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Borussia Mönchengladbach
Der Effizienzmeister betreibt Chancenwucher

Die Chancenverwertung der Klubs
Die Chancenverwertung der Klubs FOTO: dpa, jg jhe
Mönchengladbach. Kaum eine Zahl macht die Ergebniskrise so deutlich: War Borussia Mönchengladbach im Mai 2016 noch Effizienzmeister der Bundesliga, wuchert heute kaum ein Bundesligist mit seinen Möglichkeiten.

Gerade in schlechten Zeiten nehmen Fußball-Profis für sich in Anspruch, zwischen Leistung und Ertrag zu unterscheiden. Die jüngste Derby-Niederlage gegen Köln lieferte aus Gladbacher Sicht durchaus Gründe für diese Betrachtungsweise.

Allen guten Ansätzen zu Trotz lässt sich der Absturz aber längst in Zahlen beschreiben. Allem voran steht eine Dreizehn in der wichtigsten Disziplin, der Bundesliga-Tabelle. Weiterhin hat die Borussia in den bisherigen elf Bundesliga-Begegnungen auch nur elf Tore geschossen. Da muss man immerhin nicht lange rechnen – ein Tor pro Spiel ist zu wenig für die Gladbacher Ansprüche. Am Ende der Vorsaison waren es noch 67, also knapp zwei Treffer pro Partie.

Gewissermaßen war die Derbyniederlage gegen Köln also so etwas die Gladbacher Saison in einer Nussschale: Trotz guter Möglichkeiten stand bei Abpfiff wieder nur das eine Tor vor dem Doppelpunkt. Ganze 53 Torchancen benötigte das Team von André Schubert für die elf bisherigen Saisontore, insgesamt müssen die Gladbacher für ein Treffer sogar 10,7 Mal aufs gegnerische Tor schießen. In der Vorsaison reichten dafür noch 6,8 Abschlüsse.

Triste Realität im November: Bei der Chancenverwertung ist die Borussia nur noch 16. – allein der FC Ingolstadt und der VfL Wolfsburg gehen noch großzügiger mit ihren Möglichkeiten um. Besonders eklatant ist auch hier der Vergleich mit der eigenen Vergangenheit: Am Ende der vergangenen Saison war Gladbach in dieser Disziplin noch Ligaprimus. Verwertete die Gladbacher Offensive 2015/16 noch 32,5 Prozent aller Torchancen, sind es in der laufenden Serie nur noch 20,8 Prozent. In der Politik macht das schon mal den Unterschied zwischen Volks- und Oppostionspartei aus.

In der Bundesliga ist der Chancenwucher neben anderen Faktoren vorerst nur mit ursächlich für das Abrutschen von Rang 4 auf 13. Was Schubert Mut machen kann: Die Verwertung von Chancen lässt sich vermutlich leichter trainieren als ihre Kreation.

(ak)
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