| 14.57 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Das 3:5 ist Ansporn und Warnung zugleich

Die Hecking-Tabelle
Die Hecking-Tabelle FOTO: dpa, awe hak
Mönchengladbach. Das Ende einer Saison ist der Zeitpunkt für Ergebnisse. Entscheidungen stehen an, und da hilft eine gute B-Note allein herzlich wenig. Borussia hat in Hoffenheim 3:5 verloren und somit keine Punkte geholt. Sie hatte Glück, dass bis auf das erstarkte Bremen die Konkurrenz ebenfalls verlor. Das ist vielleicht die kleine Belohnung des Schicksals für einen tollen Fußballnachmittag, den die Borussen in Sinsheim mitgestalteten. Von Karsten Kellermann

Sieben Gegentore in zwei Spielen (zwei in Köln, fünf in Hoffenheim) sind zu viel. Diese Bilanz ist vor allem deshalb ärgerlich, weil ein Team, das zweimal drei Tore auswärts erzielt, eigentlich mehr Punkte einsammeln sollte als drei – und es in einer Vielzahl der Fälle auch tut. Den im Schnitt drei Toren stehen aber durchschnittlich 3,5 Gegentore gegenüber – der Trend muss sich wieder ändern, wenn es noch etwas werden soll mit Europa. In Hoffenheim hat sich gezeigt, dass Ästhetik allein keine Punkte bringt. Der Gegner hatte Spaß und Ertrag, Borussia nur Spaß und Ergebnisfrust. Dieter Hecking, der Pragmatiker, weiß das, und er wird vor dem Treffen mit der zweitbesten Offensive der Saison, der aus Dortmund, daran verstärkt arbeiten.

Andererseits: Die Art und Weise wie die Borussen auftraten bei den Spielen in Köln und Sinsheim war zugleich hoffnungsbildend. Sie zeigten Spielfreude, Torhunger, Moral, Einsatzwillen und Kampfkraft: "Das ist doch was, was wir für die nächsten Wochen noch sehr gut gebrauchen können", sagte André Hahn. Zu Recht.

Einzelkritik: Christensen und Vestergaard oft überfordert FOTO: dpa, ua hpl

Es zeigte sich, welche Offensivqualität die Borussen haben, obwohl immerhin zwei ihrer besten Kräfte vorn fehlten in Raffael und Thorgan Hazard. Jeder Mannschaftsteil steuerte zuletzt Tore bei: die Abwehr (zweimal Vestergaard), das Mittelfeld (Dahoud, Traoré), der Angriff (zweimal Stindl) – Unberechenbarkeit kann ein hilfreicher Faktor sein in der entscheidenden Phase der Saison. Den Willen zum Tor zeigte insbesondere das 2:2 in Hoffenheim. Sicher, Jonas Hofmann spielte Hand, doch war es ein erzwungenes Tor, eines, das aus dem Ballbesitz des Gegners herausgepresst wurde. Nicht aufgeben, an sich glauben – auch das sind fraglos Erfolgsfaktoren. Nun ist es keine neue Erkenntnis, dass die Borussen vorn gut aufgestellt und jederzeit für Tore gut sind. Doch diese These immer wieder auch zu bestätigen, kann nicht schaden, zumal es in der Hinrunde die Phase der Torschusspanik gab, die letztlich im Niedergang im letzten Drittel des ersten Saisonteils gipfelte. Nun, ein Problem vor dem Tor haben die Gladbacher derzeit eher nicht, auch gegen Borussia Dortmund werden sie etwas ausrichten können.

Borussia sollte aus dem Spektakel von Sinsheim mitnehmen, wie es gegen Dortmund und auch danach laufen soll und wieder nicht laufen soll. Das 5:3 ist Ansporn und Warnung zugleich. Interpretieren es die Borussen in beide Richtungen richtig, kann es ein Leitfaden sein für die richtigen Ergebnisse zur richtigen Zeit.

 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Borussia Mönchengladbach: Das 3:5 ist Ansporn und Warnung zugleich


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.