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Borussia Mönchengladbach
Pechvogel Hrgota will nach der Rückkehr „kämpfen“

Porträt in Bildern: Das ist Branimir Hrgota
Porträt in Bildern: Das ist Branimir Hrgota FOTO: Dieter Wiechmann
Rottach-Egern. Branimir Hrgota kann noch lachen. Dabei ist der schwedische Offensivmann der große Pechvogel im Trainingslager der Borussen am Tegernsee. Er hat sich verletzt – nicht im, sondern nach dem Testspiel gegen den TSV 1860 München am Mittwoch (3:2). Von Karsten Kellermann

"Es war ein gutes Spiel für mich, ich habe zwei Tore gemacht – dann kam die Scheiß-Treppe", sagte Hrgota am Freitag beim Pressetermin im Garten des Mannschaftshotels. Auf dem Weg in die Kabine rutschte er auf der vorletzten Stufe der ominösen eisernen Stiege aus und knickte um. Dabei zog er sich einen Außenband- und Kapselriss im linken Sprunggelenk zu, das ergab die Kernspinuntersuchung.

"Ich wusste sofort, dass etwas kaputt war. Ich hatte das in der vergangenen Saison schon mal im Spiel gegen Leverkusen. Das fühlte sich genauso an", sagte Hrgota. Zwei bis drei Wochen, vermutet er, wird er ausfallen, es werden wohl eher drei sein. "Das ist Mist", sagte er.

Fotos: Trainingslager am Tegernsee, Tag 5 FOTO: Dirk Päffgen

"Das ist sehr bitter"

Allerdings: "Besser, es passiert mir jetzt, als mitten in der Saison. Dann verpasse ich wichtige Spiele", sagte Hrgota. Jedes Übel hat seine positive Kehrseite. "Es wäre auch schlimmer, wenn so etwas am Ende der Vorbereitung passiert, dann fehlt man, wenn es richtig los geht", sagte Teammanager Steffen Korell. "Das ist sehr bitter für mich. Ich muss dann eben kämpfen, wenn ich zurückkomme und richtig Gas geben", kündigt Hrgota an. Er will möglichst schnell wieder da sein, aber auch kein Risiko eingehen und zu früh wieder beginnen. Operiert werde das verletzte Gelenk nicht, "das gibt es bei uns Schweden nicht", sagte Hrgota.

Nicht nur er ärgert sich über den Fauxpas, sondern vor allem auch Trainer Lucien Favre. Dem fehlt für die beiden Testspiele des Wochenendes – am Samstag in Rosenheim gegen Stade Rennes (17 Uhr), Sonntag dann in Rottach-Egern gegen Stoke City (16 Uhr, beide live bei Fohlen.TV) nun ein Stürmer. In einer Phase, da Favre Varianten testet, ist das nicht eben optimal. Er plant Hrgota als Zentralstürmer ein, zudem ist sein Lieblingsschüler eine Alternative für die Außenbahnen.

Fotos: Borussen gewinnen Testspiel gegen 1860 München 3:2 FOTO: Dieter Wiechmann

"Am liebsten Spiele ich in der Mitte, aber ich spiele da, wo der Trainer mich aufstellt, Hauptsache ich kann viel spielen", sagte Hrgota. Favre setzt auf Geschwindigkeit im Angriff, da passt ein flotter Kerl wie Hrgota gut rein. Zumal Favre viel von dem 20-Jährigen hält.

So cool werden wie Ronaldo

Fotos: Borussen im Trainingslager am Tegernsee, Tag 4 FOTO: Dirk Päffgen

"Vergessen Sie Hrgota nicht", sagt er oft, wenn über Borussias Offensivpersonal diskutiert wird. "Der Trainer spricht oft mit mir und sagt mir, was ich verbessern kann", berichtete Hrgota. Schneller will er werden und cooler vor dem Tor. So cool, wie es der Brasilianer Ronaldo früher war. Den hat Hrgota in seiner Kindheit bewundert. Die Coolness kann man sich aneignen durch viel, viel Training beim Torschuss – immer wieder muss das Runde ins Eckige, ob im Training, im Testspiel oder dann im echten Wettkampf. "Wenn man zehn Chancen hat und daraus zehn Tore macht, dann ist das richtig cool", sagte Hrgota, der in Bosnien-Herzegowina geboren wurde, aber schon früh mit seinen Eltern nach Schweden auswanderte.

30 Einsätze hatte er in der vergangenen Saison, aber nur drei von Beginn an. In der Summe stand er 587 Minuten auf dem Platz in der Bundesliga und 120 Minuten im Pokal. In der kommenden Spielzeit will er mehr Spielzeit haben. Und seine Trefferquote verbessern. Zweimal traf er nur in der abgelaufenen Saison, da hat er höhere Ansprüche an sich selbst. Dass die Konkurrenz in der Offensive groß ist, stört den jungen Mann nicht. "Ich mache mein Ding und das, was gut für das Team ist", sagte er.  Selbstbewusst ist Hrgota, und er hat viel Qualität. Nun will er schnell wieder bereit sein, sie zu zeigen. Zumindest hat er mit den beiden Toren gegen 1860 gezeigt, dass auf ihn vor dem Tor Verlass ist.

Zimmer mit Andre Hahn

Im Trainingslager teilt er sich das Zimmer mit einem seiner Konkurrenten: André Hahn, der vom FC Augsburg kam. Beide, schrieb Hahn zuletzt in seiner Kolumne in der Rheinischen Post, seien nicht die großen Redner – doch "wir kommen gut miteinander klar". Hrgota bestätigt das. Nur wenn es um das Unterhaltungsprogramm in der Männer-WG geht, kommen die beiden Herren nicht so recht zusammen.

"André ist ein cooler Typ. Aber er schaut alles auf Deutsch. Ich gucke auf Englisch. Wir sitzen dann jeder mit seinem Laptop da. Ich schaue Serien, er Filme. Aber ich habe alle Filme schon gesehen", berichtete Hrgota und grinste. Seinen Humor konnte ihm offenbar die ärgerliche Verletzung nicht nehmen.

Quelle: RP
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