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Borussia Mönchengladbach
Chapeau, Borussia!

Borussia - Bayer
Borussia - Bayer FOTO: afp
Meinung | Mönchengladbach. Max Eberl hat Recht. Borussia hat in dieser Saison "etwas Großartiges" geschafft. Mit dem Malus des Fünf-Niederlagen-Startes am 33. Spieltag den vierten Platz nach menschlichem Ermessen sicher zu haben, verdient allen Respekt. Von Karsten Kellermann

Der vorzeitige Einzug in die Champions-League-Play-offs ist finanziell sehr lukrativ ist und bedeutet eine Mindest-Planbarkeit (geschätzt rund 15 Millionen Euro bei verlorenen Play-offs nebst der Gruppenphase in der Europa League). Weniger wird es nicht, es kann nur mehr werden, sportlich und wirtschaftlich. Das sagt viel über den Status quo des Klubs aus.

Dass Borussia oben dabei sein kann, ist an sich keine Überraschung. Bemerkenswert ist aber, dass sich die Borussen trotz der vielen Unwägbarkeiten dieser Spielzeit, die genau genommen zu einem totalen Wandel - strukturell, taktisch, personell - im vollen Galopp führten, in den Höhenlagen der Liga behauptet haben. Das zeigt, wie stabil das Gebilde Borussia in den vergangenen Jahren geworden ist.

Der Gladbacher Kader ist ausgezeichnet besetzt, die Mischung stimmt. Doch es lief wenig nach Plan. Zwischenzeitlich fiel nahezu eine ganze Reihe Spieler aus, die in den Vorjahren der große Stabilitätsfaktoren waren (Stranzl, Dominguez, Jantschke, Herrmann etc.). Teenager wie Christensen, Elvedi und Dahoud sprangen ein und wuchsen an ihren Aufgaben. Da zeigte sich, wie groß die qualitative Breite im Kader ist und welche Vielfalt er taktisch bietet. Vor der Saison war eine Borussia ohne Lucien Favre gefühlt undenkbar. Nun hat sein Nachfolger André Schubert in seiner ersten Bundesliga-Saison auf seine Art und mit seinen Ideen Gladbachs Erfolgsgeschichte mit der Rekordbilanz von 1,86 Punkten im Schnitt fortgeschrieben - es ist die vierte Europa-Qualifikation binnen fünf Jahren. Da darf man von Konstanz auf hohem Niveau sprechen.

Dass André Hahn in der entscheidenden Phase der entscheidende Mann geworden ist und das Team mit seinen drei Toren (zum 1:1 in München, nun zum 2:1 gegen Leverkusen) letztlich in die Play-offs zur Champions League geführt hat, passt zur Rest-Saison. Hahn war nach der schweren Verletzung durch den Tritt des Schalkers Johannes Geis schon abgeschrieben. Doch er kämpfte sich zurück und schrieb nun in einer für ihn neuen Rolle sein Helden-Epos. Hahn, der Kämpfer, hat Borussia aus der kurzen Lethargie der Niederlagen in Ingolstadt und Hannover erweckt.

Vom Krankenbett in die Champions League, so kann man verkürzt Hahns Geschichte überschreiben. Und auch Borussias Saison. Gladbach war arg angeschlagen und kam wie Phoenix aus der Asche zurück. Zunächst schnurgerade, dann im Zick-Zack-Kurs, auch das passt zu dieser Achterbahn-Saison. Borussia steht nun verdient da oben "Wir sind immer wieder aufgestanden", sagte Symbolfigur André Hahn. Chapeau!

Quelle: RP
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