| 16.07 Uhr

Borussia Mönchengladbach
Das läuft wieder besser in Borussias Spiel

Borussen feiern Sieg in Stuttgart mit den Fans
Borussen feiern Sieg in Stuttgart mit den Fans FOTO: Dirk Päffgen
Mönchengladbach. Zwei Spiele, zwei Siege, 7:3 Tore – besser hätte die Nach-Favre-Zeit für Borussia kaum beginnen können, besser hätte Interimscoach André Schubert kaum loslegen können. Wo in der Vorwoche noch Ratlosigkeit und Plattitüden regierten, sind sie in Gladbach nun wieder deutlich selbstbewusster und mutiger im Auftreten. Von Stefan Klüttermann

Doch was genau ist in den letzten zwei Partien so spürbar anders, so sichtbar besser gelaufen? Es sind gleich mehrere Punkte, die hier konstruktiv zusammenspielen.

MEHR BALANCE Bei den Niederlagen zu Saisonbeginn war Borussia die Balance auf dem Platz vollends abgegangen, und Balance war nicht irgendein, sondern das zentrale Element im Favre-Fußball. Das Austarieren im Zusammenspiel der beiden Sechser, die Mischung aus Mut nach vorne und Ordnung nach hinten, beides war irgendwie verloren gegangen, und beides ist nun wieder da. Im zentralen Mittelfeld harmoniert das Duo Xhaka/Dahoud, weil es abwechselnd Impulse nach vorne setzt, ohne dabei große Lücken im Rücken zu provozieren, und über das ganze Team hinweg gesehen ist mit mehr Mut ins eigene Handeln auch das Gefühl für just das richtige Handeln zurückgekehrt, für eben genau die so wichtige Balance zwischen Offensive und Defensive.

RÜCKKEHRER Patrick Herrmann und Fabian Johnson tun Borussia als Gefüge spürbar gut. Beide sind Balancespieler. Herrmann gibt dem Offensivspiel mehr Tempo und bietet den Kollegen im Vorwärtsgang so eben eine erfolgsversprechende Option mehr, Johnson ist das personifizierte Umschaltspiel zwischen Offensive und Defensive und verhilft zudem – das ist nicht zu unterschätzen – dem Team auch mal wieder zu gewonnen Kopfballduellen im Mittelfeld. Mit einem Alvaro Dominguez kommt zudem ein weiterer Baustein eines funktionierenden Gerüsts zurück.

Noten: Borussen komplett im Zweier- und Dreier-Bereich FOTO: dpa, dm fdt

MEHR MUT Schubert hat dem Favre-Fußball eine Portion mehr Mut aufgetragen: Xhaka und Dahoud pressen nun früher, der Vorwärtsgang wird nun in mancher Situation wieder mutiger gesucht als zuvor, und die Angst, Fehler zu machen, die mit einer Niederlagenserie automatisch kommt, ist dem Mut, auch Fehler machen zu dürfen, gewichen. Die Kopfsache Fußball klappt damit auch einfach wieder besser.

VARIABLERE OFFENSIVE Borussia bekommt mit ihrer aktiveren Art, Fußball zu spielen, die gegnerische Abwehr endlich auch mal wieder in Bewegung. Aus dem Zentrum wird der Ball früher und besser verlagert als zuvor, die Außenverteidiger gehen öfter mit, und gegen eine Defensive in Unordnung kommen so die individuellen Qualitäten im Team auch wieder spürbar besser zur Geltung. Es gibt wieder Torchancen, und folglich auch wieder Treffer.

Fotos: Borussias 3:1 beim VfB Stuttgart FOTO: Dirk Päffgen

VERTEIDIGEN ALS KOLLEKTIV Eine Defensive, in der alle personellen Rädchen ineinander greifen – dafür stand das über Jahre von den Profis verinnerlichte Favre-System. Doch in der Ergebnis-Krise war jeder so mit sich und seiner (ausbleibenden) Leistung beschäftigt, dass der Beitrag zum Kollektiv quasi hinten über fallen musste. Mit jedem Quäntchen zurückkehrendem Selbstvertrauen und jedem erfolgreichen Helfen untereinander nimmt die gemeinschaftliche Defensivarbeit nun wieder mehr Form an.

Es ist also nicht so, dass Schubert in zwei Spielen Gladbach komplett umgekrempelt hätte, aber er hat auf der Basis des Favre-Fußballs sichtbare neue Akzente gesetzt. Mehr konnte man in so kurzer Zeit nicht verlangen, ja kaum erwarten. Punktemäßig sowieso nicht.

Fotos: Gladbach verursacht achten Elfer im neunten Spiel FOTO: dpa, dm fdt
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