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Borussia Mönchengladbach
Zakaria: "Das ist bisher mein Topspiel"

Borussia Mönchengladbach: Denis Zakaria freut sich auf Borussia Dortmund
Griffig: Denis Zakaria ist in der bundesliga angekkommen, wie sein Trainer Dieter Hecking findet. Hier stellt sich Borussias neuer Sechser dem Stuttgarter Simon Terodde vor. FOTO: Imago
Mönchengladbach. Denis Zakaria, Borussias junger Sechser aus der Schweiz, freut sich auf die Herausforderung bei Tabellenführer Borussia Dortmund. Von Karsten Kellermann

Da ist sie wieder, die Begeisterung, die förmlich aus den Augen von Denis Zakaria sprüht wie die Funken einer Wunderkerze. In diesen Momenten ist der junge Mann wie ein kleiner Junge, der sich einfach nur freut über das, was gerade in seinem Leben passiert, ganz natürlich, ganz ursprünglich, ganz unverstellt. "Das ist wohl bisher mein Topspiel", sagt er und grinst das breite, fröhliche Denis-Zakaria-Grinsen. "Ich freue mich auf diese Herausforderung", versichert der 20-jährige Borusse.

Über 80.000 Zuschauer, die Gelbe Wand - "es ist super, in so einem Stadion zu spielen", sagt Zakaria. Das sind die Spiele, für die man den Job macht, sagen Fußball gern. Die Wucht der Atmosphäre lässt das Adrenalin blubbern, gerade Emotionsbolzen wie "Zaki" spornt das an. Allein: Vorsicht vor Übermut. Doch bislang hatte er das gut im Griff.

Die Gladbacher Teamkollegen schätzen die Qualitäten des gebürtigen Genfers, der für zwölf Millionen Euro aus Bern kam. "Er ist ein wuchtiger Spieler und sehr wichtig für uns als Abräumer - mit der Art und Weise, wie er in die Zweikämpfe geht, wie er sie gewinnt. Damit unterstützt er auch uns Verteidiger", sagt Weltmeister Matthias Ginter über den drei Jahre jüngeren Schweizer Nationalspieler. Ein Lob aus berufenem Munde. Die Sechser-Position gehört zu Ginters Portfolio.

Zakarias Daten der Saison belegen seine Qualitäten: 95 Prozent seiner Pässe kommen an, das ist der Spitzenwert in der Bundesliga. Für einen Neuling ist das beachtlich. Das ist auch seine Zweikampfquote: 53 Prozent der Mann-gegen-Mann-Duelle entscheidet er für sich. Und er setzt um, was er gesagt sagt: "Ich bin hier, um zu lernen." In Augsburg leistete er sich ein "dummes Foul" und musste, weil rotgefährdet, schon nach rund einer Stunde vom Platz. Seitdem hat er kaum noch Foul gespielt - und auch keine Gelbe Karte mehr gesehen. Resolut und umsichtig darf man sein Zweikampfverhalten nun nennen.

In der Vorbereitung rangelte er mit Laszlo Bénes um den Platz neben Kramer. Bénes ist wie Zakaria ein Spieler mit viel Power, doch der Schweizer ist physischer im Vergleich zum filigraneren Slowaken. Zakaria bekam den Zuschlag und rechtfertigte das bis jetzt: "Er ist in der Bundesliga angekommen", sagt Trainer Dieter Hecking.

Morgen stehen Zakarias erste Bundesligaerfahrungen auf dem Prüfstand, ihm wird im Spiel beim BVB eine besondere Rolle zukommen. Er ist eine Schaltstation im Gladbacher Spiel, Abrissbirne und Architekt, eben ein Sechser. Als solcher muss er das Spiel des Gegners stören und zugleich, bestenfalls, das Offensivspiel des eigenen Teams aus der Tiefe mit initiieren. Zakaria macht das mit gewaltigen Schritten. Drei, so sagte jemand scherzhaft, reichen ihm mit seinem schier endlos langen Beinen, um den ganzen Platz zu überqueren.

In Augsburg, beim 2:2, rannte er ungebremst fast vom eigenen Strafraum in den des Gegners und schoss den Ball, den ihm Lars Stindl in den Lauf gespielt hatte, ins Tor zum 1:1. Auch im zweiten Auswärtsspiel der Saison war Zakaria produktiv. Er revanchierte sich bei Stindl, indem er vor dessen Traumtor den Leipzigern Naby Keita und Diego Demme den Ball klaute, das Spielgerät nach vorn trieb und es Stindl übergab zur Vollstreckung. Zwei Auswärtsspiele, zwei Scorer-Punkte, die Quote will Zakaria, der morgen auch auf seinen Vorgänger Mo Dahoud trifft, dessen Nummer 8 er übernommen hat, am liebsten fortsetzen. Doch zunächst einmal wird es darum gehen, defensive Stabilität herzustellen - im Zusammenspiel des Teams. Wie Borussia in Leipzig nach der Pause verteidigte gegen das Geschwindigkeitsteam vom Ralph Hasenhüttl, war beachtlich. Leipzig kam kaum vor Gladbachs Tor, Borussia hingegen schaffte noch das 2:2 - auch dank Zakaria.

Die Frage ist: Mit wem wird er beim BVB den Job machen? Ob Christoph Kramer in Dortmund spielen kann, ist zumindest noch offen. Denn gestern trainierte er nur individuell. Spielt er, wird er wohl zur Gesichtsmaske greifen. In der Konstellation mit dem 26-Jährigen Kramer ist Zakaria der Junior-Partner in der Doppelsechs. Gegen den VfB war er aber am Ende der Senior-Chef, als der 18-jährige Michael Cuisance Kramer ersetzte. Allerdings könnten auch Jonas Hofmann, der jedoch gestern auch nur Einzeltraining absolvierte und daher fraglich ist, oder Tony Jantschke (die defensivste Variante), der gegen Stuttgart erstmals wieder im Kader war, neben Zakaria spielen.

Der Eidgenosse ist, weil eben auch Bénes fehlt nach seinem Fußbruch, gesetzt. Wer immer neben ihm spielt - "wir werden alles dafür tun, um in Dortmund etwas zu holen", kündigt Zakaria an. Natürlich mit großer Begeisterung in seinen Augen.

Quelle: RP
 
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