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Borussia Mönchengladbach
Das sind die Puzzleteile von Borussias Höhenflug

Fotos: Borussia feiert Sieg mit Fans in München
Fotos: Borussia feiert Sieg mit Fans in München FOTO: dpa, geb hak
Mönchengladbach. Borussias Vorstoß unter die Top Vier resultiert aus der Summe verschiedener Qualitäten. Das Zusammenspiel ergibt in der laufenden Saison ein stimmiges Gesamtbild von Mannschaft und Verein. Von Stefan Klüttermann

Borussias Erfolg in der laufenden Spielzeit findet in Öffentlichkeit und Liga viel Beachtung. Respektvoll, ja zuweilen neidisch, geht der Blick an den Niederrhein, wo die beteiligten Personen auf und neben dem Platz bei Borussia einem Puzzle aus gleich elf verschiedenen Teilen ein stimmiges Erfolgsrezept zusammengestellt haben. Wir stellen die elf Puzzleteile vor:

Kleiner Breiter Kader Ohne Qualitätsverlust das Personal austauschen, somit die Belastung möglichst gering und die Stimmung jedes einzelnen denkbar hoch zu halten, ist eine maßgebliche, weil neue Stärke der Borussen in dieser Saison. Gleichzeitig gilt: Mit 19 Spielern in der Kreis der eingesetzten Spieler so klein, dass Automatismen ad hoc greifen können.

Mannschaftliche Geschlossenheit Die Atmosphäre in der Mannschaft ist gut, das spürt man bei jedem Spiel und jedem Training. Selbst die, die ganz hinten dran stehen wie ein Thorben Marx oder ein Filip Daems, mutieren nicht zu Stinkstiefeln, die ihrer Enttäuschung medienwirksam Luft machen. Der Kader präsentiert sich als Einheit. Hinzukommt: Kaum einer der Profis ist derart überragend, dass alles Wohl und Wehe von seinem Auftritt abhängt. Der Erfolg verteilt sich auf viele Schultern.

Vier Säulen Vier Schultern tragen dann doch ein bisschen mehr Last als zentrale Säulen im Team, die a) immer spielen, wenn sie fit sind und b) dann immer konstant gut spielen: Yann Sommer, Martin Stranzl, Tony Jantschke und Granit Xhaka. Sie bilden Borussias Achse des Erfolgs.

Kein Verletzungspech Trotz der langen Dreifachbelastung kommt Borussia bislang ohne schwere Verletzungen durch die Saison, selbst handelsübliche Muskelverletzungen sind rar. Das spricht für eine gute Belastungssteuerung und Absprache zwischen Trainerteam und medizinischer Abteilung.

Guter Start, hoch zwei Jantschke betonte im Interview mit unserer Zeitung in der Vorwoche die Bedeutung eines guten Starts. Der ist Borussia nun gleich in beiden Halbserien gelungen. Das erleichtert nicht alles, aber vieles.

Defensive Seit Lucien Favre da ist, ist Borussia immer in qualitativ hochwertiger Weise defensivstark. Mit 20 Gegentreffern in 26 Spielen stellt sie diese Qualität in dieser Saison nur noch einmal besonders deutlich unter Beweis.

Laufstärke Borussia ist das laufstärkste Team der Liga. Natürlich gibt es auch unproduktive Wege und Sprints auf dem Platz, aber in Gladbach sind die vielen Kilometer vor allem Ausdruck eines Grundkonzepts, das jeder einzelne bis ins Detail verinnerlicht hat.

Ruhiges Umfeld Von Hektik, Unruhe und Kasperltheater ist Borussia heute so weit entfernt wie vom Tabellenende. Zudem stehen in der Mannschaft viele, die sich vom Charakter her von der stets großen Fan-Unterstützung pushen lassen.

Taktische Reife und Automatismen So starr Lucien Favre an seinem 4-4-2 festhält, so variabel ist sein Team in der Ausprägung - je nachdem, ob gegen einen tief stehenden Gegner ein kreativ-druckvolles Spiel oder gegen ein Team wie die Bayern intelligentes Kontern gefordert ist.

Clevere Zweikampfführung Borussia verteidigt meist clever und vermeidet dumme Fouls in Strafraumnähe. Zudem steht man auf Rang drei der Fairnesstabelle. Nur Xhaka musste mit Gelb-Rot und der 5. Gelben Karte aussetzen, sonst niemand. Das verhindert ungewollte Umbaumaßnahmen im Kader.

Schwäche der anderen Das zuletzt: Natürlich spielt die Schwäche vom BVB Borussia genauso in die Karten wie etwa die Inkonstanz von Teams wie Hoffenheim oder - inzwischen auch - Augsburg.

Quelle: RP
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