wettbewerben zu Buche. Doch besonders die Bundesligabilanz benötigt noch eine Auffrischung. Hier gab es seit dem 24. September weder einen Sieg noch ein Tor. Borussias Saison 2016/17 droht von der Saison 2015/16 punktemäßig, trotz des Katastrophenstarts unter Lucien Favre überholt zu werden. Damals waren es 15 Punkte nach zehn Spieltagen, mit einem Erfolg in Berlin könnte Gladbach sozusagen gleichziehen. 

Nico Schulz lechzt nach der Startelf

Der vierte Kreis: Raffael ist bereit, um gegen seinen ehemaligen Verein zu beginnen. Er wird wie Thorgan Hazard auf jeden Fall im Kader stehen. Und dann wäre da noch Nico Schulz, der fünfte sich schließende Kreis. Der 23-Jährige hat nicht nur bei Hertha gespielt, er ist sogar in Berlin geboren. "Natürlich wäre es toll, wenn wir drei Punkte holen könnten. Wir wissen, dass das Spiel sehr wichtig ist, gerade weil wir der Spitzengruppe ein bisschen hinterherhängen", sagt Schulz im Interview mit unserer Redaktion, das am Freitag erscheint.

Er rechnet sich Chancen auf seinen ersten Startelfeinsatz für Borussia aus, die Geschichte hätte ein besonders dickes "ausgerechnet" verdient. "Ich will auf jeden Fall gern mal wieder von Beginn an spielen", sagt Schulz. "Aber das entscheidet der Trainer. Ich bin jedenfalls bereit."

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