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Borussia Mönchengladbach
"Das ist es, was man in der Bundesliga sehen will"

Borussia Mönchengladbach: "Das ist es, was man in der Bundesliga sehen will"
FOTO: dpa, ua hpl
Sinsheim. Julian Nagelsmann und Dieter Hecking haben sich nach dem 5:3 zwischen 1899 Hoffenheim und Borussia Mönchengladbach euphorisch geäußert. Sowohl ihre eigenen Mannschaften als auch den jeweiligen Gegner überschütteten sie mit viel Lob. Von Jannik Sorgatz

Zwei dermaßen glückliche Trainer dürfte man noch nicht gesehen haben in dieser Bundesligasaison – und das nach einem Spiel, das nicht Unentschieden ausging. Gewinner Julian Nagelsmann kommentierte das 5:3 seiner Hoffenheimer gegen Gladbach genau wie sein Kollege Dieter Hecking auf der Verliererseite geradezu beseelt. "Man hat von der ersten Minute an gesehen, warum ich dieser Gladbacher Mannschaft so gerne zuschaue. Es war ein unfassbar attraktives Spiel", sagte Nagelsmann. "Kompliment an Julian und seine Truppe", sagte Hecking. "Diese nach vorne agierende Spielweise ist es, was man in der Bundesliga sehen will."

2:0, 2:2, 4:2, 4:3, 5:3 – das war die Torfolge in diesem aufregenden Spiel, in dem es zwischendurch maximal 23 Minuten torlos blieb. "Es ist schade, wenn man in so einem Spiel als Verlierer vom Platz geht. Aber es war ein toller Fußball-Nachmittag und ich bin stolz, wie meine Mannschaft hier agiert hat", sagte Hecking. Auch dahingehend schloss sich Nagelsmann an: "Wir waren nicht zwingend zwei Tore besser. Gladbach hätte den Sieg auch verdient gehabt."

Für Hoffenheim war der Erfolg wichtig, um den dritten Platz gegenüber Borussia Dortmund zu verteidigen. Hecking versprach, Nagelsmanns Team in der kommenden Woche im direkten Duell mit dem BVB gerne Schützenhilfe leisten zu wollen. "Wir wollen noch nach Europa", sagte der 52-Jährige. Die Tabelle ist – Stand Samstagabend – auf den für Gladbach relevanten Plätzen erst einmal eingefroren worden. Hertha (0:1 in Mainz), Freiburg (0:4 in Leipzig), Köln (1:2 in Augsburg), Borussia und Frankfurt (1:3 in Dortmund) verloren allesamt ihre Spiele. Der Kampf ums internationale Geschäft dürfte bis zum Saisonende ein echter Krimi werden.

Hecking schien das Gastspiel in Hoffenheim deshalb als Bonusaufgabe zu bewerten, besonders angesichts der Verletzungssorgen. Neben Raffael war auch Thorgan Hazard kurzfristig ausgefallen. Aus Borussias Achse fehlt seit Wochen Christoph Kramer, auch Fabian Johnson ist nach seinem Muskelfaserriss immer noch nicht so weit. "Es ist nicht leicht, weil wir jede Woche improvisieren müssen. Aber ich fahre mit einem guten Gefühl nach Hause, dass die Mannschaft das noch fünfmal in der Liga abrufen kann und hoffentlich zweimal im Pokal." Am 25. April steht das Halbfinale gegen Eintracht Frankfurt an.

Dem wahnsinnigen Tempo schien Schiedsrichter Christian Dingert nicht ganz gewachsen. "Für ihn war es wahnsinnig schwer. Der wusste anscheinend nicht, was heute auf ihn zukommen würde. Er musste unglaublich viel hin und her rennen", sagte Hecking, wollte Dingert aber "keinen Vorwurf" machen. "Julian hätte sicherlich so zwei, drei Szenen. Ich hätte zwei, drei Szenen. Aber das müssen wir halt beide akzeptieren und müssen gleichzeitig unsere Emotionen am Spielfeldrand ausleben dürfen."

Beim 1:0 stand Adam Szalai knapp im Abseits, vor dem 2:0 hatte Hecking ein Handspiel gesehen, das 2:1 war dann mal regulär, bevor Lars Stindl das strittige 2:2 erzielte. Hoffenheims Torwart Oliver Baumann hatte Jonas Hofmann den Ball an die Hand geschossen, von wo er über Mo Dahoud bei Stindl landete. "Absicht war es auf keinen Fall, natürlich entsteht ein großer Vorteil dadurch", sagte Nagelsmann. "Dann ist man schon sauer, aber es geht auch darum, die Emotionen in die richtigen Bahnen zu lenken. Du musst nicht gegen die drei in Gelb gewinnen, sondern gegen die elf in Weiß." Letzten Endes gelang Hoffenheim das einen Tick besser. Dem 3:2 ging ein fragwürdiger Freistoßpfiff voraus, vor dem 5:3 hätte Dingert Stürmerfoul pfeifen können. Drei von acht Treffern waren immerhin unstrittig - und Mark Uths Linksschuss in den Winkel am schönsten.

(jaso)
 
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