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Borussia Mönchengladbach
"Wir haben es in der ersten Halbzeit nur mit 90 Prozent gemacht"

Einzelkritik: Kein Borusse besser als 3-
Einzelkritik: Kein Borusse besser als 3- FOTO: rtr, WR/
München. Am Ende waren die Borussen mit dem Ergebnis in München nicht unzufrieden. Ein 0:2 gegen den FC Bayern gehört zu den gewöhnlicheren Ergebnissen im Bundesliga-Kalender. Doch die schwache erste Halbzeit verlangte nach ein paar Erklärungen. Von Jannik Sorgatz, München

Borussias Spieler und Verantwortliche vermittelten nicht den Eindruck, als seien sie der Meinung, zu schlecht weggekommen zu sein mit dem 0:2. Wie die Schlussphase verlaufen wäre, wenn André Hahn in der 70. Minuten nicht Aluminium, sondern ins Tor zum Anschluss getroffen hätte, war dennoch ein naheliegendes Gedankenspiel. "Als die Bayern gemerkt haben, dass sie sich noch ein Tor fangen könnten, wollten sie wieder etwas mehr machen. Aber da haben wir es so gemacht, wie wir es uns vorgenommen hatten", fand Sportdirektor Max Eberl.

Eine andere – und wahrscheinlichere – Variante wäre ein höherer Rückstand zur Pause gewesen, weil der Rekordmeister klar dominierte und den Gladbachern nur einen gelungenen Angriff in 45 Minuten gewährte. "Wir waren die ganze Zeit irgendwie dabei, kamen aber nie richtig rein. Dann fingen die Bayern sogar an, ein paar Mätzchen zu machen. Das war natürlich frustrierend", sagte Mittelfeldmann Christoph Kramer. "Alle elf haben es in der ersten Halbzeit nur mit 90 und nicht mit 100 Prozent gemacht. So hast du gegen den FC Bayern keine Chance."

Deshalb stritt auch niemand ab, dass dieser Erfolg – der erste der Bayern gegen Borussia seit Januar 2014 – hochverdient war. "Wir waren physisch, aber in der einen oder anderen Sekunde auch gedanklich nicht in der Lage, da zu sein", sagte Trainer André Schubert und wollte die Leistungssteigerung nach der Pause nicht überbewerten: "In der zweiten Halbzeit haben wir das deutlich besser gemacht, die Bayern haben uns aber auch ein bisschen gelassen."

Seinem Team mangelte es also entweder an geistiger oder körperlicher Frische, oftmals sogar an beidem. Besser wurde es erst in der zweiten Hälfte, nachdem Schubert Jonas Hofmann rausgenommen und Tony Jantschke eingewechselt hatte. In einem 5-4-1 mit nur noch drei nominellen Offensivspielern auf dem Platz stand Gladbach hinten stabiler und kombinierte sicherer nach vorne. Das reichte, um ein Debakel zu verhindern. "Wir haben uns in der zweiten Halbzeit gewehrt. Andere Teams werden dann hier abgeschlachtet", sagte Eberl. "Noch sind wir nicht in der Lage, dieses Niveau alle drei Tage zu bringen. Wir lernen es gerade."

Der Rhythmus bleibt identisch. Am Dienstag kommt der VfB Stuttgart im DFB-Pokal, am Freitag Eintracht Frankfurt in der Bundesliga und am darauffolgenden Dienstag Celtic Glasgow in der Champions League. Dreimal spielt Borussia zu Hause, dreimal ist sie Favorit. Die Voraussetzungen sind also ganz anders als an diesem Samstagabend in München, der an den Beteiligten zumindest 45 Minuten lang total vorbeigelaufen war.

(jaso)
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